Als er nur erst einmal hügeligen Boden erreichte, wurde sein

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TAHITI.

_Roman aus der Südsee_

von

#Friedrich Gerstäcker.#

Zweite unveränderte Auflage.

Erster Band.

Der Verfasser behält sich die Uebersetzung dieses Werkes vor.

#Leipzig,#

_Hermann Costenoble._

1857.

Der

#J. G. Cotta'schen Buchhandlung#

die es ihm möglich machte den langgehegten Wunsch

einer Reise um die Welt auszuführen, bringt diese

_erste Frucht_ derselben

_in dankbarer Hochachtung_

#der Verfasser.#

#Inhalt des ersten Bandes.#

Seite

Cap. 1. Der Wallfischfänger 1

" 2. Die Flucht, und welchen Dollmetscher René fand 19

" 3. Das Mädchen von Atiu 47

" 4. Der Mi-to-na-re 69

" 5. Das Geständniß 124

" 6. Was der ehrwürdige Mr. Rowe dazu sagt 155

" 7. Der Verrath, und wie sich beide Theile dabei irrten 180

" 8. Tahiti 224

" 9. Die vier Häuptlinge 253

" 10. Die Versammlung 273

Capitel 1.

#Der Wallfischfänger.#

Von einem leichten Ostpassat getrieben, dazu die Obersegel fest, ja

sogar noch mit einem Reef im Kreuzsegel, der vor einigen Abenden

hineingenommen, und den man sich gar nicht die Mühe gegeben hatte wieder

auszustechen, kam ein schwerfälliges, schmutzig aussehendes Schiff

langsam bei dem Winde nach Süden herunter und näherte sich einer, in der

Ferne eben sichtbar werdenden kleinen hohen Insel der Cooksgruppe.

Schon die großen fettigen Stellen in den Segeln, auf denen die Leute,

nach dem Thranauskochen, beim Reefen allabendlich gelegen, verriethen

den Wallfischfänger, hätten ihn nicht auch die, an besonderen Krahnen

zu beiden Borden aufgehangenen und noch auf Querstützen über Deck

besonders gehaltenen Boote als solchen dargethan. Andere Fahrzeuge

besuchten auch selten diese Gewässer und selbst die Wallfischfänger nur

in diesen Monaten Januar und Februar, ehe sie wieder mit einbrechendem

Frühling nach Norden aufgingen, die einträglichere, wenigstens

ergiebigere Jagd der »rechten Wallfische« der der Spermacetis

vorzuziehen.

Es war diesmal aber noch ziemlich früh in der Jahreszeit und der

Delaware, wie der Wallfischfänger getauft worden, hatte im Anfang

beabsichtigt gerade zu Tahiti anzulaufen; durch den starken Ostpassat

aber und die klein geführten Segel, wie mit der starken

Aequatorialströmung gegen sich zu viel nach Westen versetzt, mußte er

erst wieder nach Süden hinunter, etwas mehr in die Region der

veränderlichen Winde zu kommen, oder auch vielleicht einen der dann und

wann einsetzenden Westwinde zu benutzen, und beschloß jetzt nur die

erste in Sicht befindliche Insel anzulaufen, um einige Erfrischungen und

vielleicht etwas Holz einzunehmen.

