Die Leute im Dorf waren erstaunt, daß Dschagannath sich plötzlich so viel
aus dem fremden Jungen machte. Sie waren sicher, daß das Ende des Alten
nahe sei, und sie empfanden es schmerzlich, daß er sein ganzes Eigentum
diesem hergelaufenen Schlingel vermachen würde. Wütend vor Neid hätten sie
dem Knaben gern ein Leid angetan, aber der Alte hütete ihn wie seinen
Augapfel.
Mitunter drohte der Junge, er wolle fortgehen, und dann suchte der Alte ihn
mit dem Versprechen zu locken, er wolle ihm sein ganzes Eigentum
hinterlassen. So klein der Knabe auch noch war, so verstand er doch schon
vollkommen die Größe dieses Versprechens.
Nun begannen die Dorfbewohner nach dem Vater des Knaben zu forschen. Das
Herz schmolz ihnen vor Mitleid mit den geängstigten Eltern, und sie
erklärten, der Sohn müsse ein ganz gottloser Bube sein, daß er ihnen solch
Leid zufügte. Sie häuften Schmähungen auf sein Haupt, aber die Wut, mit
der sie es taten, verriet eher Neid als Gerechtigkeitssinn.
Eines Tages hörte der alte Mann von einem Wanderer, daß ein gewisser
Damodar Pal seinen verlorenen Sohn suche und jetzt eben in diese Gegend
komme. Als Nitai dies hörte, wurde er sehr unruhig; er wollte Reichtum
Reichtum sein lassen und davonlaufen. Dschagannath beruhigte ihn: »Ich will
dich verstecken, wo niemand dich finden kann, selbst die Leute im Dorfe
nicht«, sagte er.
Dies reizte die Neugier des Knaben, und er fragte: »O, wo denn? Zeig mir
schnell den Platz!«
»Wenn ich ihn dir jetzt zeige, merken es die Leute. Warte, bis es Nacht
ist«, sagte Dschagannath.
Die Aussicht auf das geheimnisvolle Versteck entzückte den Knaben. Er malte
sich aus, wie er, sobald sein Vater ohne ihn fortgegangen sein würde, mit
seinen Kameraden Verstecken spielen und eine Wette machen wollte. Niemand
würde ihn finden können. Wäre das nicht ein Spaß? Und daß auch sein Vater
das ganze Dorf durchsuchen würde, ohne ihn zu finden -- welch ein
Hauptspaß!
Am Mittag schloß Dschagannath den Knaben in seinem Hause ein und verschwand
auf einige Zeit. Als er wieder zurückkam, plagte ihn Nitai mit Fragen.