Die magnetische Anziehung nimmt ab, wenn die beiden Magnete, oder Magnet
und influenziertes Eisen, von einander entfernt werden; #sie nimmt ab,
so wie das Quadrat der Entfernung zunimmt#. Wenn also ein Magnetpol auf
einen etwa 10 _cm_ entfernten (kleinen) Magnet eine gewisse Anziehung
ausübt, so übt er auf denselben 2, oder 3 mal weiter entfernten
(kleinen) Magnet eine 4 oder 9 mal kleinere Anziehung aus. Die
magnetische Anziehung scheint bei einigermaßen großer Entfernung
verschwunden zu sein, d. h. sie ist mit unseren Apparaten nicht mehr
nachweisbar.
#Die magnetische Anziehung wird nicht geschwächt durch
Dazwischenschieben anderer Körper, die nicht selbst magnetisch werden.#
Deshalb darf die Magnetnadel des Kompasses von der Kapsel ganz
umschlossen sein. Das Dazwischenschieben eines Körpers, der selbst
magnetisch wird, hat dagegen einen wesentlichen Einfluß auf die
Fernewirkung, da nun nicht bloß der Magnetismus des Poles, sondern auch
noch die Magnetismen der influenzierten Pole auf den Magnet wirken. Eine
Taschenuhr wird in der Nähe kräftiger Magnete magnetisch in ihren
Stahlteilen und dadurch am gleichmäßigen Gange verhindert. Umgibt man
die Taschenuhr mit einem Gehäuse aus Eisenblech, so bleibt sie
unmagnetisch, denn die Wirkung des Magnetpoles und die der
influenzierten Pole des Gehäuses heben sich auf.
Sechster Abschnitt.
Reibungselektrizität.