Taglang Nachtlang stand mein Schiff befrachtet.
Günstger Winde harrend sas mit treuen Freunden
Mir Geduld und guten Muth erzechend
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig:
Gerne gönnen wir die schnellste Reise
Gern die hohe Fahrt dir. Güter-Fülle
wartet drüben in den Welten deiner,
Wird rükkehrendem in unsern Armen
Lieb und Preis dir.
Und am frühen Morgen wards Getümmel
und dem Schlaf entiauchzt uns der Matrose;
Alles wimmelt alles lebet webet,
Mit dem ersten Seegenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche.
Und die Sonne lokt mit Feuerliebe.
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken.
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hofnungslieder nach im Freudetaumel,
Reisefreude wähnend wie des Einschiffmorgens
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber Gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgestekten Fahrt ab,
Und er scheint sich ihnen hinzugeben,
Strebet leise sie zu überlisten
Treu dem Zwek auch auf dem schiefen Weege.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leisewandelnd sich der Sturm an,
Drükt die Vögel nieder aufs Gewäßer
Drükt der Menschen schwellend Herze nieder.
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen
Streicht der Schiffer weis die Segel nieder.
Mit dem angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an ienem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach warum ist er nicht hier geblieben!
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glüke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen!
Ach er sollte! Ach er könnte! Götter!
Doch er stehet mannlich an dem Steuer.
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen;
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen.
Herrschend blikt er in die grimme Tiefe
Und vertrauet landend oder scheiternd
Seinen Göttern.
Den 11. Sept. 76.