163. Mikrophontransmitter.

[Abbildung: Fig. 212.]

Eine Abänderung des Mikrophons wird in Verbindung mit einem Telephone

benützt zum Telephonieren (Fernsprechen) und zwar als Zeichengeber und

heißt ^Transmitter oder^ #Mikrophontransmitter#. Er hat im wesentlichen

folgende Einrichtung: Der Deckel eines Kästchens besteht aus einer

dünnen elastischen Holzplatte (~M~), vor ihr ist eine harte Platte ~P~

angebracht; diese hat in der Mitte ein Loch mit einem Schalltrichter,

der den Ton auffängt und gegen die elastische Membran leitet. Auf der

hinteren Seite der Membran ist in deren Mitte ein Kohlenblock ~A~

befestigt. Dieser wird berührt von einem Graphitblock ~H~, der in einer

Messingfassung drehbar so aufgehängt ist, daß er sich nur schwach an den

Kohlenblock anlehnt.

Diese beiden, oder #Kohlenstifte in Kohlenblöcken# wie beim Mikrophon,

ersetzen das Mikrophon, wenn man durch die Klemmschraube ~B~ einen Strom

einleitet.

Ist aber dabei das Hörtelephon weit entfernt, also die Leitung

lang, und der Widerstand groß, so bewirken die Änderungen des

Berührungswiderstandes nur sehr geringe Änderungen der Stromstärke, so

daß der im Telephon erzeugte Ton ungemein schwach wird.

Man leitet deshalb den Strom des Elements nicht durch die „Linie“ ins

Telephon, sondern nur durch die primäre Rolle eines kleinen

#Induktionsapparates ~J~# im Innern des Mikrophonkästchens. Da der Strom

des Elementes geringen Widerstand hat, so ändern die Änderungen des

Berührungswiderstandes die Stromstärke wesentlich. Dies erzeugt in der

Induktionsspule ~J~ entsprechende Induktionsströme, welche wegen der

großen Anzahl der Windungen eine hohe elektromotorische Kraft haben und

damit bedeutenden Widerstand überwinden können. Diese Induktionsströme

leitet man bei ~L~ und ~L′~ heraus, führt sie dann durch die „Linie“ zum

weit entfernten Telephon und kann dort die Töne hören.

Will man auch gegensprechen, so muß jede Station einen Transmitter und

ein Telephon besitzen und alle 4 Induktionsspulen dieser Apparate sind

zu einer einzigen Leitung verbunden.

Um den Wunsch nach telephonischer Mitteilung an die andere Station durch

ein lautes Zeichen zu übermitteln, bedient man sich meist einer

elektrischen Klingel, die man in Tätigkeit setzt durch die Ströme des

Magnetinduktionsapparates.

In Städten werden in der Zentralstation auf Wunsch die Drähte zweier

Abonnenten mit einander verbunden durch einen Zentralumschalter.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 168 / 340 题