180. Das Mitschwingen.

Treffen die Luftschwingungen eines Tones eine Saite, welche auf

denselben Ton gestimmt ist, so wird die Saite selbst in Schwingungen

versetzt, sie ^schwingt mit^.

Denn wenn die Tonwelle an der Saite ankommt, so wird diese durch den

Druck der verdichteten Luft beiseite gedrückt und schwingt bei der

folgenden Luftverdünnung zurück. Wenn nun jede folgende Luftverdichtung

gerade zu der Zeit kommt, in welcher die Saite wieder die Bewegung in

der ersten Richtung macht, so wird diese Bewegung verstärkt, so daß sie

bald wahrnehmbare Schwingungen macht. Sind jedoch der ankommende Ton und

der Eigenton der Saite verschieden, so wird es bald dahin kommen, daß

die Saite, welche nach dem ersten Impulse infolge ihrer Spannung

schwingt, eine Bewegung macht, die der Wirkung der Luftwelle gerade

entgegengesetzt ist, wird dann in ihrer Bewegung wieder gehemmt und

kommt nicht in fühlbare Schwingungen.

Man beobachtet das Mitschwingen, wenn man gegen eine Geige oder ein

Klavier bei aufgehobenem Dämpfer singt.

#Das Mitschwingen ist ein Beispiel von Kraftübertragung durch

Wellenbewegung.#

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 188 / 340 题