Roman aus dem Anfang des vierzehnten Jahrhunderts; und gerade dieses
Werk bietet ganz besondere Reize. Als gründlicher Kenner seiner Heimat,
des Harzes, war er wohl der berufenste Übermittler seiner Geschichte.
In den prächtigen Untergrund des an Naturschönheiten reichen Harzgaus
hat er markige Gestalten gestellt, charakteristische Figuren, bei
denen auch der Humor nicht zu kurz kommt, und einen Liebesroman in die
Erzählung verwebt, der sich in scharfen Konflikten bewegt. Die Sprache
ist stellenweise hoch poetisch, durchgehend aber fesselnd.
Der Sülfmeister.
Eine alte Stadtgeschichte. Jul. Wolff hat für diesen Roman, der
in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts spielt, als Schauplatz
der Handlung die alte ehrwürdige Stadt Lüneburg ausersehen, in der
ein heftiger Kampf der Bürgerschaft und der Prälaten gegen den Rat
entbrannte wegen der vom Rat unrechtmäßig einbehaltenen Einkünfte aus
der berühmten Salzquelle, die er zur Deckung unbedacht entstandener
Schulden verwenden wollte. Der Böttchermeister Gotthold Henneberg,
genannt der Sülfmeister, steht im Mittelpunkt der Handlung, eine
historisch verbürgte, charakterfeste Gestalt; das Leben in seinem
Hause und in seiner Familie, wie auch dasjenige anderer Handwerker,
mit ihren Sitten und Gebräuchen nimmt breiten Raum ein, Schilderungen
der herrlichen Lüneburger Heide und der hochinteressanten Stadt mit
ihren alten Baulichkeiten sind besonders liebevoll dargestellt.
Alfred Buhemann schreibt in seiner Besprechung: »Der Sülfmeister ist
eine kulturhistorische Dichtung ersten Ranges insofern, als sie das
mittelalterliche Treiben der Zünfte und Handwerker selbst bis ins
kleinste mit fast photographischer Form abspiegelt.«
Der Sachsenspiegel.
Eine Geschichte aus der Hohenstaufenzeit. In diesem hat Julius Wolff
wiederum den heimatlichen Boden betreten und damit einen seiner besten
Romane getroffen in mustergültiger Sprache. Es handelt sich um das
berühmte Gesetzbuch, das im dreizehnten Jahrhundert vor Ritter Eyke
von Bey auf Schloß Falkenstein niedergeschrieben wurde, von dem noch
heute Spuren im BGB. vorhanden sind. Die Personen sind zum größten
Teile historisch und urkundlich beglaubigt. Die Anfeindungen, die das
hochbedeutende Gesetzbuch von seiten des Klerus zu bestehen hatte,
und eine tiefeingreifende Liebesgeschichte, die zu dramatischen
Verwicklungen führt, bilden die Haupthandlung, der jedoch auch heitere
Szenen beigegeben sind.
Das Recht der Hagestolze.
Eine Heiratsgeschichte, ist durchweg heiteren Inhalts. Das romantische
Neckartal, am Ende des vierzehnten Jahrhunderts zur Zeit der
unausgesetzten Fehden, ist der Schauplatz dieses Romanes. Ein seltsamer
Abschnitt des deutschen Erbrechts jener Zeit, genannt das Recht der
Hagestolze, gibt das Motiv zu dieser lustigen Geschichte. Mitgliedern
der Rittergeschlechter, die auf den zahlreichen Burgen dort hausten,
deren berühmtestes der Landschaden von Steinach war, und der stolzen
Herrin der schön gelegenen Minenburg bei Neckargartach, sind die
Hauptrollen der Heiratsgeschichte zugeteilt, die sich durch anmutige
heitere Episoden auszeichnet.
Die Hohkönigsburg.
Eine Fehdegeschichte versetzt uns in den sagenumwobenen Wasgau mit
seien Wäldern und Burgen. Der wechselvolle Gang einer ritterlichen
Fehde um den Besitz der Hohkönigsburg, der größten gewaltigen Burg
im Elsaß, spielt zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, als das
alte Hohenstaufenschloß nach seiner Zerstörung wieder herrlich
aufgebaut war und Gegenstand erbitterten Streites zwischen den
mächtigsten Adelsgeschlechtern wurde. Eine anmutige Liebesgeschichte,
mannigfaltige Abenteuer spielen hinein, ein Pfeifertag wie er damals
in der Gegend alle Jahre gefeiert wurde, mit seiner Festfeier,
Trinkgelage und Gerichtssitzung, bildet das farbenbunte und fröhliche
Mittelstück, wie den Angelpunkt der Handlung. Karl Frenzel sagt davon
in der Nationalzeitung: »Das alles weiß Julius Wolff mit frischer
Anschaulichkeit und anmutendem Humor zu schildern und in seine Fabel
geschickt mit dem Zuständlichen zu verbinden.«
Das schwarze Weib.
Roman aus der Zeit des Bauernkrieges. Wieder ist es ein markantes
Bild aus der deutschen Vergangenheit, das Julius Wolff in bekannter
Meisterschaft vorführt. Die Schicksale einer heldenmütigen
Freiheitskämpferin, deren Leben wenig bekannt, doch urkundlich
nachweisbar ist und der die Geschichte den wohlverdienten Lorbeer
versagt hat. Sie schließt sich denen an, die äußerlich ihresgleichen
sind, um ihren ganzen Haß an den herzlosen Bedrückern des Volkes
auszulassen. Sie wird mit Florian Geyer die Seele des Bundschuh.