Das Wasser zwischen diesen Inseln ist übrigens, häufiger Riffe wegen,

den Schiffen oft gefährlich, und die mit den Localitäten nicht sehr gut

vertrauten Fahrzeuge machen, wenn sie in solchen Gruppen nichts zu thun

haben, lieber einen ziemlich bedeutenden Umweg, sie zu umgehen, als daß

sie sich leichtsinniger Weise hineinwagen. Mit einem Wallfischfänger ist

das aber ganz etwas anderes; er versäumt, sobald er sich erst einmal auf

seinem Jagdgrund befindet, keine Zeit mehr, denn wenn er segelt, hat er

die Möglichkeit eben so auf seiner Seite, daß er von Fischen weg, als

ihnen gerade entgegenläuft, und wenn er still liegt, kann er eben so gut

eine ganze »~school~« versäumen, die vielleicht dort vorübergeht wo er

hätte sein können, als die auf ihn zukommenden gerade wie auf der Lauer

abfangen. Das Ganze ist Glückssache und dem Pirschen auf Rothwild in

einem fremden Walde nicht unähnlich. Kommen diese Wallfischfänger also

an solche Stellen, so suchen sie, ehe es dunkel wird, hinter irgend eine

kleinere Insel oder Riffbank zu laufen, wo sie entweder Ankergrund oder

Raum zum Kreuzen haben, und treiben dort die Nacht herum, bis ihnen die

aufsteigende Sonne wieder ihre Bahn beleuchtet.

Gerade mit Sonnenuntergang war denn auch der Delaware, bis westlich von

Atiu, einer nicht ganz unbedeutenden Insel, gekommen, und der Capitain

wäre gern die Nacht vor Anker gegangen, die Stellen aber, die er

untersuchte waren überall, bis fast dicht an die schäumenden Riffbänke,

so tief, daß er sich nicht der Gefahr aussetzen mochte, so nahe unter

dem bösartigen Ufer vielleicht einmal von einem der hier oft sehr rasch

eintretenden Weststürme überrascht zu werden. Er ließ also die Segel

dicht reefen und kreuzte, (eben nicht zum Vergnügen der Mannschaft, die

sechs bis acht Mal in der Nacht mit dem Schiff herum mußte) in Lee der

Insel auf und nieder.

Capitain Lewis kümmerte sich übrigens den Henker darum, ob er seinen

Leuten damit einen Gefallen that oder nicht -- er und sie standen, wie

man's am Lande nennen würde -- »auf Hofton« mit einander -- d. h. er

sprach, seit sie das letzte Mal auf den Sandwichsinseln gewesen, wo es

zu einigen Auftritten gekommen war, nur höchst höflich mit ihnen und

nannte sie, wenn er sie zu einer Arbeit im Einzelnen aufforderte,

gewöhnlich Mister, und ~if you _please_~, mit starker Betonung des

letzten Wortes, aber mit einem Blick dabei, der deutlich genug sagte:

»Wenn Du nicht _springst_, Canaille, zu thun was ich Dir sage, so laß

ich Dich bei den Beinen aufhängen.«

Er, zum Dank dafür, hieß bei den Leuten, statt wie sonst die Capitaine

gewöhnlich »den Alten« (~the old man~) zu nennen, »~the old devil~« (der

alte Teufel); und wußte das auch recht gut, ja es schien ihm ordentlich

Spaß zu machen daß er so genannt wurde, und er hatte seiner Mannschaft

schon mehrmals versichert, er wolle sich bemühen, seinem Namen keine

Schande zu machen; welches Versprechen er auch bis jetzt, so weit es in

seinen Kräften stand, redlich gehalten.

Die Mannschaft eines Schiffes ist in solchen Fällen übel d'ran --

widersetzt sie sich, so ist es _Meuterei_, und sie wird darnach

bestraft, mögen die Leute recht gehabt haben oder nicht, und halten sie,

auf der anderen Seite aus bis zum Letzten, und verklagen nachher den

Capitain, so ist Zehn gegen Eins zu wetten, daß dieser dennoch Recht

bekommt. In sehr vielen Fällen hat er's aber auch, und es giebt wohl auf

keinen Fahrzeugen der Welt, Kriegsschiffe vielleicht ausgenommen, toller

zusammen gewürfeltes Volk, als auf diesen Wallfischfängern. Ein

ordentlicher Matrose geht selten oder nie darauf, es ist meist lauter

aufgelesenes Ufervolk, die faul genug sind ihre eigene Arbeit bei Seite

zu werfen, und Romantik genug im Kopfe haben, sich von einem

»Wallfischzug« ein ganz besonderes Vergnügen und außerdem einen

bedeutenden Nutzen zu versprechen. Die guten Leute sehen dann gewöhnlich

immer etwas zu spät ein, daß sie sich in der ersten Erwartung jedesmal,

und nur zu häufig auch in der anderen getäuscht haben, und sie sind dann

eben _ein_mal und nicht wieder Wallfischfänger gewesen, so daß fast

jedes neu ausgehende Schiff, die Offiziere ausgenommen, auch eine

durchaus neue Besatzung hat.

