Ich bin auch zeither kranck, meist ohne es zu sagen, daß niemand frage,
und der Credit aufrecht bleibe. Ich halt es offt mit den Zähnen wenn die
Hände versagen. Sonst geht alles recht gut, die Herzoginn giebt uns
Hoffnung zu einem Prinzen, der Herzog wächst schnell, und ist sich sehr
treu.
Ich lade fast zu viel auf mich, und wieder kan ich nicht anders.
Staatssachen sollte der Mensch der drein versezt ist sich ganz wiedmen,
und ich möchte doch so viel anders auch nicht fallen lassen.
Den 19. Febr.
Soweit war ich als dein Brief kam. Du hast den C. gesehen laß mir doch
durch Bäben wenigstens etwas ausführliches sagen, es ist dächt ich der
Mühe werth.
Die lezten Tage der vorigen Woche habe ich im Dienste der Eitelkeit
zugebracht. Man übertäubt mit Maskeraden und glänzenden Erfindungen offt
eigne und fremde Noth. Ich tracktire diese Sachen als Künstler und so
gehts noch. Reime, bey dieser Gelegenheit gemacht, schickt dir
vielleicht Kayser. Wie du die Feste der Gottseligkeit ausschmückst, so
schmück ich die Aufzüge der Thorheit.
Kayser läßt sich gut an, ich hoffe sein Leben hier soll ihn
geschmeidiger machen. Er hat Gelegenheit in seiner Kunst manches zu
sehen und zu hören.
Uebrigens wollte Gott daß wir nicht so weit auseinander wären! Adieu
lieber Bruder antworte mir bald. Grüse Frau und Kinder und Pfenningern.
Bäben schreib und schick ich nächstens, sie soll mir meine Sachen wieder
schicken, es sind die einzigen Abschriften.