Buchillustration nur eine sehr unvollkommene Vorstellung von der
reichen Ernte, die gerade das letzte Jahrzehnt auf diesem Gebiete
gezeitigt hat. Wäre Corinth ein Leben lang nur als Graphiker tätig
gewesen, er hinterließe ein Gesamtwerk von geradezu erstaunlicher
Großartigkeit, das schon allein dazu berechtigte, ihn als einen der
auf diesem Gebiet bahnbrechenden Meister aller Zeiten anzusprechen.
Der im Vorwort erwähnte Katalog von Schwarz, der erstmalig 1917
erschien, verzeichnet allein rund 250 Nummern, und wenn man bedenkt,
daß gerade die letzten Jahre dem Zeichner, Radierer und Buchkünstler
ununterbrochen neue Aufgaben beschert haben, daß gerade in diesen
Jahren vielleicht seine großartigsten Folgen entstanden sind, die --
wenn man schon kunstgeschichtlich vergleichen möchte -- vielleicht
nur im Werke eines Rembrandt, Callot oder Goya Gegenbeispiele
besitzen, dann muß man bescheiden vor solcher Schaffenskraft eines
Sechzigjährigen stillestehen. Das Meiste und Wichtigste, was Corinth
in diesem Lebensabschnitt geschaffen hat, ist bei Fritz Gurlitt in
Berlin erschienen, und bei dieser Gelegenheit wäre es unrecht zu
verschweigen, daß Wolfgang Gurlitt überhaupt derjenige gewesen ist,
der sich als Kunsthändler und Verleger am nachhaltigsten für unseren
Meister eingesetzt hat. Seiner Anregung ist es nicht zuletzt zu danken,
wenn heute das Werk des Künstlers in einigen der hervorragendsten
Privatsammlungen zum Teil vereinigt ist, und unter diesen dürfte
die bedeutende Galerie von Hauptwerken des Malers, fast aus allen
Perioden seines Schaffens, die der Generaldirektor ~Dr. h. c.~
Alfred Ganz in seiner schönen Villa in St. Niklausen bei Luzern, wo
Corinth im Frühjahr 1921 mehrere Wochen als Gast verweilte (um bei
der Gelegenheit auch das Porträt des Besitzers zu malen), sein eigen
nennt, wohl einzigartig dastehen. Im genannten Verlag sind auch jene
graphischen Zyklen erschienen, die vor allem die Stellung unseres
Meisters als Graphiker für alle Zeiten begründen werden. Daß eine
Künstlernatur wie Corinth eines Tages zum „Götz von Berlichingen“
kommen mußte, kann eigentlich niemanden überraschen, der die Wesensart
dieses kerndeutschen Meisters erkannt hat, der in sich schon einmal
die Tragik eines Florian Geyer empfand und auf einem seiner besten
Bilder künstlerisch gestaltet hat. Aber dieser „Götz“, dessen „Leben
und Fehden“ nach der Originalhandschrift Corinth mit 15 Lithographien
und reichem Buchschmuck illustrierte, ist fortan für jeden, der auch
die Zeit historisch zu sehen vermag, nur vorstellbar unter dem Ausdruck
der Corinthschen Kunst. Wie der Meister seinen Helden gesehen, wie
er ihm durch das vielleicht in der Verwandtschaft der Rasse ruhende
Gefühl Gestalt und Formung seines bewegten Lebensschicksals gegeben
hat, das ist so erstaunlich, wie ähnlich Goethes Frühwerk immer durch
die Höhe intuitiver Einfühlung unvergänglich bestehen wird. Diese
Art, Geschichte zu gestalten, die mehr ist als bloße Illustration
im Sinne z. B. einer leichter beschwingten Begabung, wie sie etwa
Slevogt eignet, ist von ewiger Daseinskraft getragen, und es ist
bestimmt nicht übertrieben, wenn man diesem „Götz“ eines Lovis
Corinth in der Kunstgeschichte eine Stellung prophezeit, wie sie etwa
Goyas „Tauromachie“ auf Jahrhunderte hinaus behaupten wird. Auch dem
Goetheschen „Reineke Fuchs“ ist Corinth in der gleichen Folge des
Gurlittschen „Bilderbuches“ gerecht geworden und ähnlich wie beim