Schuster und Schneider, besonders die letzteren, sieht man sehr häufig

dabei, Tischler und Maurer, Schmiede und Böttcher, Gerber und

Cigarrenmacher -- Alles wird Wallfischfänger und der Capitain eines

solchen Fahrzeugs, der von dem Rheder, sobald er eine volle Besatzung

hat und die Jahreszeit gekommen ist, in See hinaus geschickt wird, hat

dann oft, wie sich nicht leugnen läßt, eine entsetzliche Zeit dies Volk,

von dem er vorher weiß daß es doch nur _eine_ Reise bei ihm aushält --

ja schon an den nächsten Plätzen wo er anlegt fortläuft, wenn er ihnen

nur Gelegenheit dazu gäbe, so weit einzurichten, daß sie wenigstens erst

einmal verstehen lernen was sie nur überhaupt zu thun haben. Dies sie

nachher wirklich thun zu machen hat dann schon weniger Schwierigkeiten.

Kommen nun ordentliche ruhige Menschen manchmal zwischen diese hinein --

d. h. die Mannschaft, denn die Offiziere, vom Bootsteurer aufwärts,

bilden ein ganz besonderes, abgeschlossenes Corps -- so fühlen sich

diese gewöhnlich höchst unglücklich und verwünschen den Augenblick, wo

sie sich von der Romantik der Sache bethören ließen -- aber leider zu

spät, und die viertehalb Jahr, die eine solche Fahrt sehr häufig dauert,

werden ihnen zur Hölle.

Doch zurück an Bord unseres Fahrzeugs. Zum Ausschauen auf der Back vorn

stand ein junger Mann, dessen edle, fast schöne Gesichtszüge, wie der

schlanke schmächtig gebaute Körper wohl passender für einen Salon als

das Vorcastle eines Wallfischfängers geschienen hätten. Das volle braune

Haar quoll ihm in dichten Massen unter der breiten schottischen,

dunkelblauen Mütze vor, und seine reinliche Kleidung selber unterschied

ihn auffällig von der übrigen, besonders in diesem Punkt höchst

nachlässigen Schaar. Es war ein junger Franzose aus sehr guter Familie,

der sich in Boston mehr einer tollen Laune oder ziellosen Reiselust zu

Liebe, als aus irgend einer andern Ursache hatte verleiten lassen, an

Bord des Delaware eine Reise nach der Südsee mitzumachen, und der jetzt

still und brütend nach dem nahen Lande hinüberschaute, das mit dem

dunkeln Schatten seiner Palmen in träumerischer Ruhe vor ihm lag.

»Nun René, so in Gedanken?« sagte plötzlich, dicht neben ihm, eine

freundliche Stimme und eine Hand berührte leise seine Schulter -- »an

was denkst Du?«

Der Angeredete fuhr erst wie erschreckt aus seinem Nachdenken empor und

schaute sich um, als er aber den Sprechenden erkannte, sagte er rasch

und fast erfreut:

»Es ist mir lieb, Adolph, daß du gerade in diesem Augenblick zu mir

kommst, ich bin eben mit meinem Entschluß ins Reine gekommen -- ich

verlasse dies Schiff.«

»Thorheit,« sagte Adolph kopfschüttelnd -- »Du kennst die Verhältnisse

hier nicht, René. Kämst Du wirklich glücklich an Land, so brauchte der

Capitain nur eine unbedeutende Belohnung auf Deinen Fang zu setzen und

Du würdest rettungslos ausgeliefert. Ich bin schon früher hier gewesen

und habe den Fall zweimal ausgeführt gesehen. Die Eingebornen sind

seelensgut, aber wie die Kinder -- ein Spielzeug könnte sie zu irgend

etwas verführen -- sei es nun zum Guten oder zum Bösen.«

»Hab' ich erst festen Boden unter den Füßen, so könnten sie mich nur als

Leiche wieder zurückschaffen,« murmelte René mit düsterem Blick und

fester Entschlossenheit zwischen den zusammengebissenen Zähnen durch.

