.... die Ansicht, daß Preußens... Anschluß am trilateralen Vertrag
gewiß den von Österreich nach sich gezogen haben würde. Wenn Sie sich
gnädigst erinnern, zu welcher Zeit Ihnen der Kaiser diesen Antrag und
die Aufforderung demgemäß auf Preußen zu wirken machte, so werden Sie
finden, daß dies der Moment war, wo die Einigkeit der drei Verbündeten
auf dem Culminations-Punkt war, Anfang Februar, und es damals also
wohl sehr begreiflich war, daß der Kaiser diesen Moment benutzt
wünschte, um Preußen und Österreich sich anschließen zu sehen. Aus
dieser Zeit-Zusammenstellung glaube ich, dürfte folgen, daß der Kaiser
Preußens Interesse nicht verkannte.
Preußen wünschte das gemeinsame Handeln der Mächte der großen Alliance;
in jenem Moment war die größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß eine
solche Vereinigung möglich sei. Jetzt ist es ganz anders.
Es ist dem Kaiser leid..., daß Preußen[31] gar nicht mehr an die
Möglichkeit glaubt, auf Österreich wirken zu können, in einem
Augenblicke, wie gesagt, wo dieses selbst ernst anfängt zu reden und
daß Preußen ein solches Zureden für unnütz hält, weil es nicht auf
eine Macht einwirken zu können glaubt, die mit dem Oriente selbst
grenzt, während Preußen doch vollkommen damit einverstanden ist, daß
die Sachen sich im Oriente ändern müssen und dieserhalb mit Österreich
ganz divergierte, es also nicht aufhören müsse, es von seiner Ansicht
überzeugen zu wollen. Das feste Halten Preußens an Österreich trotz
der völlig divergierenden Ansicht im Prinzip begriff der Kaiser zwar
bisher, wegen des Scheines der großen Alliance; jetzt aber, wo sich
die Verhältnisse anfangen anders zu gestalten, würde es dem Kaiser
sehr wehe tun, wenn Sie sich zu denen halten wollten, mit denen Sie im
Prinzip nicht einverstanden sind, während Sie die aufgeben, mit denen
Sie übereinstimmend im Prinzipe sind...
[Illustration: Prinzessin Augusta