Wenn ein Dampfkessel aus irgend einer Ursache den Druck des Dampfes
nicht mehr auszuhalten vermag, so zerspringt er, es entsteht eine
^Dampfkesselexplosion^. Ihre ^Ursachen^ sind: 1) ^Teilweise Zerstörung
des Kesselbleches durch Rost^. Man untersucht von Zeit zu Zeit die
Festigkeit des Kessels durch Wasserdruck, und sucht nach verrosteten
Stellen durch Abklopfen des Kessels mittels eines Hammers mit stumpfer
Spitze. 2) ^Zu niedriger Wasserstand^. Das Wasser soll stets höher
stehen, als das Feuer hinaufreicht (die Wasserlinie soll höher liegen
als die Feuerlinie), so daß die dem Kesselblech mitgeteilte Wärme vom
Wasser aufgenommen werden kann. Wenn aber durch schlechte
Beaufsichtigung der Wasserstand zu nieder geworden ist, so wird ein
Streifen des Kesselbleches außen erwärmt, innen aber nicht stark
abgekühlt und wird deshalb leicht glühend. 3) ^Bildung von
Kesselstein^. Zur Speisung des Kessels wird meist Brunnen- oder
Flußwasser verwendet; dies enthält stets erd- und steinartige Stoffe
aufgelöst, die bei der Verdampfung des Wassers sich ausscheiden und die
innere Wand des Kessels mit einer immer dicker werdenden Kruste, dem
^Kesselstein^, überziehen. Je nach der Beschaffenheit des Wassers ist
der Kesselstein locker, schwammig, kann leicht entfernt werden und ist
dann unschädlich. Doch ist er auch, besonders wenn das Wasser viel Kalk
aufgelöst enthält (hartes Wasser), sehr dicht, hart und festhaftend.
Dann heizt sich der Kessel schlecht, weil der Stein die Wärme langsam
leitet, und das Kesselblech wird leicht glühend, weil es mit dem Wasser
nicht mehr direkt in Berührung steht; an solchen Stellen springt dann
der Kesselstein plötzlich in großen Massen weg, das Wasser trifft auf
glühende Metallflächen, und entwickelt plötzlich Dampf von sehr hoher
Spannung, der den Kessel zersprengt, bevor das Sicherheitsventil Zeit
hatte, sich zu öffnen. ^All diese Ursachen kann man durch gehörige
Beaufsichtigung und Instandhaltung der Kessel vermeiden^.