»Das wäre Thorheit,« sagte aber sein älterer Freund, ein Landsmann von

ihm und jetzt dritter Harpunier auf dem Delaware, der mit René schon in

Algier gefochten und in Canada gejagt, und damals Alles versucht hatte

ihm einen so tollen Entschluß, wenn auch vergebens, auszureden, als

gemeiner Matrose das Leben eines Wallfischfängers zu versuchen. »Du

bist noch jung René und das Leben steht Dir weit und freudig offen --

hier nun einmal in die Klemme gerathen, bring Dich deshalb nicht gleich

um Alles, blos weil es Dir in den Sinn kommt die Suppe, die Du Dir

selber eingebrockt, nicht ausessen zu wollen. Ein, höchstens zwei Jahr,

und Du bist wieder frei wie der Vogel in der Luft, und selbst diese Zeit

wird Dir dann, so schmerzvoll und entsetzlich sie Dir jetzt auch

scheint, eine freudige, vielleicht liebere Erinnerung sein, als manche

froh und glücklich verlebte Stunde.«

»Ich halt' es nicht aus, Adolph, ich halt' es bei Gott nicht aus« sagte

René kopfschüttelnd -- »hier unter dem rohen Volk noch Jahrelang bleiben

und an Geist und Körper zu Grunde gehen -- ich vermag es nicht. Du weißt

dabei, wie nahe ich zweimal schon daran war mit dem Capitain selber, der

fast schlimmer ist als der Schlimmste seiner Leute, zusammenzugerathen,

und wer schützt mich dann vielleicht sogar vor seinen rohen

_Mißhandlungen_? Das Resultat bliebe dasselbe, auch das ertrüge ich

nicht, und lieber will ich mein Leben hier wagen, wo mir noch die

Möglichkeit eines Entkommens bleibt, als zuletzt gezwungen werden dem

Capitain vielleicht ein Messer in den Leib zu rennen und über Bord zu

springen. Nein, Adolph, ich bin fest entschlossen« setzte er leise aber

mit ruhiger und überzeugter Stimme hinzu -- »die erste Gelegenheit, die

sich mir bietet an Land zu kommen, und sollt' ich es schwimmend zu

suchen haben, benutz ich, und die Folgen mögen dann sein wie sie wollen

-- ich weiß und fühle, daß mir nichts Schlimmeres begegnen kann, als was

ich jetzt in Seelenqual und innerer Unruhe zu leiden habe.«

»Hol's der Henker«, sagte Adolph nach kurzem Sinnen -- »wer weiß ob ichs

nicht an Deiner Stelle, und mit Deinem jungen Blut in den Adern am Ende

auch thäte. Aber wie willst Du an Land kommen? es ist noch ganz ungewiß

ob der alte Teufel ein Boot abschickt Erfrischungen einzunehmen oder

nicht, -- er traut uns allen mit einander nicht.«

»Doch« entgegnete ihm René -- »ich habe vorher zufällig gehört, daß

unser Boot mit dem ersten Harpunier morgen mit Tagesanbruch hinüber

soll, etwas Brodfrucht und Cocosnüsse abzuholen. Die Gelegenheit will

ich jedenfalls benutzen, noch dazu da es uns einen Vorwand giebt,

reichliche Kleider mit zu nehmen. -- Die Leute haben ja sonst nichts,

sich Kleinigkeiten von den Eingebornen einzutauschen.«

»Und sowie Du im Wald drin bist« sagte Adolph immer noch kopfschüttelnd,

»hetzt der alte Seehund von Harpunier Dir die ganze Einwohnerschaar

hinterher -- wie willst Du ihnen entgehen? -- René, René es ist wahr,

das Land liegt wohl verlockend genug vor uns da, und selbst mir zuckt's

in den Knochen, einmal frei darauf herumzuspatzieren und von diesem --

verdammten Marterkasten loszukommen, aber -- ich weiß doch nicht -- hast

