88. Stärke der magnetischen Anziehung.

Die magnetische Anziehung nimmt ab, wenn die beiden Magnete, oder Magnet

und influenziertes Eisen, von einander entfernt werden; #sie nimmt ab,

so wie das Quadrat der Entfernung zunimmt#. Wenn also ein Magnetpol auf

einen etwa 10 _cm_ entfernten (kleinen) Magnet eine gewisse Anziehung

ausübt, so übt er auf denselben 2, oder 3 mal weiter entfernten

(kleinen) Magnet eine 4 oder 9 mal kleinere Anziehung aus. Die

magnetische Anziehung scheint bei einigermaßen großer Entfernung

verschwunden zu sein, d. h. sie ist mit unseren Apparaten nicht mehr

nachweisbar.

#Die magnetische Anziehung wird nicht geschwächt durch

Dazwischenschieben anderer Körper, die nicht selbst magnetisch werden.#

Deshalb darf die Magnetnadel des Kompasses von der Kapsel ganz

umschlossen sein. Das Dazwischenschieben eines Körpers, der selbst

magnetisch wird, hat dagegen einen wesentlichen Einfluß auf die

Fernewirkung, da nun nicht bloß der Magnetismus des Poles, sondern auch

noch die Magnetismen der influenzierten Pole auf den Magnet wirken. Eine

Taschenuhr wird in der Nähe kräftiger Magnete magnetisch in ihren

Stahlteilen und dadurch am gleichmäßigen Gange verhindert. Umgibt man

die Taschenuhr mit einem Gehäuse aus Eisenblech, so bleibt sie

unmagnetisch, denn die Wirkung des Magnetpoles und die der

influenzierten Pole des Gehäuses heben sich auf.

Sechster Abschnitt.

Reibungselektrizität.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 92 / 340 题