Die erste Dampfmaschine wurde von ^Newcomen^ und ^Cawley^ 1705
konstruiert, und fand bald Verbreitung in Bergwerken. In einem vertikal
stehenden Cylinder befindet sich der luftdicht anschließende Kolben; er
ist durch eine Kette an einem Hebel befestigt, dessen anderer Arm durch
eine zweite Kette die Pumpenstange einer Saugpumpe trägt. Durch ein
Übergewicht wird die Gesamtbelastung auf Seite der Pumpe etwas größer
gemacht als auf Seite des Kolbens.
[Abbildung: Fig. 93.]
Wenn nun der Dampfkolben sich unten befindet, wird durch ein Rohr der
Dampf in den Cylinder geleitet; der Dampf hat einen Druck von einer
Atmosphäre, trägt also den auf dem Kolben lastenden Luftdruck, weshalb
der Pumpenkolben das Übergewicht bekommt und nach abwärts geht; hiebei
füllt sich der Dampfcylinder mit Dampf. Nun wird das Dampfzuleitungsrohr
abgesperrt, und ein anderes Rohr geöffnet, das auch unten in den
Cylinder mündet, und von einem mit kaltem Wasser gefüllten, etwas höher
stehenden Reservoir herkommt. Es spritzt dann durch die mit vielen
kleinen Löchern versehene Mündung dieses Rohres das Wasser fein zerteilt
in den Dampf und kühlt ihn ab; dadurch kondensiert er sich und bekommt
eine niedrige Spannkraft, etwa ¹/₈ Atmosphäre (51°). Auf die obere
Fläche des Kolbens drückt aber die äußere Luft mit 1 Atmosphäre, also
mit einem Überdruck von ⁷/₈ Atm.; #dieser Druck bewegt den Kolben nach
abwärts und hebt dadurch den Kolben der Pumpe# und dadurch das Wasser.
Ist der Kolben unten angelangt, so läßt man durch eine dritte kurze
Röhre das im Cylinder befindliche Wasser ablaufen, und beginnt wieder
von neuem, läßt also wieder Dampf einströmen u. s. w. Da bei diesen
Maschinen nicht der Druck des Dampfes eigentlich die Arbeit leistet,
sondern der äußere Luftdruck, so nennt man sie auch #atmosphärische
Maschinen#; ^der Dampf ermöglicht, durch seine Kondensation einen
luftleeren Raum, richtiger, einen Raum von geringem Drucke
herzustellen^.