du einmal das Schiff verlaufen und wirst wieder eingefangen, so kommst

Du nachher erst in eine Hölle, wenn Du vorher in keiner gewesen bist,

und wenn ich ganz aufrichtig sein soll, so glaub' ich nicht daß Du zwei

Tage von uns bleibst, ehe sie Dich wieder haben -- und die zwei Tage

über bist Du dann mehr wie ein gehetzter Wolf als wie ein Mensch.«

»Und es hilft doch Alles Nichts« lächelte René trüb; »ich hab's mir nun

einmal in den Kopf gesetzt, und ich führ es auch aus, mag daraus

entstehen was da will; schlimmer kann's nicht werden als es schon ist.«

»Doch, doch« sagte Adolph »es kann noch viel viel schlimmer werden, Du

hast es noch nicht gesehen, wenn es an Bord eines Schiffes einmal

_recht_ schlimm ist,« setzte er schaudernd hinzu -- »und ich verlang' es

ebenfalls nie, nie wieder zu erleben. Außerdem bist Du der Sprache gar

nicht mächtig -- wie willst Du Dich den Leuten verständlich machen?

René, es geht in der Welt alles nach Eigennutz -- bist Du erst einmal

älter, wirst Du das auch selber erfahren -- und die Eingeborenen hier

wissen recht gut, daß sie von einem entlaufenen Matrosen nicht viel

Gutes und gar keinen Nutzen zu gewärtigen haben, während ihnen der

Capitain eine Masse Sachen geben kann, die für sie und ihr einfaches

Leben förmliche Schätze sind.«

»Ich habe Geld bei mir« sagte René rasch -- »~Peste~, ich brauche des

alten Schuftes Blutgeld nicht, mir meine Bahn auch im schlimmsten Fall

zu _erkaufen_, wenn es denn nicht anders sein kann.«

»Das ist schon ein sehr sehr großer Vortheil« lächelte Adolph, »und es

werden wenig Matrosen von Wallfischfängern weglaufen, die wirklich einen

Franc in der Tasche haben, aber der Capitain bleibt immer im Vortheil.

-- Aexte, Beile, Kattune und Schmuck und besonders Spirituosen sind

ihnen weit lieber als Geld, und über derlei Sachen hast Du immer nicht

zu verfügen.«

»Vernünftiger Weise magst Du Recht haben, Adolph«, lächelte aber der

junge Mann, auf alle diese Argumente -- »und ich glaube selbst daß es

eine Art verzweifelter Schritte ist, auf einer so kleinen Insel, wie

diese zu sein scheint, zu entlaufen -- die Möglichkeit ist immer eher

da, daß man eingefangen wird.« --

»Sag' lieber die Wahrscheinlichkeit« unterbrach ihn Adolph.

»Und meinethalben auch die Wahrscheinlichkeit« murmelte René zwischen

den zusammengebissenen Zähnen durch, »ich habe mir aber noch nie etwas

so fest vorgenommen gehabt, ohne es durchzuführen, und den Versuch will

ich machen, oder darüber zu Grunde gehen!«

»~Eh bien~« lachte Adolph, »sobald Du einmal so weit gekommen, ist es

nicht nöthig mehr darüber zu sprechen. Meine Wünsche für Dein Wohl hast

Du übrigens, und ich wollte nur, daß ich Dir in irgend etwas dabei

nützlich sein könnte; ich sehe nur noch nicht wie.«

»Wer weiß wie sich das noch Alles machen kann« sagte René -- »aber auf

dem Quarterdeck werfen sie schon wieder die Falle los -- in der

Mitternachtswache möcht' ich Dir noch etwas sagen.«

»~Ship about~« unterbrach ihn hier der eintönige Ruf; die Leute traten

sämmtlich an ihre Posten und das Schiff wurde über den anderen Bug

gelegt, jetzt wieder vom Lande abhaltend.

