Gott, es gäbe viele Ratsmädel und viele Gomelchen auf der Welt, dann
würden die Leute, wenn sie jung wären, mehr lustige Streiche machen, und
wenn sie alt geworden, da wäre es erst recht hübsch; da hätten sie
solche wundervolle Blumenstübchen wie Du, und alle Welt liebte sie, und
sie hätten so gemütliche Theetische, und jede Freude sähe bei ihnen
doppelt wie Freude aus, und jeder Schmerz machte sie so unbeschreiblich
rührend und liebenswert, wie er Dich macht, mein liebes, liebes
Gomelchen« -- und die Enkelin hielt sie noch immer umfaßt. In beider
Augen schimmerten Thränen, und sie setzten sich miteinander ganz
einverständlich und voller Liebe zu einander hinter die summende
Theemaschine, das Gomelchen in ihren weichen, gemütlichen Lehnstuhl. Die
Lampe leuchtete unter dem großen rosa Schirm, und die Enkelin sagte:
»Ich verstehe Dich, mein Gomelchen, das einzige, was auf Erden das Herz
ruhig und glücklich macht, ist: Gut miteinander zu sein.«
Anmerkungen zur Transkription
Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Hervorhebungen, die im
Original g e s p e r r t sind, wurden mit Unterstrichen wie _hier_
gekennzeichnet. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind,
wurden ^so^ markiert.
Die Schreibweise des Originals wurde weitgehend beibehalten. Lediglich
offensichtliche Druckfehler wurden wie hier aufgeführt korrigiert
(vorher/nachher):
[S. 5]:
... bedächtig das Wochenblatt las, rief hinaus! »Röse, ...
... bedächtig das Wochenblatt las, rief hinaus: »Röse, ...
[S. 57]:
... über der Grund ihres Wohlstandes nach, wie es ...
... über den Grund ihres Wohlstandes nach, wie es ...
[S. 239]:
... miemandem auf, es wundert sich niemand darüber. ...
... niemandem auf, es wundert sich niemand darüber. ...
[S. 247]:
... in der alle Wemut eines lebensfreudigen, sehnsüchtigen ...
... in der alle Wehmut eines lebensfreudigen, sehnsüchtigen ...
[S. 248]:
... da hat er es nie versämt, hinzugehen, so lange er ...
... da hat er es nie versäumt, hinzugehen, so lange er ...