[Abbildung: Fig. 98.]
Der ^Kondensator^. Auf die eine Seite des Kolbens drückt der Dampf vom
Kessel her, während auf der andern Seite der Dampf mit der freien Luft
in Verbindung steht, also ausströmt und nur eine Spannkraft von 1 Atm.
(besser ca. 1¼ Atm. wegen der Reibung) hat. #Um den Druck des Abdampfes
vermindert sich der wirksame Druck des Dampfes.# Um diesen schädlichen
Druck des ^Abdampfes^ wegzuschaffen und damit den Druck des
Kesseldampfes besser auszunützen, dazu dient der ^Kondensator^. Er ist
ein ziemlich geräumiger Behälter ~D~ aus Kesselblech, in welchen durch
eine Röhre ~A~ der Abdampf eingeleitet wird. Ferner führt in ihn eine
Röhre, die von einem Behälter kalten Wassers, einem Flusse, Bache u. s.
w. herkommt und mit vielen feinen Öffnungen (Brause) endigt: #durch
Einspritzen von kaltem Wasser wird der im Kondensator befindliche Dampf
abgekühlt und kondensiert und erhält dadurch eine niedrige Spannkraft;
es strömt dann vom Abdampfraume so viel Dampf in den Kondensator, bis
der Druck des Abdampfes fast gleich ist dem des Kondensators.# Das
Hinunterströmen des Dampfes geschieht ^sehr rasch^, schon während der
Kolben in der Nähe des toten Punktes steht und umgekehrt, so daß
sogleich beim Wiederbeginne und während seiner Bewegung auf der
Abdampfseite nur ein geringer Dampfdruck von ¼ bis ¹/₃ Atm. vorhanden
ist.
Zur Kondensation des Dampfes bedarf es großer Mengen Wasser; diese
werden, weil im Kondensator der Druck ein geringer ist, durch den
äußeren Luftdruck hineingetrieben. Um die Abkühlung des Dampfes noch zu
beschleunigen, steht der Kondensator in einem geräumigen Gefäß (~J~)
(Cisterne), das man stets mit frischem Wasser versieht.
Um das Wasser aus dem Kondensator zu entfernen, braucht man eine
^Saugpumpe^ (~S~), die an den Kondensator angesetzt ist und auch von der
Maschine selbst getrieben wird.