38. Luftpumpe.

#Die Luftpumpe beruht auf dem Expansionsbestreben der Luft#. Sie dient

dazu, um die Luft immer mehr aus einem Gefäße zu entfernen, das Gefäß

^auszupumpen^ oder zu ^evakuieren^. Sie wurde erfunden von Otto v.

Guericke (um 1635), wobei er auch das bis dahin unbekannte

Expansionsbestreben der Luft entdeckte.

[Abbildung: Fig. 59.]

Die ^einstiefelige^ Luftpumpe: Im ^Pumpenstiefel^, einem genau

ausgedrehten Messingrohr, befindet sich ein luftdicht anschließender

^Kolben^, der durch einen Handgriff auf und ab bewegt werden kann. Der

Stiefel mündet in ein enges Metallrohr, das sich nach aufwärts biegt und

in einen eben abgeschliffenen Glasteller mündet. Auf den Glasteller kann

eine ^Glasglocke^ luftdicht aufgesetzt werden. Ganz nahe am untern Ende

des Stiefels befindet sich ein ^Hahn^, der zweifach durchbohrt ist;

durch die eine, gerade Bohrung kann der Stiefel mit dem Rezipienten

verbunden werden, durch die andere, krumme Bohrung kann entweder der

Stiefel oder bei anderer Stellung der Rezipient mit der äußeren Luft

verbunden werden.

Man stellt den Hahn so, daß der Stiefel mit dem Rezipienten verbunden

ist, und zieht den Kolben in die Höhe; dadurch wird der Luft im

Rezipienten auch noch der Raum des Stiefels dargeboten; sie dehnt sich

also auch auf diesen Raum aus, indem ein Teil der Luft des Rezipienten

in den Stiefel hinüberströmt; ^dadurch ist die Luft im Rezipienten schon

dünner geworden^. Man stellt nun den Hahn in die zweite Stellung, so daß

er den Stiefel mit der freien Luft verbindet, und drückt den Kolben

hinunter; dadurch wird die im Stiefel enthaltene Luft ^hinausgeschafft^.

Man stellt den Hahn wieder in die erste Stellung, macht dasselbe

nochmals und fährt so weiter. So oft man den Kolben in die Höhe zieht,

dehnt sich die im Rezipienten enthaltene Luft auch auf den Raum des

Stiefels aus, ^wird also wieder mehr verdünnt^. Aber da die Luft nur

dadurch herausgeht, daß sie sich ausdehnt, so kann man einen wirklich

luftleeren Raum durch die Luftpumpe nicht herstellen, sondern nur einen

luftverdünnten.

[Abbildung: Fig. 60.]

Die ^zweistiefelige Luftpumpe^ hat zwei nebeneinander stehende Stiefel;

die Kolbenstangen sind mit Zähnen versehen, in welche ein Zahnrad

beiderseits eingreift; wird dieses mittels eines Kurbelkreuzes gedreht,

so geht der eine Kolben nach abwärts, der andere nach aufwärts und

umgekehrt, wenn man das Rad nach der anderen Richtung dreht. Die Stiefel

sind unten durch eine kurze Röhre verbunden, von deren Mitte das Rohr

abzweigt, das zum Rezipienten führt. Ein dort steckender Hahn hat zwei

krumme Bohrungen, durch welche der eine Stiefel mit dem Rezipienten, der

andere mit der äußeren Luft verbunden ist; durch Drehen des Hahnes

können die Stiefel in umgekehrter Ordnung mit Rezipient und äußerer Luft

verbunden werden. ^Man kann so stets den Stiefel, dessen Kolben in die

Höhe gezogen wird, mit dem Rezipienten verbinden, so daß die Stiefel

abwechselnd den Rezipienten auspumpen^.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 40 / 340 题