Der Arzt verwendet den Hohlspiegel, um das Innere des Auges oder des
Ohres oder den hintern Teil der Rachenhöhle oder den Kehlkopf stark zu
beleuchten und so auf Krankheit untersuchen zu können, indem er durch
ein kleines in der Mitte des Spiegels angebrachtes Loch blickt; ein
solcher Spiegel heißt dann je nach seinem Zwecke Augenspiegel u. s. w.
(Helmholtz, 1851.)
^Beleuchtung fern liegender Gegenstände^. Stellt man eine stark
leuchtende Lampe in den Brennpunkt des Hohlspiegels, so wird alles auf
den Hohlspiegel fallende Licht (das nicht absorbiert wird) in einer zur
Achse parallelen Richtung reflektiert, kann demnach einen fern liegenden
Gegenstand gut beleuchten. Das vom Hohlspiegel reflektierte Licht ist
jedoch nicht vollkommen parallel, sondern divergiert etwas; denn 1) ist
es nicht möglich, die Lampe genau in den Brennpunkt zu stellen; 2) die
Flamme ist nicht nur ein leuchtender Punkt, sondern ein leuchtender
Fleck; die von den verschiedenen Punkten derselben ausgehenden
Lichtstrahlen werden demnach auch nach verschiedenen Richtungen
reflektiert; 3) um möglichst viel Licht mit einem solchen ^Reflektor^
aufzufangen und fortzuschicken, macht man den Hohlspiegel möglichst
groß; aber die nahe am Rande ausfallenden Strahlen werden dann nicht
mehr in derselben (zur Achse parallelen) Richtung reflektiert wie die
Zentralstrahlen. Das vom Hohlspiegel reflektierte Licht beleuchtet
demnach nicht bloß eine dem Hohlspiegel gleich große, sondern eine
verhältnismäßig viel größere Fläche, etwa ein ganzes Haus.
[Abbildung: Fig. 255.]
Man wendet deshalb sphärische Hohlspiegel von mehr als etwa 60° Weite
nicht an; will man noch mehr Licht auffangen, so benützt man
#parabolische Hohlspiegel# (Fig. 255). Solche sind ^gekrümmt wie das
Rotationsparaboloid^; das ist die Fläche, welche entsteht, wenn man eine
Parabel um ihre Achse dreht. ^Die Parabel hat die Eigenschaft, daß alle
vom Brennpunkte ausgehenden Lichtstrahlen parallel der Achse reflektiert
werden^. Ist das Licht eine Flamme, deren Punkte nicht alle im
Brennpunkte stehen können, so divergiert das reflektierte Licht auch
beträchtlich. Benützt man aber elektrisches Licht, indem man die
positive Kohle mit ihrem „Krater“ dem Spiegel zukehrt, so hat ja das
elektrische Licht nur geringe Ausdehnung (einige _mm_), deshalb
divergiert das reflektierte Licht nur wenig, und sehr weit entfernte
Gegenstände können noch sehr gut beleuchtet werden. So wendet man das
elektrische Licht auf Leuchttürmen, im Kriege u. s. w. an.
Die ^Stirnlampen^ der Lokomotiven sind meist aus sehr vielen kleinen
Planspiegeln zusammengesetzt, die so auf einer gekrümmten Fläche
festgekittet sind, daß sie möglichst gut mit einer Parabelfläche
übereinstimmen. Der Beleuchtungszweck wird dadurch recht gut erreicht.
Hohlspiegel von geringer Krümmung benützt man als ^Toilette-^,
^Rasierspiegel^ u. s. w., indem man sich so nahe vor den Spiegel stellt,
daß man sich zwischen Brennpunkt und Spiegel befindet und nun, ähnlich
wie beim Planspiegel sein eigenes, virtuelles, aufrechtes, aber nun
^vergrößertes^ Bild betrachtet.