71. Der Kondensator.

[Abbildung: Fig. 98.]

Der ^Kondensator^. Auf die eine Seite des Kolbens drückt der Dampf vom

Kessel her, während auf der andern Seite der Dampf mit der freien Luft

in Verbindung steht, also ausströmt und nur eine Spannkraft von 1 Atm.

(besser ca. 1¼ Atm. wegen der Reibung) hat. #Um den Druck des Abdampfes

vermindert sich der wirksame Druck des Dampfes.# Um diesen schädlichen

Druck des ^Abdampfes^ wegzuschaffen und damit den Druck des

Kesseldampfes besser auszunützen, dazu dient der ^Kondensator^. Er ist

ein ziemlich geräumiger Behälter ~D~ aus Kesselblech, in welchen durch

eine Röhre ~A~ der Abdampf eingeleitet wird. Ferner führt in ihn eine

Röhre, die von einem Behälter kalten Wassers, einem Flusse, Bache u. s.

w. herkommt und mit vielen feinen Öffnungen (Brause) endigt: #durch

Einspritzen von kaltem Wasser wird der im Kondensator befindliche Dampf

abgekühlt und kondensiert und erhält dadurch eine niedrige Spannkraft;

es strömt dann vom Abdampfraume so viel Dampf in den Kondensator, bis

der Druck des Abdampfes fast gleich ist dem des Kondensators.# Das

Hinunterströmen des Dampfes geschieht ^sehr rasch^, schon während der

Kolben in der Nähe des toten Punktes steht und umgekehrt, so daß

sogleich beim Wiederbeginne und während seiner Bewegung auf der

Abdampfseite nur ein geringer Dampfdruck von ¼ bis ¹/₃ Atm. vorhanden

ist.

Zur Kondensation des Dampfes bedarf es großer Mengen Wasser; diese

werden, weil im Kondensator der Druck ein geringer ist, durch den

äußeren Luftdruck hineingetrieben. Um die Abkühlung des Dampfes noch zu

beschleunigen, steht der Kondensator in einem geräumigen Gefäß (~J~)

(Cisterne), das man stets mit frischem Wasser versieht.

Um das Wasser aus dem Kondensator zu entfernen, braucht man eine

^Saugpumpe^ (~S~), die an den Kondensator angesetzt ist und auch von der

Maschine selbst getrieben wird.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 74 / 340 题