[Abbildung: Fig. 204.]
Die ^Glühlampe^ (Edison): In ein kugel- oder birnförmiges Glasgefäß
führen zwei eingeschmolzene Platindrähte, deren innere Enden durch eine
dünne #Kohlenfaser# verbunden sind. Die Glaskugel ist verschlossen und
#luftleer#. Leitet man den Strom mittels der Platindrähte durch die
Kohlenfaser, so wird sie glühend, ohne zu verbrennen, weil keine Luft
vorhanden ist. Die glühende Kohlenfaser strahlt dabei ein schönes,
mildes, einem guten Gaslichte vergleichbares Licht aus, gewöhnlich in
der Stärke von 16 NK. (Edisons ~A~ Lampe), also etwa gleich einem guten
Gaslicht.
[Abbildung: Fig. 205.]
Soll durch eine Maschine eine größere Anzahl Glühlichter gespeist
werden, so werden sie stets parallel geschaltet; die zwei
Zuleitungsdrähte laufen nebeneinander her, und von ihnen zweigen kurze
Drähte zu jeder Lampe ab. Die gewöhnlichen Glühlampen erfordern eine
Spannungsdifferenz von 100-110 ~V~. Man richtet es deshalb meist so ein,
daß die Maschine 110 ~V~ liefert; dann kann man wie in Fig. 206
angedeutet, mehrere Leitungen mit parallel geschalteten Glühlichtern
abzweigen, nach Bedarf entweder zwei hintereinander geschaltete
Bogenlampen, oder eine 16 ~A~ Lampe oder eine 8 ~A~ Lampe
mit Zusatzwiderstand einschalten, oder eigene Leitungen zu
solchen Lampenpaaren abzweigen, und erhält eine ^gemischte^
Beleuchtungseinrichtung.
Die Glühlampen stellen sich im Betrieb teurer als die Bogenlichter; mit
einer Pferdekraft erzeugt man einen Strom, der bloß für 10 bis 13 ~A~
Lampen ausreicht, also bloß 10 · 16 = 160 NK. Licht gibt (bei großen
Maschinen bis 200 NK. pro Pferdekraft), während die Pferdekraft beim
Bogenlichte ca. 1400 NK. liefert. Dafür hat das Glühlicht den Vorteil,
daß es besser verteilt und so seine Leuchtkraft besser ausgenützt werden
kann.
[Abbildung: Fig. 206.]
Ein großer Vorteil beider Arten elektrischen Lichtes besteht darin, daß
sie ^nicht feuergefährlich^ sind. Zwar ist der elektrische Lichtbogen
ungemein heiß, aber die ganze Lampe kann mit einer Glaskugel umgeben
werden, die fast luftdicht schließt und das Hineinfallen brennbarer
Körper hindert; die Glaskugel erwärmt sich dabei nur unmerklich. Das
Glühlicht ist vollständig im Glas verschlossen, und das Glas erwärmt
sich auch so wenig, daß nicht einmal Schießbaumwolle daran sich
entzündet.
Ein wichtiger Vorzug ist der, daß die elektrischen Lampen die Luft nicht
verunreinigen und erhitzen wie Gas- und Öllampen. Sie liefern keine, die
Bogenlampen nur unbedeutende Verbrennungsprodukte, und die Wärme beträgt
für je 100 NK. in der Stunde bei Bogenlampen ca. 100, bei Glühlichtern
ca. 400 Kalorien, während Gas bei derselben Lichtstärke 1500 bis 12 000,
Petroleum 3400 bis 7000 Kalorien erzeugt.