[Abbildung: Fig. 178.]
Der galvanische Strom wird auch dazu benützt, den Gang einer Uhr auf ein
weit entferntes Zeigerwerk zu übertragen, so daß beide stets dieselbe
Zeit angeben. Eine solche Einrichtung nennt man eine #elektrische Uhr#.
Hat eine Uhr ein Sekundenpendel, so versieht man dessen Ende mit einer
#Platinspitze#, welche bei jeder Schwingung einen #Quecksilbertropfen#
berührt, der aus einer Vertiefung eines Eisenblockes herausragt. Dadurch
wird der Strom in jeder Sekunde geschlossen.
Das #elektrische Zeigerwerk# ist ähnlich eingerichtet wie der
Zeichenempfänger des Zeigertelegraphen. Der Strom durchläuft den
#Elektromagnet#, vor dessen Polen sich der bewegliche #Anker# befindet;
dieser trägt oben einen #Haken#, welcher in die Zähne eines #Steigrades#
eingreift und es bei jedem Stromschluß um einen Zahn weiter dreht. Der
Zeiger des Steigrades bewegt sich somit wie ein Sekundenzeiger.
Will man etwa nur die Minuten übermitteln, oder bloß nach je 5 oder 10
Minuten den Strom schließen, so wählt man auf der Normaluhr ein Rad, das
sich etwa in der Stunde 10 mal herumdreht, und schlägt auf ihm 6 Stifte
ein, oder man schlägt auf dem Stundenrade 12 resp. 6 Stifte ein. Bringt
man ferner einen Hebel ~J~ so an, daß sein eines Ende ~c~ von den
Stiften nach aufwärts gedrückt wird, so wird sein anderes Ende ~a~ nach
abwärts gedrückt, berührt mit seiner Platinspitze ein federndes Blech
~FF′~ und schließt dadurch den Strom. Ist der Stift am Hebelende
vorbeigegangen, so wird es durch eine Abreißfeder wieder nach abwärts
gezogen, bis der nächste Stift kommt und wieder einen Stromschluß
bewirkt. So wird in regelmäßigen Zwischenräumen der Strom geschlossen.
[Abbildung: Fig. 179.]
Chemische Wirkungen des galvanischen Stromes.