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Deine Briefe und Beylagen habe ich erhalten. Hier schicke ich dir einige
neue treffliche Bogen von Hamann. Ich weiß nicht ob dich die Sache
interessirt; auf alle Fälle wirds viel Vergnügen machen.
Deine Albrechts sind nunmehr schön geordnet, Bertuch hat sie aufgetragen
und numerirt. Auf der Leipziger Messe hat dir der Herzog noch einige
Kupfer von deinen fehlenden gekauft, worunter Marienbilder sind die dir
fast ganz abgehen.
Suche du übrigens durch das Treiben Jehu so viel du kannst von dieser
Sammlung zusammen zu bringen; wenn du sie auch schon hättest, so
schadets nichts, es ist vielleicht ein besserer Abdruck, und auf alle
Fälle kann man sie vertauschen. Denn das versichere ich dir, ie mehr man
sich damit abgiebt, und beym Handel auf Kopie und Original acht geben
muß, desto größere Ehrfurcht kriegt man für diesem Künstler. Er hat
nicht seines Gleichen.
Das Manuskript das beiliegt sind einzelne flüchtige Bemerkungen des
Statthalters von Dalberg. Schreib doch wenn du Muse hast, deine Gedanken
auf den Rand, und schick mirs wieder zurück. Ermuntere ihn und gieb ihm
einige Wincke, wo du es nöthig glaubst -- er ist sehr für die
Phisiognomick passionirt, kommt viel in der Welt herum, und kann, wie
mirs vorkommt, auch von seiner Seite dir einigermaßen nüzlich seyn. Er
wird das was er bey seinem Umgang mit der Welt zu bemerken glaubt, nach
und nach aufzeichnen.
Wenn ich an deiner Statt die lateinische Oration halten müßte, ich gäbe
mir nicht die Mühe die du dir giebst; ich machte den Entwurf dazu, lies
mir sie machen, und läs sie ab -- und hielts gar nicht geheim, denn am
Ende ists doch nur ein Talent, und ich sehe nicht ein wie man von mir
prätendiren könnte bey einer Feierlichkeit die pedantische Prätension
auszuhängen, und auf einem Instrument ^Solo^ zu spielen, das ich in
zwölf Jahren nicht in die Hand genommen hätte.
Von dem Herzog schick mir Abdrücke so viel du willst, das Kupfer ist nun
schon wieder etliche Schritte weiter vom Original in einen ganz fremden
Charackter hinein.
Halte doch ja das was du für den Herzog und mich auslegst in Ordnung.
Meine Auslagen für dich sind auch aufgeschrieben; Laß uns etwa Johanni
abrechnen, und auch so wieder ein neues Hembd anziehen.
Grüse deine Frau und Kinder, und wenn dein Knabe gelegentlich
schreibseliger wird, so laß mir ihn manchmal etwas von euerer
Haushaltung schreiben, wie's ihm vor die Feder kömmt.
An Bäben gieb Inliegendes, vielleicht erhält sie einen Brief mit der
reitenden Post noch eh'r als du dieses.