HASEL.

Es wolt ein mägdlein tanzen gen,

sucht rosen auf der heide,

was fand sie da am wege sten?

eine hasel, die war grüne.

‘Nun grüss dich gott, frau Haselin!

von was bist du so grüne?’

‘nun grüss dich gott, feins mägdelein!

von was bist du so schöne?’

‘Von was dass ich so schöne bin,

das kan ich dir wol sagen:

ich iss weiss brot, trink külen wein,

davon bin ich so schöne.’

‘Isst du weiss brot, trinkst külen wein

und bist davon so schöne: 10

auf mich so fällt der küle tau,

davon bin ich so grüne.’

‘Hüt dich, hüt dich, frau Haselin,

und tu dich wol umschauen!

ich hab daheim zwen brüder stolz,

die wollen dich abhauen.’

‘Und haun sie mich im winter ab,

im sommer grün ich wider;

verliert ein mägdlein iren kranz,

den findt sie nie mer wider.’ 20

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The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2) · 第 137 / 276 题