Onkel. Nun, sag mir nur, was soll denn das?
Rikchen. (sich anschmeichelnd) Sie -- sind doch nicht böse? Sie lieben ihn
ja auch, und ich bin auch -- auch -- --
Onkel. (legt die Pfeife hin) Was denn?
Rikchen. (ihr Gesicht an des Onkels Brust verbergend.) Verliebt.
Des _Grafen_ Gesicht verlängerte sich bei diesem Worte; mit ofnem Munde und
gefaltnen herabhangenden Händen stand er da und konnte keine Silbe
hervorbringen. _Rikchen_ blieb in ihrer vorigen Attitüde, und _Holder_
zupfte an seinen Manschettenspizzen.
»Du bist verliebt?« brachte endlich der Graf nach einer minutenlangen
Stille hervor; er war in der grösten Verlegenheit mehr zu sagen, denn auf
einer Seite schäzte er _Holdern_ zu sehr, als daß er ihn vor den Kopf
stoßen sollte, ob er gleich _Holdern_ nicht in seine adliche Familie
heurathen lassen wollte, auf der andern Seite befürchtete er bei seiner
Pflegetochter alle Autorität für die Zukunft zu verlieren, wenn er zu einer
Sache schwiege, die er ihr so oft verboten hatte. Er sah bald das Mädchen,
bald den jungen Mann an und beschlos vors erste klüglich seine Verlegenheit
auf die andern beiden zu wälzen: »Nun, Herr _Holder_.