„Götz“ begegnete er hier einem Stoff, der seiner Lust am Fabulieren
mächtig entgegenkam. In seinem „Martin Luther“ aber und im „Fridericus
Rex“, die ebenfalls an der gleichen Stelle erschienen sind, waren es
wieder die historischen Gestalten im Sinne einer weltgeschichtlichen
Idee, die unseren Meister tief ergreifen mußten (Abb. 134). Kraft
und Bekennertum, die hier geschichtlich personifiziert erscheinen,
trafen in Corinth auf eine wesensverwandte Note, und es ist sicher
nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß in der Folge unsere
eigene Vorstellung sehr stark von den Formungen, die der Künstler hier
seinen Gestalten gegeben hat, abhängen wird. Denn solchen Themen
hat Corinth die eigene Persönlichkeit angeglichen, die in mehr als
einer Beziehung einem Götz und Luther innerlich nahe steht. Bei der
„Anna Boleyn“ dagegen, die er mit Herbert Eulenberg ebenfalls in
dieser Folge herausgegeben hat, war es vorwiegend der überwältigende
Eindruck jenes von den Massen bewegten Kolossalfilms, der seine
Phantasie erregen mußte, die hier unmittelbar aus dem Erschauten heraus
ihren künstlerischen Niederschlag erlebt (Abb. 138). Für die gleiche
Folge hat Corinth sodann Bettina von Arnims „Der tolle Invalide“
illustriert und ein ABC entworfen, in dem sich noch einmal der dem
Künstler eingeborene Humor in voller Breite entlädt. Unter den reinen
Mappenwerken aber, die die Gurlitt-Presse ebenfalls in den letzten
Jahren herausgebracht hat, sind die Folge „Die ersten Menschen“ mit
sieben Originalradierungen und der lithographierte Zyklus „Die
Offenbarung Johannis“ -- ein Thema, das Corinth für mein Gefühl am
wenigsten glücklich gestaltet hat -- weiterhin zu nennen. Viel mehr lag
ihm als Motiv „Die Liebschaften des Zeus“ nach Ovid, das als Folge an
gleicher Stelle erschienen ist und graphisch jene Linie fortsetzt, die
dem Leser längst durch die mythologischen Szenen und Bilder des Malers
Corinth vertraut ist. An den sommerlichen Aufenthalt am Walchensee
erinnert eine Mappe des gleichen Verlages (Abb. 135) und als Dokument
seines bürgerlichen Lebens, das hier eine wundervolle künstlerische
Verklärung findet, ein Zyklus „Familie“. Ähnlich hat der Meister von
sich und seinem häuslichen Leben in einer prachtvollen radierten Folge
unter dem Titel „Bei den Corinthern“ (im Verlag von E. A. Seemann,
Leipzig) ein einzigartiges künstlerisches Bekenntnis abgelegt, das
alles bestätigt, was vordem auf diesen Seiten über Corinths Verhältnis
zu Weib und Kind zu lesen war. Der gleiche Verlag brachte auch noch
einen Zyklus von sieben farbigen Lithographien unter dem Titel „Im
Paradies“ heraus. Und ähnlich gebührt Wilhelm Hausensteins geistvollem
Buch: „Von Corinth und über Corinth“, an dieser Stelle eine besondere
Erwähnung. Daß aber Schriftsteller wie Meier-Graefe und Hausenstein,
die vor einigen Jahren noch sehr abwartend dem Werk des Meisters
gegenüberstanden, als die erste Auflage dieser Monographie längst
erschienen war, sich heute rückhaltlos zu der Größe unseres Künstlers
bekennen und die damals an dieser Stelle leidenschaftlich geforderte
Anerkennung längst durch Wort und Schrift bestätigt haben, beweist
im ganzen vielsagend genug nicht nur den so oft feststellbaren Wandel
kunstkritischen Urteils gegenüber den Dingen der Zeit, sondern gibt
auch Corinth selbst endlich den Triumph restloser Anerkennung von
seiten seiner Generation, die ihm bis auf die Höhe seines Lebens
merkwürdigerweise versagt geblieben ist.
