[Abbildung: Fig. 212.]
Eine Abänderung des Mikrophons wird in Verbindung mit einem Telephone
benützt zum Telephonieren (Fernsprechen) und zwar als Zeichengeber und
heißt ^Transmitter oder^ #Mikrophontransmitter#. Er hat im wesentlichen
folgende Einrichtung: Der Deckel eines Kästchens besteht aus einer
dünnen elastischen Holzplatte (~M~), vor ihr ist eine harte Platte ~P~
angebracht; diese hat in der Mitte ein Loch mit einem Schalltrichter,
der den Ton auffängt und gegen die elastische Membran leitet. Auf der
hinteren Seite der Membran ist in deren Mitte ein Kohlenblock ~A~
befestigt. Dieser wird berührt von einem Graphitblock ~H~, der in einer
Messingfassung drehbar so aufgehängt ist, daß er sich nur schwach an den
Kohlenblock anlehnt.
Diese beiden, oder #Kohlenstifte in Kohlenblöcken# wie beim Mikrophon,
ersetzen das Mikrophon, wenn man durch die Klemmschraube ~B~ einen Strom
einleitet.
Ist aber dabei das Hörtelephon weit entfernt, also die Leitung
lang, und der Widerstand groß, so bewirken die Änderungen des
Berührungswiderstandes nur sehr geringe Änderungen der Stromstärke, so
daß der im Telephon erzeugte Ton ungemein schwach wird.
Man leitet deshalb den Strom des Elements nicht durch die „Linie“ ins
Telephon, sondern nur durch die primäre Rolle eines kleinen
#Induktionsapparates ~J~# im Innern des Mikrophonkästchens. Da der Strom
des Elementes geringen Widerstand hat, so ändern die Änderungen des
Berührungswiderstandes die Stromstärke wesentlich. Dies erzeugt in der
Induktionsspule ~J~ entsprechende Induktionsströme, welche wegen der
großen Anzahl der Windungen eine hohe elektromotorische Kraft haben und
damit bedeutenden Widerstand überwinden können. Diese Induktionsströme
leitet man bei ~L~ und ~L′~ heraus, führt sie dann durch die „Linie“ zum
weit entfernten Telephon und kann dort die Töne hören.
Will man auch gegensprechen, so muß jede Station einen Transmitter und
ein Telephon besitzen und alle 4 Induktionsspulen dieser Apparate sind
zu einer einzigen Leitung verbunden.
Um den Wunsch nach telephonischer Mitteilung an die andere Station durch
ein lautes Zeichen zu übermitteln, bedient man sich meist einer
elektrischen Klingel, die man in Tätigkeit setzt durch die Ströme des
Magnetinduktionsapparates.
In Städten werden in der Zentralstation auf Wunsch die Drähte zweier
Abonnenten mit einander verbunden durch einen Zentralumschalter.