_Crescence_ $(kommt durch die Mitte, sehr rasch)$. Also brillant hast du
das gemacht. Das ist ja erste Klasse, wie du so was deichselst.
_Hans Karl._ Wie? Aber du weißt doch gar nicht.
_Crescence._ Was brauch' ich noch zu wissen. Ich weiß alles. Die
Antoinette hat die Augen voller Tränen, sie stürzt an mir vorbei,
so wie sie merkt, daß ich's bin, fallt sie mir um den Hals und ist
wieder dahin wie der Wind, das sagt mir doch alles. Du hast ihr ins
Gewissen geredet, du hast ihr besseres Selbst aufgeweckt, du hast ihr
klargemacht, daß sie sich auf den Stani keine Hoffnungen mehr machen
darf, und du hast ihr den einzigen Ausweg aus der verfahrenen Situation
gezeigt, daß sie zu ihrem Mann zurück soll und trachten soll, ein
anständiges, ruhiges Leben zu führen.
_Hans Karl._ Ja, so ungefähr. Aber es hat sich im Detail nicht so
abgespielt. Ich hab' nicht deine zielbewußte Art. Ich komm' leicht von
meiner Linie ab, das muß ich schon gestehen.
_Crescence._ Aber das ist doch ganz egal. Wenn du in so einem Tempo ein
so brillantes Resultat erzielst, jetzt, wo du in dem Tempo drin bist,
kann ich gar nicht erwarten, daß du die zwei Konversationen mit der
Helen und mit dem Poldo Altenwyl absolvierst. Ich bitt' dich, geh sie
nur an, ich halt dir die Daumen, denk' doch nur, daß dem Stani sein
Lebensglück von deiner Suada abhängt.
_Hans Karl._ Sei außer Sorg', Crescence, ich hab' jetzt grad' während
dem Reden mit der Antoinette Hechingen so die Hauptlinien gesehen für
meine Konversation mit der Helen. Ich bin ganz in der Stimmung. Weißt
du, das ist ja meine Schwäche, daß ich so selten das Definitive vor mir
sehe: aber diesmal seh' ich's.
_Crescence._ Siehst du, das ist das Gute, wenn man ein Programm hat.
Da kommt ein Zusammenhang in die ganze Geschichte. Also komm nur: wir
suchen zusammen die Helen, sie muß ja in einem von den Salons sein und
so, wie wir sie finden, lass' ich dich allein mit ihr. Und sobald wir
ein Resultat haben, stürz' ich ans Telephon und depeschier' den Stani
hierher.