IN meiner ersten Blüt’, Im Frühling zarter Tage,
Hat mich der grimme Tod verweiset, und die Nacht
Der Traurigkeit umhüllt, mich hat die herbe Macht
Der Seuchen ausgezehrt. Ich schmacht in steter Plage.
Ich theilte meine Zeit, in Seuffzer, Noth und Klage,
Die Mittel, die ich offt für feste Pfeiler acht,
Die haben (leider!) all’ erzittert und gekracht,
Ich trage nur allein den Jammer, den ich trage.
Doch nein! der treue GOtt beut mir noch Aug und Hand, 20
Sein Hertz ist gegen mir mit Vater Treu entbrand,
Er ists, der iederzeit vor mich, sein Kind muss sorgen.
Wenn man kein Mittel find, sieht man sein Wunderwerck,
Wenn unsre Krafft vergeht beweisst er seine Stärck,
Man schau’t ihn, wenn man meint, er habe sich verborgen.
3.