Die abenteuerlichen Erlebnisse und die seelischen Kämpfe der Heldin
bilden den Hauptinhalt des Romans, der in großen Zügen und fesselnden
Schilderungen ein eingerahmtes Bild von der furchtbaren Revolution des
sechzehnten Jahrhunderts entrollt.
Das Wildfangrecht.
Eine pfälzische Geschichte. Ein altes Regal des Kaisers, schon unter
König Wenzel erwähnt, gibt Julius Wolff das Motiv zu seiner sich im
siebzehnten Jahrhundert im Städtchen Wachenheim begebenden Geschichte.
Das Wildfangrecht hat einst zu ernsten Streitigkeiten zwischen dem
Pfalzgrafen Carl Ludwig bei Rhein und seinen Nachbarn geführt,
namentlich dem Erzbischof von Mainz, und es vermochte die davon
Betroffenen in die bösesten Situationen bringen. Von Sonnenschein und
Weinduft umhaucht bilden Liebesleid und Liebesglück den Inhalt der
lebendigen, auf dem Hintergrunde des pfälzischen Winzerlebens sich
abspielenden Geschichte. Sie gewährt uns Einblick in das häusliche
Leben der Wachenheimer und die mühevolle und dabei fröhliche Arbeit der
Winzer, in das vergnügte Treiben in den Spinnstuben; alle Gestalten
treten plastisch in die Erscheinung. Prof. Dr. Fritze schreibt darüber
in der Weserzeitung: »Diese neueste Schöpfung stellt der Frische des
dreiundsiebzigjährigen Verfassers ein rühmliches Zeugnis aus und
erweckt die erfreulichen Hoffnungen auf weitere Gaben seiner als
unerschöpflich erscheinenden dichterischen Gestaltungskraft.«
Zweifel der Liebe.
Roman aus der Gegenwart. Im vorliegenden Roman verläßt Julius Wolff
das von ihm mit Vorliebe und großer Begabung gepflegte Gebiet der
Romantik. Eine feinsinnige Studie bietet er in diesem Werke. Sie führt
uns tiefempfundene Seelenstimmungen des Helden vor, eines jungen
Offiziers, der zu ehrenhaft ist, um der Angebeteten seines Herzens
seine Liebe zu gestehen, da er nicht die Mittel besitzt, um ein armes
Mädchen zu heiraten. Das ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie
ewig neu. Die daraus folgenden Verwicklungen sind geschickt geschürzt
und gut gelöst. Gleich die Einführung des jungen Offiziers in seine
Junggesellenwohnung, das Leben auf den Straßen, wie die anderen
Gestalten sind mit guter Beobachtung gezeichnet, und leibhaftig ist
jede, von den anderen sich abhebend, vor uns hingestellt. Im »Deutschen
Offiziersblatt« schloß die Besprechung mit den Worten: Nicht nur die
gleiche Handlung und die klare Schilderung der Charaktere, auch die
schöne, vornehme Sprache machen das Lesen dieses Buches zum Genuß. Karl
Frenzel, der berühmte Kritiker, schreibt in der Nationalzeitung zu
Julius Wolffs 70. Geburtstage: »Der Ton bist Du, wie der Farbenmeister.
Kein Wunder darum, daß Maler und Musikanten aus Deiner Dichtung Born
vergnüglich schöpfen. Gibt's in der Menschlichkeit doch nichts so Hohes
und nichts so Kleines, das Du nicht besungen. Gewähren Himmel und Erde
uns doch kein seltnes Schauspiel, das Du nicht gemalt.«
Als Jubiläumsschrift für das deutsche Volk ist erschienen:
Die
Völkerschlacht bei Leipzig
Ein Gedenkblatt zur 100jährigen Jubelfeier
Der deutschen Jugend erzählt
von
Paul Benndorf
Oktav, ca. 150 Seiten mit 48 Abbildungen und 3 Plänen
Preis gebunden 3 Mark
Der durch seine stadtgeschichtlichen Forschungen bekannte
Verfasser bietet in diesem nach authentischen Quellen bearbeiteten
Geschichtswerke der deutschen Jugend, der Schule und dem Volke eine
dauernde Erinnerungsgabe an diese große Zeit der Freiheitskämpfe, die
ihren Abschluß in der Völkerschlacht bei Leipzig und mit dem Sturze
Napoleons fanden. Ein Jahrhundert ist im Strom der Zeit dahingeflossen,
aber das Gedächtnis an jene Helden und Vaterlandsfreunde, die ihr Blut
und Gut für Deutschlands Ehre, für die Rettung ihres Volkstums freudig
dahingaben, darf nie und nimmer im deutschen Volke erlöschen. Jene edle
Begeisterung für Wahrheit, Freiheit und Recht wach zu erhalten und
aufzufrischen. Dazu diene das bedeutungsvolle Stück Weltgeschichte: Die
Völkerschlacht bei Leipzig.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
Korrekturen:
S. 265: Fußtapfen → Fußstapfen
aber seine {Fußstapfen}, will sagen sein Machwerk