248. Das zusammengesetzte Räderwerk.

Wie beim einfachen Hebel ist auch beim Wellrad der Kraftgewinn in der

Anwendung meist nur bescheiden, 2 bis 5 fach, da man weder die Kurbel

zu lang, noch die Welle zu dünn machen darf. Für größeren Kraftgewinn

benützt man das #zusammengesetzte Räderwerk#, das nach Einrichtung und

Wirksamkeit mit dem zusammengesetzten Hebel verwandt ist.

[Abbildung: Fig. 326.]

Dreifach zusammengesetztes Räderwerk (Fig. 326): das erste Wellrad

besteht aus der Welle (~r~), an der die Last ~Q~ angreift (etwa an einem

Seil hängend, #Seiltrommel#), und einem Rade (~R~); #dies Rad ist

gezahnt#. Das zweite Wellrad besteht aus einer #gezahnten Welle# (~r′~),

deren Zähne in die des ersten Rades (~R~) eingreifen und einem

#gezahnten Rade# (~R′~). Das dritte Wellrad besteht aus der #gezahnten

Welle# (~r′′~), deren Zähne in die des Rades (~R′~) eingreifen, und der

#Kurbel# ~R′′~, an der die Kraft ~P~ wirkt. Wir können das

zusammengesetzte Räderwerk als zusammengesetzten Hebel betrachten. Die

Mittelpunkte der Wellräder sind die Drehpunkte, die Radien der Wellen

(~r~, ~r′~, ~r′′~) sind die Lastarme, die Radien der Räder (~R~, ~R′~

und die Kurbel ~R′′~) sind die Kraftarme der Hebel, zwei Zähne, die sich

eben berühren, sind die Enden der Hebel, die aufeinander drücken. Nach

dem Gesetz vom zusammengesetzten Hebel folgt:

Das zusammengesetzte Räderwerk ist im Gleichgewichte, wenn ~P : Q = r r′

r′′ : R R′ R′′~; der Kraftgewinn ist

Q R R′ R′′

~- = --------~.

P r r′ r′′

Diesen Ausdruck für den Kraftgewinn kann man in bequemere Form bringen;

es ist:

Q R R′ R′′ 2 R π · 2 R′ π · R′′ U U′ R′′

~- = -------- = -------------------- = --------~

P r r′ r′′ r · 2 r′ π · 2 r′′ π r u′ u′′

wobei mit ~U~, ~U′~, ~u′~, ~u′′~ die Umfänge der entsprechenden Räder

und gezahnten Wellen bezeichnet sind. Greift man aus diesem Bruche das

Verhältnis ~U : u′~ heraus, so sind auf ~U~ und ~u′~ Zähne, welche

ineinander greifen sollen, also gleich weit voneinander abstehen

müssen; folglich müssen sich ^ihre Zahnzahlen^ ~Z~ ^und^ ~z′~ ^wie die

Umfänge verhalten^, also

U Z U′ Z′

~-- = --~; ebenso ~--- = ---~;

u′ z′ u′′ z′′

beides oben eingesetzt gibt:

Q Z Z′ R′′

~- = --------~.

P r z′ z′′

Diese Form für den Kraftgewinn entspricht der zuerst aufgestellten, nur

sind statt der Radien derjenigen Räder und Wellen, die gezahnt sind, die

Zahnzahlen eingesetzt. Es ist dadurch an einer fertigen Maschine leicht,

den Kraftgewinn zu bestimmen. Eine gezahnte Welle wird auch ^Trieb^

genannt, und zwar Vierertrieb, Sechser-, Achter-, Zwölfertrieb u. s. w.,

wenn sie 4, 6, 8, 12, . . . Zähne hat.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 269 / 340 题