der Nähe von Breslau« an. Ich glaube dem Verfasser ist es nicht
leicht geworden, diese »Nähe von Breslau« scharf zu umgrenzen. Die
nächsten Auflagen des Buches werden wohl diesen Abschnitt noch etwas
ausgestalten, oder es wird vielleicht noch besser ein zweites Bändchen
erscheinen, das alle die architektonischen Schönheiten der _Umgebung_
Breslaus zusammenfassend behandelt. Ich glaube, daß auch diesem
Bändchen ein guter Erfolg beschieden sein dürfte, wie er dem Buch »Die
Baukunst Breslaus« zweifellos sicher ist.
H. G. E.
Kirchgemeindeblätter
Seit einigen Jahren hat sich in unserer Heimat die schöne Gepflogenheit
herangebildet, daß die Kirchgemeinden ihren Mitgliedern monatliche
Mitteilungen zugehen lassen. Der Wert dieser, meist vom Ortspfarrer
herausgegebenen Hefte, ist vom kirchlichen wie vom heimatlichen
Gesichtspunkt aus nicht gering zu veranschlagen. Hier bietet sich
für den Herausgeber und seine Mitarbeiter treffliche Gelegenheit, in
seelsorgerischer, aber auch in heimatlicher Hinsicht auf die Leser zu
wirken. Durch solch ein Blatt kann ganz besonders Heimatfreude und
Heimatliebe geweckt und zur Blüte gebracht werden. Eine Freude ist es,
in diesem Sinne das Monatsheft der Nicolaigemeinde zu Freiberg, das
uns gerade vorliegt, zu betrachten. Hier ist es recht erfaßt, wie ein
derartiges Kirchenblatt zusammengestellt sein soll. Der Hauptaufsatz,
von echtem christlichen Geiste getragen, läßt noch Raum genug für
Schilderungen aus der Vergangenheit des Kirchspiels, für fesselnde
Auszüge aus alten Kirchenregistern und Erinnerungen mancherlei Art
aus der Feder alter Stadtkinder. Prächtige Wiedergaben von Stadt und
Kirchenansichten heimischer Meister geben dem Blatt ein festlich
frohes Gepräge, und die Rubrik »Zur Gemeindechronik«, in der die
Gegenwartsgeschichte des Kirchspiels behandelt wird, ist wohl geeignet,
späterer Lokalgeschichtsforschung als Quelle zu dienen.
Wir wünschen dem schönen Blatt und seinen Geschwistern im Lande auf und
ab ein fröhlich Gedeihen!
G. P.
Voranzeige
Im Oktober d. J. erscheint in unserem eigenen Verlag die
zusammenfassende Steinkreuzveröffentlichung von Sachsen von Dr. G. A.
Kuhfahl, Dresden. 238 Seiten mit 128 Abbildungen, Subskriptionspreis
bis Ende 1927 RM 6.—, dann RM 9.—, hart gebunden.
Wer aufmerksam durch Feld und Wald, auf Landstraßen und Wiesenpfaden,
durch Dörfer und Gehöfte wanderte, wird nahe oder abseits schon
verwitterte Steinkreuze bemerkt haben, die an sich schon grob zugehauen
und mit eingemeißelten Figuren (Waffen, Kreuz, Stab, Rad, ländlichem
Gerät) in ungelenker Manier versehen sind. Wie mancher geht achtlos
vorüber und denkt nicht daran, daß man es hier mit Denkmälern längst
versunkener Jahrhunderte zu tun hat, an die sich zuweilen wie durch
Überlieferung von Geschlecht zu Geschlecht Geschichten und Sagen
knüpfen. Direktor Dr. G. A. Kuhfahl hat sich ein großes Verdienst um
die Erforschung dieses Heimatschutzgebietes erworben, indem er obiges
stattliches Buch unter dem Titel: »Die alten Steinkreuze im Freistaat
Sachsen« mit Unterstützung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
in dessen Verlage herausgegeben hat, das einen erschöpfenden Überblick
über die Kreuze Sachsens, eine genaue Schilderung der Arten nach
Gestein, Form und Schmuck, Geschichtliches und Geographisches, sowie
Untersuchungen im Hinblick auf alle einschlägigen Verhältnisse gibt.
