224. Das Spiegelteleskop oder Newtonsche Fernrohr.

[Abbildung: Fig. 299.]

Anstatt des Objektivs ist ein ^großer Hohlspiegel^ (Silberspiegel) am

Grunde des Rohres angebracht. Dieser entwirft von fernen Gegenständen

verkleinerte, reelle, verkehrte Bilder in oder nahe dem Brennpunkte. Aus

denselben Gründen wie bei dem astronomischen Fernrohre macht man den

Hohlspiegel möglichst groß und von sehr großer Brennweite. Man setzt ihn

auch etwas geneigt in den Grund der Röhre, so daß die Bilder nahe an der

Seitenwand der Röhre entstehen; etwas vor diesem Bildpunkte wird ein

^kleiner Planspiegel^ unter einem Winkel von 45° angebracht, der das

Bild durch eine Öffnung der Röhre herauswirft; dort wird es dann mittels

eines Okulars, einer starken Lupe, betrachtet.

Solche Spiegelteleskope stehen den großen astronomischen Fernrohren

weder an Helligkeit noch an Vergrößerung, sondern nur an

Dauerhaftigkeit nach, da der Silberspiegel auch bei sorgfältigster

Behandlung mit der Zeit erblindet. Der berühmte Astronom J. Herschel

hatte sich ein Riesenfernrohr dieser Art hergestellt und machte damit

die großartigen Entdeckungen am Sternhimmel über Mond- und

Planetenoberfläche, Doppelsterne, Nebelflecke etc. zu einer Zeit, in

der man Keplersche Fernrohre von ähnlicher Kraft noch nicht zu machen

verstand. Sein Spiegel hatte einen Durchmesser von 125 _cm_ und eine

Brennweite von 12,5 _m_. Auch heutzutage sind sie noch nicht verdrängt

durch die astronomischen Fernrohre. Ein Keplersches Fernrohr wird auch

^Refraktor^, ein Newtonsches auch ^Reflektor^ genannt.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 237 / 340 题