Mit der nächsten Morgendämmerung hatten sie die Küste, und zwar eine

kleine Art Bai, die von zwei auslaufenden Corallenriffen gebildet wurde,

gerade vor sich, und der Ruf des ersten Harpuniers sammelte die Leute in

sein Boot; mehre dort schon aufgeschichtete Sachen, Handels- und

Tauschartikel für die Eingebornen, wurden hineingelegt -- das Boot

schwang frei und auf das Wasser nieder, und die Mannschaft legte sich in

die Ruder.

»Was sind das für Pakete da vorn?« sagte der Harpunier, als sie eben von

Bord abgestoßen waren, »wer hat die eingeworfen?«

»Ein paar Hemden und andere Kleinigkeiten, Mr. Rowsy« erwiederte Einer

der Leute -- »wir wollten uns auch was von Früchten eintauschen!«

»Und das andere daneben?«

»Dasselbe« erwiederte René, den die Frage anging. Der Harpunier sagte

nichts weiter und René warf noch einen verstohlenen Blick nach Bord

zurück, wo Adolph stand und ihm zunickte. Er war ihm behülflich gewesen

die Sachen rasch, und ohne daß sie an Bord selber etwas davon zu sehen

bekamen, in's Boot zu schaffen, der Capitain hätte es sonst unter keiner

Bedingung zugelassen, obgleich dies etwas ziemlich gewöhnliches an Bord

von Wallfischfängern ist.

In Canoes kamen übrigens keine Indianer ab und ihnen entgegen, obgleich

sie mehrere Canoes in der Bai liegen sahen, und nur erst als sie die

Corallen-Bank berührten, erschienen oben zwischen den Büschen eine

Anzahl Männer und Frauen mit Körben aus Cocosblättern geflochten, in

denen sie Früchte und Muscheln trugen, und erst ein Zeichen der Fremden

abzuwarten schienen, ehe sie sich ihnen näherten.

Der Harpunier, der sich seit seiner Jugend fast in diesen Meeren

herumgetrieben, sprach ihre Sprache ziemlich geläufig, und ein paar

freundliche Worte in dieser hatten fast eine zauberhafte Wirkung auf die

Schaar. Die, die im Anfang die furchtsamsten gewesen waren, riefen sich

erstaunt unter einander zu daß die Fremden Freunde seien, und dieselbe

Sprache mit ihnen hätten, und aus allen Büschen und Dickichten brachen

sie jetzt heraus, und mischten sich so sorglos und vertrauend wie Kinder

zwischen die Leute, befühlten das Zeug ihrer Kleider, lachten über ihre

Bärte und Schuhe, und sprangen und sangen, als ob sie schon Jahre lang

mit ihnen bekannt gewesen wären.

Der Tauschhandel ging indessen rüstig vor sich; gegen Messer und Tabak,

Kattune und Glasperlen brachten sie Massen der herrlichsten Früchte,

besonders vortreffliche Orangen und Brodfrucht und während der Harpunier

unter einem stattlichen Pandanus saß, die ihm gebrachten Waaren

musterte, und bestimmte was er dafür geben wolle, mischten sich die

Leute, nur Einen derselben bei dem Boot lassend, ebenfalls unter die

Eingebornen, die wenigen Kleinigkeiten die sie mitgebracht, gegen

Früchte und Muscheln, hauptsächlich aber die ersten, zu vertauschen.

Diesen Zeitpunkt benutzte René, schnallte sein kleines Bündel, daß er im

Anfang vor den Eingeborenen ausgebreitet gehabt, wieder zusammen, und

verlor sich damit, ohne daß irgend Jemand auf ihn acht hatte, im

Dickicht. Von den Eingeborenen sahen ihn vielleicht Einige, achteten

aber nicht auf ihn, und die Leute vom Schiff waren viel zu sehr mit sich

selber und ihrer Umgebung beschäftigt, sich nur im mindesten darum zu

bekümmern, was Einer der ihrigen that.

Zwei Stunden später etwa, als der Harpunier Alles weggegeben was er

mitgebracht, und sein Boot fast gefüllt war mit all den Massen von

Sachen die er dafür eingetauscht, rief sein Befehl die Leute wieder

zusammen, und er stieg selber ins Boot, an Bord zurückzukehren.

