Die luftförmigen Körper unterscheiden sich von den flüssigen Körpern
wesentlich durch die #sehr beträchtliche Zusammendrückbarkeit# und ein
#unbegrenztes Ausdehnungsbestreben#. Beide Eigenschaften faßt man auch
durch den Ausdruck #Elastizität# zusammen und nennt sie
#elastisch-flüssige# Körper, obwohl der Ausdruck Elastizität in etwas
anderem Sinne gemeint ist.
#Luftförmige Körper haben ein unbegrenztes Ausdehnungs- oder
Expansionsbestreben#, d. h. sie suchen sich so weit als möglich
auszudehnen; ^sie nehmen den dargebotenen Raum stets vollständig ein^.
Bringt man 1 _l_ Luft in einen 1 _cbm_ großen und luftleeren Raum, so
dehnt sie sich auf den Raum von 1 _cbm_ aus und füllt ihn vollständig
aus. Nimmt man aus einem Gefäße, das 1 _l_ Luft enthält, ½ _l_ Luft
heraus, so füllt der darin bleibende ½ _l_ dadurch, daß er sich
ausdehnt, den ganzen Raum von 1 _l_ aus; es ist also in dem Gefäße
wieder 1 _l_ Luft, die natürlich jetzt dünner ist als zuerst. Ebenso
kann man in ein Gefäß von etwa 1 _l_ Inhalt zu der schon vorhandenen
Luft noch 1 _l_ hineinpressen; denn die beiden Luftmengen pressen sich
zusammen, so daß sie miteinander nur den Raum von 1 _l_ einnehmen.
#Luftförmige Körper haben keine selbständige Gestalt, auch kein
selbständiges Volumen; sie richten sich in ihrem Volumen stets nach dem
dargebotenen Raume.#