200. Beleuchtungsspiegel.

Der Arzt verwendet den Hohlspiegel, um das Innere des Auges oder des

Ohres oder den hintern Teil der Rachenhöhle oder den Kehlkopf stark zu

beleuchten und so auf Krankheit untersuchen zu können, indem er durch

ein kleines in der Mitte des Spiegels angebrachtes Loch blickt; ein

solcher Spiegel heißt dann je nach seinem Zwecke Augenspiegel u. s. w.

(Helmholtz, 1851.)

^Beleuchtung fern liegender Gegenstände^. Stellt man eine stark

leuchtende Lampe in den Brennpunkt des Hohlspiegels, so wird alles auf

den Hohlspiegel fallende Licht (das nicht absorbiert wird) in einer zur

Achse parallelen Richtung reflektiert, kann demnach einen fern liegenden

Gegenstand gut beleuchten. Das vom Hohlspiegel reflektierte Licht ist

jedoch nicht vollkommen parallel, sondern divergiert etwas; denn 1) ist

es nicht möglich, die Lampe genau in den Brennpunkt zu stellen; 2) die

Flamme ist nicht nur ein leuchtender Punkt, sondern ein leuchtender

Fleck; die von den verschiedenen Punkten derselben ausgehenden

Lichtstrahlen werden demnach auch nach verschiedenen Richtungen

reflektiert; 3) um möglichst viel Licht mit einem solchen ^Reflektor^

aufzufangen und fortzuschicken, macht man den Hohlspiegel möglichst

groß; aber die nahe am Rande ausfallenden Strahlen werden dann nicht

mehr in derselben (zur Achse parallelen) Richtung reflektiert wie die

Zentralstrahlen. Das vom Hohlspiegel reflektierte Licht beleuchtet

demnach nicht bloß eine dem Hohlspiegel gleich große, sondern eine

verhältnismäßig viel größere Fläche, etwa ein ganzes Haus.

[Abbildung: Fig. 255.]

Man wendet deshalb sphärische Hohlspiegel von mehr als etwa 60° Weite

nicht an; will man noch mehr Licht auffangen, so benützt man

#parabolische Hohlspiegel# (Fig. 255). Solche sind ^gekrümmt wie das

Rotationsparaboloid^; das ist die Fläche, welche entsteht, wenn man eine

Parabel um ihre Achse dreht. ^Die Parabel hat die Eigenschaft, daß alle

vom Brennpunkte ausgehenden Lichtstrahlen parallel der Achse reflektiert

werden^. Ist das Licht eine Flamme, deren Punkte nicht alle im

Brennpunkte stehen können, so divergiert das reflektierte Licht auch

beträchtlich. Benützt man aber elektrisches Licht, indem man die

positive Kohle mit ihrem „Krater“ dem Spiegel zukehrt, so hat ja das

elektrische Licht nur geringe Ausdehnung (einige _mm_), deshalb

divergiert das reflektierte Licht nur wenig, und sehr weit entfernte

Gegenstände können noch sehr gut beleuchtet werden. So wendet man das

elektrische Licht auf Leuchttürmen, im Kriege u. s. w. an.

Die ^Stirnlampen^ der Lokomotiven sind meist aus sehr vielen kleinen

Planspiegeln zusammengesetzt, die so auf einer gekrümmten Fläche

festgekittet sind, daß sie möglichst gut mit einer Parabelfläche

übereinstimmen. Der Beleuchtungszweck wird dadurch recht gut erreicht.

Hohlspiegel von geringer Krümmung benützt man als ^Toilette-^,

^Rasierspiegel^ u. s. w., indem man sich so nahe vor den Spiegel stellt,

daß man sich zwischen Brennpunkt und Spiegel befindet und nun, ähnlich

wie beim Planspiegel sein eigenes, virtuelles, aufrechtes, aber nun

^vergrößertes^ Bild betrachtet.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 211 / 340 题