[Abbildung: Fig. 296.]
Im astronomischen Fernrohr sieht man die Gegenstände verkehrt, da man
mit der Lupe das umgekehrte Bild betrachtet, und die Lupe dasselbe
nicht nochmal umkehrt. Dies stört nicht viel, wenn man etwa
Himmelskörper betrachtet. Bei Betrachtung irdischer Gegenstände kehrt
man das Bild nochmal um, bevor man es durch die Lupe betrachtet. Das
Erdfernrohr hat demnach ein Objektiv, wie das astronomische Fernrohr; es
entwirft ein verkehrtes, verkleinertes Bild nahe dem Brennpunkt; hinter
dies Bild wird eine positive Linse von mäßiger Brennweite, #die
Umkehrlinse#, gestellt, so daß das Bild im Endpunkte ihrer doppelten
zweiten Brennweite (~G₂~) liegt; dann entwirft sie ein Bild, das im
Endpunkte der doppelten ersten Brennweite (~G₁~) liegt, reell,
ebensogroß und nochmal umgekehrt, also nun aufrecht ist. Dies betrachtet
man mittels des Okulars wie früher. Anstatt nur einer Umkehrlinse
verwendet man auch zwei positive Linsen von gleicher Brennweite, von
denen die erste vom Bilde um die Brennweite absteht, und die zweite von
der ersten auch um die Brennweite absteht. Dies Bild ist dann aufrecht
und liegt im Brennpunkte (Fig. 297).
[Abbildung: Fig. 297.]
Erdfernrohre sollen meist Handfernrohre sein, dürfen demnach weder
besonders lang noch schwer sein, können deshalb in der Objektivlinse
keine besonders große Brennweite haben und liefern meist nur mäßige
Vergrößerung (10-20 fach).