[Illustration: Abb. 126. Odysseus im Kampfe mit den Freiern. 1913.]
[Illustration: Abb. 127. Kampf der Freier mit Odysseus. 1913.]
[Illustration: Abb. 128. Theseus und Ariadne. 1913.]
[Illustration: Abb. 129. Aus einer Bilderreihe „Ritter und Drache“.
1914.]
[Illustration: Abb. 130.
Aus einer Bilderreihe „Ritter und Drache“. 1914.]
Mit diesen Hinweisen aber ist der Reichtum graphischen Schaffens aus
dem letzten Jahrzehnt erst mehr angedeutet als erschöpft. Abbildungen,
die an dieser Stelle aus der ersten Auflage in voller Wertung ihrer
Bedeutung für die frühere Periode übernommen wurden, wollen den Weg,
den der Graphiker Corinth inzwischen genommen, mehr vorausdeutend
unterstreichen, als rein künstlerisch gegenüber so viel wichtigeren
Blättern der letzten Jahre, die nur zu einem geringen Teil neu
aufgenommen werden konnten, besonders hervorheben. Zusammenfassend aber
darf gesagt werden, daß das Kapitel, das im ganzen Corinths graphisches
Schaffen umreißt, immerfort zu den wesentlichsten Bestandteilen neuerer
Kunstgeschichte gehören wird. Auch dieses ist Bekenntnis menschlichen
Seins und Ausdruck jener Persönlichkeit, die vielleicht am reinsten den
künstlerischen Geist unserer Epoche widerspiegelt und für sich neben
wenigen der noch Lebenden oder zu früh Verstorbenen (wie etwa Paula
Modersohn) berechtigt ist, deutsches Kunstschaffen auch im europäischen
Sinne zu vertreten.
[Illustration: Abb. 131. Selbstbildnis. 1918.]
[Illustration: Abb. 132. Reiterbildnis. 1917. (Zu Seite 123.)]
[Illustration: Abb. 133. Unter dem Weihnachtsbaum. Radierung.
Verlag von Fritz Gurlitt, Berlin.]
[Illustration: Abb. 134. Martin Luther. Aus der Reihe farbiger
Lithographien.
Verlag von Fritz Gurlitt, Berlin. (Zu Seite 115.)]
In dieser Zeitspanne aber, der der Graphiker Lovis Corinth die
reichste Entfaltung seines einzigartigen Talentes dankt, hat der Maler
ähnlich eine Entwicklung genommen, die das bis dahin aufgezeichnete
und umrissene Werk seines Lebens erst zu voller Reife gebracht hat.
Wer Corinth in den letzten Jahren beobachten konnte, muß über dies
alleinstehende, vielleicht nie erlebte Wunder der Natur staunen,
die einem halb schon gebrochenen Körper noch jene Fülle unerhörter
malerischer Klänge und mehr noch die Größe bildnerischer Form entlocken
konnte, in der Corinth seine vom Lebenspuls durchtränkten Gesichte hat
gestalten können. In dem Augenblick nämlich, wo die sonst so zitternde
Hand Pinsel und Palette faßte, hatte sie die Kraft ungeschwächter
Jugend. Und wer nur halbwegs die Fülle dieser Produktion gerade in den
letzten Jahren zu übersehen vermag, muß immer wieder den Atem verhalten
vor dem einzigen Wunder, das dem Verfall körperlicher Kräfte die Summe
intuitiver und höchster künstlerischer Schaffenslust gegenüberstellt.
Ja, man darf sagen, daß alles, was an dieser Stelle mit breiten
Strichen die Zeugung dieses Lebens anschaulich zu machen versucht
hat, beinahe ein Nichts bedeutet gegenüber dem Reichtum, den erst das
letzte Jahrzehnt gezeitigt hat, das im wahren Sinne diesem einzigen
Künstlerdasein letzte Erfüllung geschenkt hat. Die ursprüngliche Kraft
reinen Porträtaufgaben gegenüber scheint zwar in dieser Lebensspanne
sichtbar zu verblassen, vielleicht weil der jetzt ganz nach innen
gekehrte Blick des Meisters überhaupt dem einzelnen Menschen gar nicht
mehr die Bedeutung zuerkennt, die er vordem noch als Objekt seiner
malerischen Schöpferfreudigkeit besessen hat, vielleicht auch, weil
Corinth der sichtbaren Natur immer weiter entrückt, die sich für ihn
fortan auf herrlichen Stilleben und grandios geschauten Landschaften zu
durchaus inneren Gesichten vergeistigt. Denn dies ist in der Tat der
geheime Sinn all der glutdurchhöhten Farbenlust, den die Werke der
letzten Epoche kennzeichnen, daß sie immer augenfälliger der wahren
Existenz göttlichen Seins zustreben und organisches Leben -- einerlei
ob Landschaft oder Stilleben -- von innen her, beinahe metaphysisch
sehen und widerspiegeln. Schaut man aber von diesen köstlichsten
Dokumenten malerisch-farbigen Seins auf die Arbeiten aus früherer Zeit
zurück, dann steht man gebannt vor der Folgerichtigkeit und inneren
Wahrhaftigkeit, die diesem unbeirrt Ringenden ein Leben lang -- und
ohne daß er wie beispielsweise Liebermann, der fast immer irgendwie
äußeren Einflüssen erlegen ist, einem Fremden geopfert hat -- den Weg
der Vollendung gewiesen haben. Diese Bilder, von denen wenigstens
einige wichtige Proben dieser Neuauflage illustrativ eingefügt werden
konnten, sind malerisch das Stärkste, das deutsche Kunst seit
mindestens zwei Menschenaltern zu vergeben hatte. Vor diesen Werken
verblassen wie von selbst alle kunstgeschichtlichen Reminiszenzen, die
vielleicht dem einen oder anderen Gemälde aus früherer Zeit gegenüber
Berechtigung hatten. Nicht einmal der Hinweis auf sonstige europäische
Produktion der Epoche (am allerwenigsten auf die französische Kunst)
ist gestattet. Sie sind rein und bar jeder Voraussetzung ebenso
typische wie grandiose und für die gesamte deutsche Kunstgeschichte als
einzige Gipfel zu wertende Werke dieses Meisters.
[Illustration: Abb. 135. Blick auf den Walchensee. Radierung. Verlag
von Fritz Gurlitt, Berlin. (Zu Seite 117.)]
[Illustration: Abb. 136. Stilleben mit blauer Vase. 1917.]
[Illustration: Abb. 137. Blumen und Obst.]
[Illustration: Abb. 138. Anna Boleyn. Lithographie. Verlag von Fritz
Gurlitt, Berlin. (Zu Seite 116.)]
[Illustration: Abb. 139. Im Harem. Radierung. Verlag von Fritz Gurlitt,
Berlin.]
Technisch sind diese Bilder das Ergebnis eines langen und vielseitigen
Künstlerlebens. Sie sind es aber auch (Abb. 114 u. fg.), die heute
nachfolgender Jugend voranleuchten und die von keinem der Jüngeren
malerisch überholt werden.
Man kann im übrigen diese Betrachtungen nicht schließen, ohne auch
noch der kleineren Tatsachen zu gedenken, die den Aufstieg dieses
Lebens rein äußerlich begleiten. Daß ein Künstler wie Corinth, der
nie der Mode die geringste Konzession gemacht und unbeirrt durch
Anerkennung oder Mißerfolg seinen Weg mit der ihm eingeborenen
Überzeugungstreue gegangen ist, in dem offiziellen Deutschland der
letzten kaiserlichen Zeit ohne jene äußeren Ehrungen geblieben ist,
die den damaligen Lieblingen in so reichem Maße zuteil geworden sind,
ist selbstverständlich. Aber die Sezession, die Jahre hindurch die
entscheidenden Werke des Künstlers auf ihren Ausstellungen gezeigt, hat
1912 ihrem alten Kampfgenossen und Führer eine große Gesamtausstellung
seiner Werke in den alten schönen Räumen am Kurfürstendamm bereitet,
und es kann gesagt werden, daß vielleicht erst durch diese Ausstellung
Corinths wirkliche Stellung im Rahmen der modernen deutschen Kunst
weiten Kreisen entscheidend nahegebracht worden ist. Als sich dann
später die Sezession in zwei Gruppen schied, ist Corinth als Führer
der eigentlichen Stammgruppe Präsident der Sezession geworden, die
ihn schon vor der Spaltung 1911 zum Führer berufen hatte. Dies
Amt bekleidet er nun schon seit Jahren, und wenn gerade diese
Sezession heute noch einen entscheidenden Faktor im Kunstleben der
Reichshauptstadt darstellt, so ist das nicht zuletzt das Verdienst
ihres Präsidenten, der beizeiten auch dem talentvollen jungen Nachwuchs
Tor und Tür geöffnet hat. In einer Zeit aber, wo man sich in
Deutschland über diese starke Persönlichkeit noch sehr im unklaren war,
hat das Ausland mehrfach das Werk des Meisters ausgezeichnet, indem es
ihm, wie auf der letzten großen Internationalen in Amsterdam, die große
goldene Medaille verlieh. Die Revolution hat dann auch die Widerstände,
die bis dahin in dem offiziellen Berlin gegen ihn bestanden, mit
einem Schlage beseitigt, und reichlich spät ist ihm endlich auch
der Professortitel verliehen worden, über den sich Corinth selbst
wie ein Kind gefreut hat, weil er die Tatsache im Sinne später aber
ausgleichender Gerechtigkeit empfand. Auch seine engere ostpreußische
Heimat hat sich inzwischen laut und freudig zu ihm bekannt und sich
ihres sechzigjährigen Sohnes erinnert, indem ihn seine Vaterstadt
Tapiau zum Ehrenbürger ernannte und die philosophische Fakultät der
Universität Königsberg ihm den ~Dr. h. c.~ verlieh.
Mag heute auch noch Corinths Ruhm auf Deutschland selbst und die
angrenzenden Länder beschränkt sein, einmal kommt der Tag, wo das
Werk des Meisters auch in den Gesichtskreis der internationalen Welt
eintritt, und dann wird man vielleicht sogar jenseits des Ozeans
erkennen, daß nicht nur das deutsche Kunstschaffen dieser Zeit, sondern
mehr noch die europäische Kunst unserer Epoche in Corinth einen ihrer
vollwertigsten Repräsentanten und Meister besessen hat.
[Illustration: Abb. 140. Der Künstler mit dem Tod. Radierung.
Verlag von Fritz Gurlitt, Berlin.]
In seltener Prophetie hat einmal vor Jahren, in der Zeit der
zweiten Münchener Epoche Corinths, der Dichterfreund Max Halbe das
Schicksal unseres Meisters vorausgesehen, indem er folgende Strophen
niederschrieb:
Dir ist bestimmt zu wandern auf Erden,
Der anderen ihr Glück soll deines nicht werden.
Sollst suchen und irren in unsteter Hast,
An reichster Tafel friedloser Gast.
Und wie du auch jagst von Westen nach Osten,
Den Jammer der Welt, du sollst ihn durchkosten,
Und wo du nur irrst in Nord und Süd,
Dein Kräutlein, dein Kräutlein nimmer wohl blüht.
Zu suchen bist du verdammt auf Erden,
Der anderen ihr Glück soll deines nicht werden,
Der anderen ihr Frieden, dir leiht er nicht Ruh’,
Ein flüchtiger Wanderer, ein +Kämpfer+ bist du.
Verzeichnis der Abbildungen.
Abb. Seite
1. Rudolf Rittner als Florian Geyer. 1908. Farbiges Titelbild
2. Studienkopf. 1879 in Königsberg entstanden 1
3. Akt aus der Löfftz-Schule. 1883 2
4. Othello. 1884 3
5. Studie vom Jahre 1887 4
6. Halbakt. Paris 1886 4
7. Komplott. 1884 5
8. Bildnis des Vaters des Künstlers. 1887 6
9. Falschspieler. 1887 7
10. Sonntagsfrieden. 1887 8
11. Der Schnapsriecher. 1889 9
12. Das Frühstück. 1890 10
13. Pietà. 1889. Im Besitze des Kaiser Friedrich-Museums
zu Magdeburg 11
14. Corinth im Atelier. Nach einem Gemälde von Carl Bublitz
aus dem Jahre 1890. Ausschnitt 12
15. Susanna im Bade. 1890 13
16. Schwimmanstalt in Königsberg. 1890 14
17. Wirtshausgarten am Pregel. 1893 15
18. Kiefer am Wasser. 1892 16
19. Diogenes, Menschen suchend. 1892 17
20. Bildnis des Freiherrn von Geyling als Georgsritter. 1893 18
21. Bildnis des Malers Walter Leistikow. 1893 19
22. Trifolium. 1895. Darmstadt, Museum 20
23. Loge „In Treue fest“. 1895. Im Besitze der Münchner Loge 21
24. Studie zur Kreuzabnahme 22
25. Kreuzabnahme. 1895 23
26. Bacchanale. 1896 24
27. Bacchantenzug. 1898 24
28. Geburt der Venus. 1896. Im Besitze des Künstlers 25
29. Herbstblumen. 1895 26
30. Graf Keyserlingk. 1896 27
31. Studie 28
32. Fleischerladen. 1897 28
33. Stallinneres. 1897 29
34. Umschlagzeichnung zu Corinths Selbstbiographie 30
35. Selbstbildnis von 1896 30
36. Die Hexen. 1897 31
37. Pfarrer Moser. 1899 32
38. Kreuzigung. 1897. In der Kirche zu Tölz 33
39. Aktstudie. 1899. Im Besitze des Museums zu Königsberg 34
40. Bildnis Max Liebermanns. 1899 35
41. Perseus und Andromeda. 1901 36
42. In der Hölle. 1901 37
43. Der Dichter Peter Hille. 1902. Im Besitze der Bremer
Kunsthalle 38
44. Familienbild. 1902 39
45. Frauenräuber. Radierung. 1911 40
46. Salome. Um 1899. Farbiges Einschaltbild zw. 40/41
47. Auf der Redoute. 1898 41
48. Die Gattin des Künstlers. 1902. Im Besitze des Künstlers 42
49. Bildnis der Gattin des Künstlers. 1902. Im Besitze des
Künstlers 43
50. Selbstbildnis. 1903 44
51. Gertrud Eysoldt in Wildes „Salome“. 1903 45
52. Fluch auf Saul. 1902 46
53. Gerhart Hauptmann. 1904 47
54. Odysseus im Kampfe mit dem Bettler. 1903. Farbiges
Einschaltbild zw. 48/49
55. Figurine zu Minna von Barnhelm. 1903 50
56. Blühender Garten. 1904 51
57. Tanzender Derwisch. 1904. Im Besitze der Frau von Nibelschütz 52
58. Der Harem. 1904. In Leipziger Privatbesitz 53
59. Die Weiber von Weinsberg. 1892/93. Aus den „Tragikomödien“ 54
60. Maria Antoinette. 1892/93. Aus den „Tragikomödien“ 55
61. Joseph vor Pharao. 1892/93. Aus den „Tragikomödien“ 56
62. Bildnis des Pianisten Conrad Ansorge. 1904. Im Besitze der
Sezessionsgalerie in München. Farb. Einschaltbild zw. 56/57
63. Grölender Bacchant. 1905 57
64. Mutter und Kind. 1905 58
65. Bildnis des Malers Hans Olde. 1904 59
66. Hände mit Blumen. 1907 60
67. Des Künstlers Gattin mit Kätzchen. 1904 60
68. Unter dem Kronleuchter. 1905 61
69. Im Fleischerladen. 1906 62
70. Hektor. 1905 63
71. Die Kindheit des Zeus. 1905 64
72. Venus und Mars. 1906 65
73. Eisbahn. 1907. Im Besitze der Galerie Arnold, Dresden 66
74. Kreuzabnahme. 1906. Im Besitze des Museums zu Leipzig 67
75. Selbstbildnis. 1907. Im Besitze der Kunsthalle zu Mannheim 68
76. Fächer mit der Darstellung der tanzenden Salome. 1906 69
77. Die Blendung Simsons. 1907 70
78. Martyrium. 1907. Im Besitze des Künstlers 71
79. Blick auf die Elbe bei Altona. Im Besitze der Kunsthalle
zu Hamburg. Farb. Einschaltbild zw. 72/73
80. Das Urteil des Paris. 1907. Im Besitze der Sammlung
Rothermundt, Dresden 74
81. Paul Baum. 1908 75
82. Deutsche Eiche. 1908 76
83. Die Familie des Künstlers. 1909. Im Besitze des
Kestner-Museums zu Hannover 77
84. Stilleben mit Porzellanfigur. 1912 78
85. Die Versuchung des heiligen Antonius. 1908 79
86. Der Apostel Paulus. Flügelbildnis vom Altargemälde
„Golgatha“. In der Kirche von Tapiau. Farbiges
Einschaltbild zw. 80/81
87. Tilla Durieux als spanische Tänzerin. 1908 82
88. Bildnis des Schriftstellers Kerr. 1907. Im Besitze des
Künstlers 83
89. Kreuztragung. 1909. Im Besitze des Künstlers 84
90. Golgatha. Altargemälde. In der Kirche zu Tapiau 85
91. Studie zur Kreuztragung 86
92. Federzeichnung nach einer Frauenhand 87
93. Mutter und Kind. Radierung 87
94. Susanna im Bade. 1909 88
95. Gott Bacchus. 1909. Im Besitze des Museums zu Königsberg 89
96. Bildnis des Anatomen Edinger. 1909 90
97. Totenklage. 1908. Im Kestner-Museum zu Hannover 91
98. Pferdestall 92
99. Reiter. 1911 93
100. ~Donna gravida.~ 1909 94
101. Der Fahnenträger. 1911 95
102. Der Sieger. 1910. Farbiges Einschaltbild zw. 96/97
103. Bildnis des Professors Ed. Meyer. 1911. Im Besitze der
Hamburger Kunsthalle 98
104. Aus Hagenbecks Tierpark 99
105. Stilleben mit Figur. 1911 100
106. Stilleben. 1911 101
107. In der Schmiede des Vulkan. 1910 102
108. Die Waffen des Mars. 1910 103
109. Photographische Aufnahme des Künstlers von H. Boll,
Berlin. 1911 104
110. Der heilige Michael 105
111. Der Wasserfall. 1911 106
112. Skizze zum Gemälde „Das Paradies“. 1912 107
113. Das Paradies. 1912 107
114. Venus mit Spiegel und Amor. 1915 108
115. Bacchantin. 1913 109
116. Orientalischer Teppichhändler 110
117. Bildnis des Malers R. Sieger. 1912 111
118. Aus dem Hohen Lied. Lithographie 112
119. Schlußstück aus dem Hohen Lied.
Lithographie 112
120. Rosen. 1911. Farbiges Einschaltbild zw. 112/113
121. Aus dem Buch Judith. 1911. Lithographie 113
122. Lithographie. 1912 114
123. Skizze 114
124. Meeresstimmung. 1912 115
125. Auf der Veranda in Bordighera. 1912 115
126. Odysseus im Kampfe mit den Freiern. 1913 116
127. Kampf der Freier mit Odysseus. 1913 116
128. Theseus und Ariadne. 1913 117
129. Aus einer Bilderreihe „Ritter und Drache“. 1914 118
130. Aus einer Bilderreihe „Ritter und Drache“. 1914 118
131. Selbstbildnis. 1918 119
132. Reiterbildnis. 1917 119
133. Unter dem Weihnachtsbaum. Radierung 120
134. Martin Luther. Aus der Reihe farbiger Lithographien 120
135. Blick auf den Walchensee. Radierung 121
136. Stilleben mit blauer Vase. 1917 122
137. Blumen und Obst 122
138. Anna Boleyn. Lithographie 123
139. Im Harem. Radierung 124
140. Der Künstler mit dem Tod. Radierung 125