Man liest das Buch mit wachsender Teilnahme, fühlt auf jeder Seite
die volle Hingabe des Verfassers an seinen Stoff. Mit Wohlgefallen
läßt man das Auge auf den herrlichen Bildern ruhen, die den Künstler
verraten, und um dieser künstlerischen Gestaltung willen eine wertvolle
Beigabe sind. Die wiederholten Veröffentlichungen Dr. Kuhfahls
haben den Sinn für diese uralten Denkmäler unseres Heimatlandes
wachgerufen und zweifellos zur Erhaltung dieser ältesten Denkmäler
beigetragen. Allüberall sieht man diese kleinen unbeholfenen und
dabei doch so charakteristischen Kreuze unter der Obhut der Gemeinde,
der Kirchenvorstände an der Straße, im Felde, am Baum, in der Mauer
oder sonstwo stehen und nur selten hört man noch, daß irgendeins aus
Unverstand vergraben oder beseitigt wird. Durch die Vertiefung des
Heimatschutzgedankens im Volke ist die Erhaltung dieser ältesten
Denkmäler Sachsens gesichert und das vorliegende Buch wird weiter
dazu beitragen; soll aber auch anregen, etwa noch unbekannte solche
Steinkreuze dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz oder Herrn
Direktor Dr. Kuhfahl zu melden, damit auch nach ihrer Geschichte
geforscht werden kann und diese auch in einem Nachtrage zu dem
vorliegenden prächtigen Werk veröffentlicht werden können.
Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt –
Druck: Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden
Photographische Platten »Perutz« –
Photographische Aufnahmen: Max Nowak – Auflage 50000
Dresdner Heimatschutz-Vorträge
abends 8 Uhr Vereinshaus
Vortragsfolge:
=Sonnabend, den 8. Oktober 1927=: Franziskus Nagler mit
Leisniger Kindern: »’s Klinghäus’l«, ein heimatfrohes,
volkstümliches Spiel mit Gesang.
=Freitag, den 14. Oktober 1927=: Lichtbildervortrag: »Der
Dresdner Zwinger und seine Wiederherstellung.« Baurat Dr.
Ermisch, Dresden.
=Donnerstag, den 20. Oktober 1927=: Lichtbildervortrag. »Das
deutsche Dach, ein Beitrag zur Architektur der Neuzeit.«
Professor Dr. Paul Schultze-Naumburg, Saaleck b. Kösen.
=Freitag, den 28. Oktober 1927=: Filmvortrag mit Orchester:
»Schaffendes Volk – Fröhliches Volk« (neu bearbeitet).
Hofrat Professor O. Seyffert, Dresden.
=Donnerstag, den 3. November 1927=: Volksliederabend:
Kammersänger Dr. Waldemar Staegemann, Dresden. Am
Blüthnerfügel: Rolf Schroeder, Dresden.
=Eintrittskarten= – nur für Mitglieder – zu =3.50 RM=, gültig für alle
5 Abende, im =Heimatschutz, Dresden-A.=, Schießgasse 24
Besucht unser
_Oskar-Seyffert-Museum_
Landesmuseum für Sächsische Volkskunst
Dresden-N., Asterstraße
(beim Zirkus)
Geöffnet:
Wochentags von 9–2 Uhr
außerdem Mittwochs und Sonnabends nachm. von 4–6 Uhr
Sonntags von 11–1 Uhr
Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-N.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
Unterschiedliche Schreibweisen, insbesondere bei Eigennamen,
wurden wie im Original beibehalten. Die Darstellung der
Ellipsen wurde vereinheitlicht.