#Die Luftpumpe beruht auf dem Expansionsbestreben der Luft#. Sie dient
dazu, um die Luft immer mehr aus einem Gefäße zu entfernen, das Gefäß
^auszupumpen^ oder zu ^evakuieren^. Sie wurde erfunden von Otto v.
Guericke (um 1635), wobei er auch das bis dahin unbekannte
Expansionsbestreben der Luft entdeckte.
[Abbildung: Fig. 59.]
Die ^einstiefelige^ Luftpumpe: Im ^Pumpenstiefel^, einem genau
ausgedrehten Messingrohr, befindet sich ein luftdicht anschließender
^Kolben^, der durch einen Handgriff auf und ab bewegt werden kann. Der
Stiefel mündet in ein enges Metallrohr, das sich nach aufwärts biegt und
in einen eben abgeschliffenen Glasteller mündet. Auf den Glasteller kann
eine ^Glasglocke^ luftdicht aufgesetzt werden. Ganz nahe am untern Ende
des Stiefels befindet sich ein ^Hahn^, der zweifach durchbohrt ist;
durch die eine, gerade Bohrung kann der Stiefel mit dem Rezipienten
verbunden werden, durch die andere, krumme Bohrung kann entweder der
Stiefel oder bei anderer Stellung der Rezipient mit der äußeren Luft
verbunden werden.
Man stellt den Hahn so, daß der Stiefel mit dem Rezipienten verbunden
ist, und zieht den Kolben in die Höhe; dadurch wird der Luft im
Rezipienten auch noch der Raum des Stiefels dargeboten; sie dehnt sich
also auch auf diesen Raum aus, indem ein Teil der Luft des Rezipienten
in den Stiefel hinüberströmt; ^dadurch ist die Luft im Rezipienten schon
dünner geworden^. Man stellt nun den Hahn in die zweite Stellung, so daß
er den Stiefel mit der freien Luft verbindet, und drückt den Kolben
hinunter; dadurch wird die im Stiefel enthaltene Luft ^hinausgeschafft^.
Man stellt den Hahn wieder in die erste Stellung, macht dasselbe
nochmals und fährt so weiter. So oft man den Kolben in die Höhe zieht,
dehnt sich die im Rezipienten enthaltene Luft auch auf den Raum des
Stiefels aus, ^wird also wieder mehr verdünnt^. Aber da die Luft nur
dadurch herausgeht, daß sie sich ausdehnt, so kann man einen wirklich
luftleeren Raum durch die Luftpumpe nicht herstellen, sondern nur einen
luftverdünnten.
[Abbildung: Fig. 60.]
Die ^zweistiefelige Luftpumpe^ hat zwei nebeneinander stehende Stiefel;
die Kolbenstangen sind mit Zähnen versehen, in welche ein Zahnrad
beiderseits eingreift; wird dieses mittels eines Kurbelkreuzes gedreht,
so geht der eine Kolben nach abwärts, der andere nach aufwärts und
umgekehrt, wenn man das Rad nach der anderen Richtung dreht. Die Stiefel
sind unten durch eine kurze Röhre verbunden, von deren Mitte das Rohr
abzweigt, das zum Rezipienten führt. Ein dort steckender Hahn hat zwei
krumme Bohrungen, durch welche der eine Stiefel mit dem Rezipienten, der
andere mit der äußeren Luft verbunden ist; durch Drehen des Hahnes
können die Stiefel in umgekehrter Ordnung mit Rezipient und äußerer Luft
verbunden werden. ^Man kann so stets den Stiefel, dessen Kolben in die
Höhe gezogen wird, mit dem Rezipienten verbinden, so daß die Stiefel
abwechselnd den Rezipienten auspumpen^.