[Abbildung: Fig. 163.]
[Abbildung: Fig. 164.]
#Ein Elektromagnet ist ein Stück Eisen, das durch die Wirkung eines
Solenoids magnetisch geworden ist.# ^Er erhält den^ #Nordpol# ^an dem
Ende, wo der + Strom läuft^ #entgegengesetzt dem Zeiger der Uhr#: kehrt
man den Strom um, so vertauschen sich auch die Pole. Oft gibt man dem
Elektromagnete eine ^Hufeisenform^; er besteht dann aus zwei parallel
gestellten Eisenstäben, den Eisenkernen, die unten durch ein eisernes
Querstück verbunden sind. Man steckt über die Kerne je eine Holzspule
und umwickelt beide mit übersponnenem Kupferdraht, jedoch in
entgegengesetzter Richtung, um entgegengesetzte Pole zu erhalten. Bei
Stromschluß werden die Eisenkerne magnetisch, beim Öffnen werden sie
wieder unmagnetisch.
^Elektromagnete werden verhältnismäßig stärker magnetisch als
Stahlmagnete^, da beim weichen Eisen sich die Moleküle leichter und
vollständiger drehen, polarisieren lassen als beim Stahle. #Die Stärke
des Magnetismus hängt ab von der Masse der Eisenkerne#; je größer deren
Masse, desto stärker ist der Magnetismus; ferner von der polarisierenden
Kraft, also #von der Stärke des Stromes und der Anzahl der Windungen#.
Jedoch kann ein Stück Eisen nicht beliebig stark magnetisiert werden;
sind alle Moleküle vollständig oder nahezu vollständig polarisiert, so
ist der Magnet #gesättigt#, seine Kraft wird nicht mehr verstärkt, wenn
man den Strom oder die Anzahl Windungen vergrößert.
Bei starkem Strome genügen schon wenig Windungen dicken Drahtes, um den
Eisenkern genügend zu magnetisieren.
Ist der Strom schwach, etwa weil er schon einen großen äußeren
Widerstand überwinden mußte, so nimmt man dünnen Draht und macht sehr
viele Windungen; die dadurch erfolgte Vergrößerung des äußeren
Widerstandes schadet der Stromstärke nicht mehr viel, während die
Vergrößerung der Windungszahl den Magnetismus verstärkt.
Die Eisenkerne müssen aus möglichst weichem Eisen bestehen, damit sie
den Magnetismus leicht annehmen und beim Öffnen des Stromes möglichst
vollständig wieder verlieren.
Wird der Strom um Stahl geleitet, so wird der Stahl auch magnetisch,
wenn auch nicht so gut als weiches Eisen; aber er behält seinen
Magnetismus fast vollständig. ^Man kann so sehr kräftige permanente
Stahlmagnete machen^, wendet aber doch hiebei meist die Streichmethode
an, indem man den zu magnetisierenden Stahl an den Polen eines kräftigen
Elektromagnetes streicht.