222. Das terrestrische oder Erd-Fernrohr.

[Abbildung: Fig. 296.]

Im astronomischen Fernrohr sieht man die Gegenstände verkehrt, da man

mit der Lupe das umgekehrte Bild betrachtet, und die Lupe dasselbe

nicht nochmal umkehrt. Dies stört nicht viel, wenn man etwa

Himmelskörper betrachtet. Bei Betrachtung irdischer Gegenstände kehrt

man das Bild nochmal um, bevor man es durch die Lupe betrachtet. Das

Erdfernrohr hat demnach ein Objektiv, wie das astronomische Fernrohr; es

entwirft ein verkehrtes, verkleinertes Bild nahe dem Brennpunkt; hinter

dies Bild wird eine positive Linse von mäßiger Brennweite, #die

Umkehrlinse#, gestellt, so daß das Bild im Endpunkte ihrer doppelten

zweiten Brennweite (~G₂~) liegt; dann entwirft sie ein Bild, das im

Endpunkte der doppelten ersten Brennweite (~G₁~) liegt, reell,

ebensogroß und nochmal umgekehrt, also nun aufrecht ist. Dies betrachtet

man mittels des Okulars wie früher. Anstatt nur einer Umkehrlinse

verwendet man auch zwei positive Linsen von gleicher Brennweite, von

denen die erste vom Bilde um die Brennweite absteht, und die zweite von

der ersten auch um die Brennweite absteht. Dies Bild ist dann aufrecht

und liegt im Brennpunkte (Fig. 297).

[Abbildung: Fig. 297.]

Erdfernrohre sollen meist Handfernrohre sein, dürfen demnach weder

besonders lang noch schwer sein, können deshalb in der Objektivlinse

keine besonders große Brennweite haben und liefern meist nur mäßige

Vergrößerung (10-20 fach).

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 235 / 340 题