[Abbildung: Fig. 174.]
Der #Nadeltelegraph# (Wheatstone). Der Zeichengeber besteht aus einem
Drücker, durch den man imstande ist, nach Belieben den positiven oder
den negativen Strom in die Telegraphenleitung zu schicken (Kommutator,
Stromwender). Der Zeichenempfänger besteht aus einer #Magnetnadel#, die
mit #Multiplikatorwindungen# umgeben ist. Da nun je nach der Richtung
des Stromes die Nadel nach der einen oder anderen Seite abgelenkt wird,
so kann man nach Belieben #Ausschläge nach rechts oder links#
hervorbringen, und damit ein Alphabet zusammensetzen.
Ein großer Vorteil des Nadeltelegraphen ist seine fast unbegrenzte
Empfindlichkeit, da auch sehr schwache Ströme, wie sie bei sehr langen
(überseeischen) Leitungen vorkommen, durch Benützung von Multiplikatoren
mit großer Windungszahl doch noch imstande sind, eine leichte, am
Seidenfaden aufgehängte Magnetnadel zu drehen.
[Abbildung: Fig. 175.]
Der #Zeigertelegraph#. Der Zeichengeber besteht aus einem ^Rade^, das
durch eine Kurbel gedreht werden kann. Am Umfange des Rades sind
^Steigzähne^ angebracht, zwischen denen ebenso breite ^Lücken^ sind.
Beim Drehen des Rades drückt ein Steigzahn das Ende eines federnden
Bleches nach auswärts, so daß es gegen ein anderes federndes Blech
drückt und dadurch den Strom schließt. Ist der Zahn vorübergegangen, so
springt die Feder in die nächste Lücke und der Strom ist offen. #Durch
Umdrehen des Rades wird in regelmäßiger Folge der Strom geschlossen und
wieder geöffnet.# Neben den Zähnen und Lücken stehen die Buchstaben des
Alphabetes.
Der Zeichenempfänger besteht aus einem #Elektromagnete#, welcher bei
Stromschluß einen #Anker# anzieht. Dieser greift mit einem gabelförmigen
Fortsatz in ein #Steigrad# ein und dreht es je um einen Zahn weiter;
dadurch rückt auch der #Zeiger# um einen Buchstaben weiter. Indem man
beim Zeichengeber ziemlich rasch herumdreht, rückt beim Empfänger der
Zeiger gleich rasch weiter. Indem man beim gewünschten Buchstaben
anhält, signalisiert man ihn.