Nottingham. Du gebotest mir selbst, zu reden--

Die Königin. Ja, wenn ich es nicht bemerkt hätte, wie gewünscht dir

dieses Gebot kam! wie vorbereitet du darauf warest! Auf einmal

glühte dein Gesicht, flammte dein Auge; das volle Herz freute sich,

überzufließen, und jedes Wort, jede Gebärde hatte seinen längst

abgezielten Pfeil, deren jeder mich mit trifft.

Nottingham. Verzeihe, Königin, wenn ich in dem Ausdrucke meine

Schuldigkeit gefehlet habe. Ich maß ihn nach Deinem ab.

Die Königin. Nach meinem?--Ich bin seine Königin. Mir steht es frei,

dem Dinge, das ich geschaffen habe, mitzuspielen, wie ich will.--Auch

hat er sich der gräßlichsten Verbrechen gegen meine Person schuldig

gemacht. Mich hat er beleidiget; aber nicht dich.--Womit könnte dich

der arme Mann beleidiget haben? Du hast keine Gesetze, die er

übertreten, keine Untertanen, die er bedrücken, keine Krone, nach der

er streben könnte. Was findest du denn also für ein grausames

Vergnügen, einen Elenden, der ertrinken will, lieber noch auf den Kopf

zu schlagen, als ihm die Hand zu reichen?

Hamburgische Dramaturgie · 第 14 / 55 题