»Wo ist René!« frug er, als er einen Blick über die Mannschaft geworfen.

»René!« tönte der Ruf der Matrosen -- »~oh René~!«

Kein René ließ sich blicken und Niemand wußte was aus ihm geworden, ja

ein paar bezweifelten, daß er überhaupt mit an Bord gekommen sei, so

wenig hatten sie sich, mit dem Land vor sich, um einander bekümmert.

Jedenfalls fehlte aber _ein_ Mann, und der Offizier wußte auch, daß er

bei der Herüberfahrt seine volle gewöhnliche Besatzung gehabt.

»~Damn it~« rief der Harpunier endlich im Boot, in dem er seinen Sitz

schon wieder eingenommen, in die Höhe springend -- »~he has bolted~,[A]

die Pest über den Hallunken; aber den wollen wir bald wieder haben. --

Bleibt Ihr hier im Boot bis ich zurückkomme!« rief er dann seinen Leuten

zu, und über die Sitze wegspringend, eilte er wieder an Land und wandte

sich dort an einen der Eingebornen, der eine Art Oberherrschaft über die

Andern auszuüben schien.

»Hallo Freund!« redete er ihn an, »Einer von meinen Leuten ist mir

weggelaufen, könnt Ihr ihn wieder fangen, und was wollt Ihr dafür

haben?«

»Hat er Gewehr mit?« frug der Alte ziemlich vorsichtig, denn er schien

danach den Preis des Einfangens bestimmen zu wollen.

»Nein, kein Schießgewehr, vielleicht nicht einmal ein Messer« lautete

die ermuthigende Antwort.

Die Eingebornen fingen jetzt eifrig an unter einander zu verhandeln, und

zwar in so rascher und oft eigentümlicher Sprache, daß der Amerikaner

selber nicht verstehen konnte was sie mitsammen hatten. Aus ihren

Bewegungen wurde es ihm jedoch bald deutlich, denn zwei davon gingen

nach einem besondern Theil im Busch und untersuchten hier die Fährten

und ihren Gesticulationen nach schien es, als ob der Flüchtige sich dort

hinein gewandt habe. Der alte Indianer zeigte sich auch bald erbötig ihm

den Mann wieder zu verschaffen; seine Forderung dafür war aber ziemlich

bedeutend; er wollte Kattun und Messer, etwas Tabak und in der That ein

wenig von Allem haben, und als Jener endlich einwilligte ihm das Alles

zu geben, hatte er noch ein Beil und ein Hemd und mehrere andere

Kleinigkeiten vergessen.

Der Harpunier wußte übrigens daß sich der Capitain nicht lange hier

aufhalten wollte, und wüthend sein würde über die Flucht des Mannes; er

sagte also dem Alten seine sämmtlichen Forderungen zu, vorausgesetzt daß

sie mit dem Gefangenen am Ufer wären, sobald sie mit dem Boot und den

verlangten Sachen wieder vom Schiff zurück sein könnten.

Dies abgemacht, stieß das Boot augenblicklich vom Lande, die

eingetauschten Früchte mit der fatalen Nachricht an Bord zu bringen und

den Fanglohn für den Entflohenen herüber zu holen, während die

Eingebornen indessen wie Spürhunde den einmal angenommenen Fährten des

Flüchtigen nachliefen.

Fußnoten:

[A] Er ist ausgerissen.

Capitel 2.

#Die Flucht, und welchen Dollmetscher René fand.#

René war, als er sich nur einmal außer dem Bereich seiner Kameraden sah,

so rasch er konnte gerade einem der nächsten Hügel zugeeilt, und das

selbst schien mit der Last die er trug gerade kein kleines Unternehmen.

