O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen,
Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen!
Ihr seyd entgangen
Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 20
Muss man hie doch wie im Kerker leben,
Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;
Was wir hie kennen,
Ist nur Müh’ und Herzeleid zu nennen.
Ihr hergegen ruht in eurer Kammer,
Sicher und befreit von allem Jammer:
Kein Kreuz und Leiden
Ist euch hinderlich in Euren Freuden.
Christus wäschet ab euch alle Thränen;
Habt das schon, wornach wir uns erst sehnen: 30
Euch wird gesungen,
Was durch Keines Ohr allhie gedrungen.
Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben
Und den Himmel für die Welt ererben?
Wer wollt’ hie bleiben,
Sich den Jammer länger lassen treiben?
Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen,
Lös’ uns auf, und führ’ uns bald von dannen!
Bei dir, o Sonne,
Ist der frommen Seelen Freud’ und Wonne.
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