Da der Hebel dazu dient, um mittels einer kleinen Kraft eine große Last
zu heben, liefert er einen ^Kraftgewinn^, z. B. vierfachen Kraftgewinn,
wenn die Kraft 4 mal kleiner ist, als die Last. #Kraftgewinn ist das
Verhältnis von Last zu Kraft, wird also beim Hebel gemessen durch das
(umgekehrte) Verhältnis der Hebelarme.# Ein Hebel, dessen einer Arm 5
mal so lang ist wie der andere, liefert also 5 fachen Kraftgewinn.
In der Anwendung kann man nun nicht gut einen Hebel von beträchtlich
großem oder beliebig großem Kraftgewinne machen; denn schon um etwa
einen 1000 fachen Kraftgewinn zu erzielen, müßten die Hebelarme 1 _mm_
und 1 _m_, oder 1 _cm_ und 10 _m_ sein, was beides praktisch nicht wohl
gemacht werden kann. Dagegen ist ein Hebel von 10 fachem Kraftgewinne
etwa mit den Hebelarmen von 10 _cm_ und 100 _cm_ noch ein handliches
Instrument.
Für größeren Kraftgewinn dient der ^zusammengesetzte Hebel^; er besteht
aus mehreren Hebeln, die so angebracht sind daß immer das Ende des
einen Hebels auf den Anfang des folgenden drückt. Es bleibt der Anfang
des ersten und das Ende des letzten frei, und an diesen wirken Kraft und
Last.
[Abbildung: Fig. 324.]
Haben wir etwa einen dreifach zusammengesetzten Hebel (Fig. 324), und es
wirkt an ~a~ die Last ~Q~, so muß an ~b~ die Kraft ~P′~ wirken, so daß: