Das Mädchen fuhr fort, ihn unbekümmert anzustarren.
Der ganz verwirrte Kanti raffte seinen Mut noch einmal zusammen und
erkundigte sich teilnahmsvoll nach der verwundeten Taube, aber es half ihm
nichts. Das zunehmende Gelächter im Zimmer zeigte, daß irgend etwas bei der
Sache sehr komisch war.
Endlich erfuhr Kanti, daß das Mädchen taubstumm und die Gefährtin aller
Tiere im Dorfe sei. Es war nur Zufall gewesen, als sie sich damals bei dem
Ruf Sudha erhoben hatte.
Jetzt traf es Kanti zum zweitenmal wie ein Schlag. Der dunkle Vorhang
zerriß, der sich vor seine Augen gesenkt hatte. Mit einem aus tiefster
Seele kommenden Seufzer der Erleichterung, wie aus einer furchtbaren Gefahr
befreit, blickte er noch einmal in das Antlitz seiner Braut. Dann kam in
Wahrheit die glückverheißende Schau. Das Licht, das aus seinem Herzen und
von den hell leuchtenden Lampen strahlte, fiel auf ihr liebliches Antlitz,
und er sah es in seinem wahren Glanz und wußte, daß Nabins Segen sich
erfüllen würde.