Will man Luft in einen Raum hineinpressen, so benützt man eine
^Kompressionspumpe^, die ähnlich wie eine Evakuationspumpe eingerichtet
ist, nur werden die Hähne stets umgekehrt gestellt; zieht man den Kolben
in die Höhe, so füllt sich der Stiefel mit äußerer Luft; drückt man den
Kolben hinunter, so verbindet der Hahn den Stiefel mit dem Rezipienten,
in welchen die Luft gepreßt wird.
Man benützt komprimiertes Leuchtgas zur Beleuchtung der Eisenbahnzüge
und bei Leuchtbojen.
Eine ^Taucherglocke^ ist ein großer, glockenförmiger Kasten aus starkem
Eisenblech; sie wird mittels Ketten auf den Grund des Meeres
hinabgelassen. Durch den Druck des Wassers wird aber die Luft in der
Glocke stark zusammengepreßt, bei 10 _m_ Tiefe auf die Hälfte, bei 20
_m_ Tiefe auf ¹/₃ des Volumens. Um also die Glocke mit Luft gefüllt zu
halten, wird schon während des langsamen Herablassens vom Schiffe aus
durch Kompressionspumpen Luft in die Glocke gepreßt, so daß die
Arbeiter, am Meeresgrunde angekommen, nur in ganz seichtem Wasser
stehen. Weiteres Pumpen versorgt sie beständig mit frischer Luft, so daß
sie einige Stunden an der Arbeit bleiben können. Von dem starken Drucke
der Luft haben die Arbeiter keine weiteren Beschwerden, da sich auch in
ihren Lungen solche Luft befindet, und sich deshalb innerer und äußerer
Druck das Gleichgewicht halten.
Auf dem großen Drucke komprimierter Luft beruht auch die Wirkung des
^Schießpulvers^ und anderer Sprengstoffe (Schießbaumwolle, Dynamit). Der
Sprengstoff verwandelt sich durch die Entzündung rasch und fast
vollständig in Gas, welches, wenn es nur unter dem Drucke einer
Atmosphäre stände, einen viel größeren Raum einnehmen würde als der
Stoff, aus dem es entstanden ist. Da es aber im Momente der Entzündung
nur denselben Raum hat wie das Pulver, so ist es komprimiert, es hat
eine sehr große Expansivkraft, die durch die Verbrennungshitze noch
gesteigert wird, und treibt deshalb die Kugel aus dem Geschütze oder
sprengt den Felsen. Der Druck der Pulvergase bei groben Geschützen
beträgt 1500-2500 Atm.