Angriffe der Gegner gegen die bulgarische Front in Mazedonien während der
letzten Sommermonate 1917 hatten die Lage auf diesem Kriegsschauplatz
nicht zu verändern vermocht. Sarrail verfolgte anscheinend mit diesen
Unternehmungen keine größeren Ziele. Er zeigte im Gegenteil eine
merkwürdige Zurückhaltung, die auf ein nahezu völliges Brachlegen seiner
Kräfte für die Gesamtlage hinauslief.
Mit zunehmender Sorge sah Bulgarien in dieser Zeit auf die griechische
Mobilmachung. Die Nachrichten, die wir selbst aus Griechenland erhielten,
ließen es zweifelhaft erscheinen, ob es Venizelos gelingen würde,
kampfbrauchbare Truppenverbände zu schaffen. Selbst die sogenannten
venizelistischen Divisionen bildeten lange Zeit nichts anderes als
teilnahmslose Statistengruppen, die sich auf dem mazedonischen
Kriegstheater weit lieber in Heldenrollen wie im Heldenkampfe bewegten.
Der eigentliche und gesunde Kern des Griechenvolkes lehnte dauernd die
Beteiligung an einer innerstaatlichen Politik offenen Treubruches ab. Die
bulgarischen Sorgen beruhten vielleicht auf einer Nachwirkung der
Ereignisse des Jahres 1913.