woraus folgt: v = [sqrt](8/(0,13 × 0,5)) = cirka 11 m.
Diese Geschwindigkeit wirkt aber nur während der halben Flugdauer, ist
daher nur mit 5,5 m in Anschlag zu bringen, woraus sich eine sekundliche
Arbeitsleistung für den Storch von 8 × 5,5 = 44 kgm ergiebt, also mehr
wie ½ HP.
Hierbei ist angenommen, daß alle Flügelpunkte gleich stark ausgenützt
werden, indem sie alle an der Geschwindigkeit von 11 m teilnehmen. Würde
man die eigentliche Flügelbewegung in Rechnung ziehen, so würde sich ein
noch ungünstigeres Verhältnis herausstellen und für den Storch sich eine
Arbeitsleistung von mehr wie 75 kgm oder über eine Pferdekraft
berechnen, während in Wirklichkeit vom Storch nur cirka 1/10 Pferdekraft
beim ungünstigsten Fliegen geleistet wird.
Dieses Beispiel beweist, wie sich über den Kraftverbrauch beim Fliegen
eine Meinung herausbilden konnte, welche das Heil der ganzen Fliegekunst
nur in der Beschaffung außergewöhnlich starker und leichter Motoren
erblickte. Die Beobachtung der Natur hingegen lehrt, daß die
Kraftproduktionen der Vogelwelt, aus denen dieses Bedürfnis nach
eigenartigen Motoren hervorgehen sollte, in das Reich der Fabeln zu
verweisen sind, und sie drängt uns dafür die Überzeugung auf, daß doch
noch irgendwo die richtigen Schlüssel für die Lösung dieser Widersprüche
verborgen sein müssen.