Abschied von der achten Armee

Anfangs September hatten wir aus dem österreichisch-ungarischen

Hauptquartier gehört, daß die Armeen bei Lemberg durch starke russische

Überlegenheiten sehr gefährdet wären, und daß ein weiteres Vorgehen der

k. u. k. 1. und 4. Armee eingestellt sei.

Seit dieser Zeit verfolgten wir gespannt die dortigen Vorgänge und hörten

noch mehr und noch Schlimmeres. Den Zusammenhang der Ereignisse erklären

am besten nachstehende Telegramme:

Von uns an die Oberste Heeresleitung am 10. September 1914:

„Erscheint mir fraglich, ob Rennenkampf entscheidend geschlagen werden

kann, da Russen heute frühzeitig Rückmarsch angetreten haben. Für

Weiterführung der Operationen kommt Versammlung einer Armee in Schlesien

in Frage. Können wir auf weitere Verstärkungen aus Westen rechnen? Hier

können zwei Armeekorps abgegeben werden.“

Das war am 10. September, also an dem Tage, an dem Rennenkampf

überraschend für uns nach Osten seinen Rückzug begann.

Von der Obersten Heeresleitung an uns am 13. September 1914:

„Baldigst zwei Armeekorps freimachen und bereitstellen für Abtransport

nach Krakau!“ ...

Krakau? Merkwürdig! So meinen wir und sprechen noch einiges mehr darüber.

Stutzig geworden drahten wir daher folgendes an die Oberste Heeresleitung:

Aus meinem Leben(#30695) · 第 23 / 118 题