Für ein Hemd hatte er sich nämlich vorher ein paar grüne Cocosnüsse und

einige Bananen eingetauscht, damit er nicht genöthigt wäre, gleich in

den ersten vierundzwanzig Stunden wegen Nahrungsmitteln einen irgendwo

gefundenen Versteck zu verlassen, und diese, neben seinen Bündel

Kleidern tragend, mußte er sich durch das, manchmal entsetzlich dicke

Gebüsch, fortwährend mit dem fatalen Gefühl verfolgt zu werden, Bahn

brechen. Er wußte aber was ihm bevorstand, wurde er von den Leuten des

Delaware wieder eingefangen, und wollte wenigstens Nichts was in seinen

eigenen Kräften stand unversucht lassen, sich so weit als möglich jeder

solchen Gefahr zu entziehen. In dieser Absicht arbeitete er sich auch

dem höheren Theil der Insel zu, weil er dort erstens den Lagunen aus dem

Weg ging, die hier seinen Pfad zu beengen drohten, und dann auch

wahrscheinlich in dichtes Buschwerk hineinkam, was von den Eingebornen

selber selten betreten wurde.

Als er nur erst einmal hügeligen Boden erreichte, wurde seine Flucht

dadurch sehr erleichtert, daß er cultivirtes und eingefenztes, wenn auch

durch Unkraut ziemlich arg überwachsenes Land traf. Dort hatte er sich

wenigstens durch keine verwachsenen Büsche mehr Bahn zu brechen und

konnte sein Terrain ein wenig freier übersehen. Blieb er da in der Nähe,

so wuchs auch Frucht genug, ihn ein Jahr im Proviant zu halten; überdies

war der ganze Wald voll Früchte, denn die Guiaven standen mit Aepfeln,

wenn auch noch nicht vollkommen gereift, förmlich bedeckt. Nur die

Cocospalmen reichten nicht so weit hinauf, doch sah er hier in den

Feldern eine Masse Wassermelonen, die ihn reichlich dafür entschädigen

konnten. Weiter durfte er sich für jetzt aber nicht beladen, denn er

trug schon, was er überhaupt tragen konnte, und die Hitze war groß. Die

ungewohnte Anstrengung und Aufregung thaten natürlich auch das ihrige

dabei.

Durch die Felder ging das auch ganz gut, überhalb diesen wurde das

Dickicht aber wieder so schlimm wie es je gewesen, und die Guiavenbüsche

schienen hier eine förmliche undurchdringliche Hecke zu bilden, durch

die er sich nur gebückt, und sein Gepäck oft nachschleppend,

hindurchdrängen konnte. Nur erst, wo diese endlich aufhörten, und mit

ihnen jede Art von Frucht, begannen hohe dunkle Casuarinen, die einen

weit bessern Durchgang gewährt haben würden, wären nicht so viele

trockene und dürre Aeste von ihnen heruntergefallen gewesen, die sich

ihm oftmals wie förmliche Pallisaden entgegenstellten.

Aber er _mußte_ hindurch, und das war ein tüchtiges Wort, ihn alle

Schwierigkeiten mit leichtem Muth überwinden zu lassen. Hier wurde der

Grund auch steinig, und er fand, als er den höchsten Punkt endlich

erreichte, zu seiner Freude einen kleinen felsigen Platz, den er sich

selber hätte nicht schöner und passender zu einem Castell ausbauen

können, als es hier die Natur für ihn gethan. Zehn Fuß war er dort oben

von allen Seiten frei, und das bröcklige Gestein, was den steil

auflaufenden Gipfel bildete, konnte ihm im Anfang eben so wohl zum

Verbergen, als später, sollte er gefunden werden, als Waffe dienen, auf

irgend einen andringenden Feind niederzurollen.

Mit einem förmlichen Triumphruf nahm er von dieser kleinen Festung

Besitz, und als er oben seine Last abgeworfen, und sich die nassen Haare

aus der Stirn gestrichen hatte, sagte er lächelnd:

»Beim Himmel, mit Adolph hier und zwei guten Gewehren, wollt' ich mir

die ganze Besatzung des Delaware vom Leibe und einem förmlichen Sturm

abhalten -- ~ha -- le Delaware~!« unterbrach er sich plötzlich selber

überrascht, und fast unwillkürlich trat er hinter einen der Felsstücke,

denn als er den ersten Blick nach außen warf sah er, daß er frei über

das Meer schauen konnte, und dort lag auch sein altes Schiff so klar und

nah vor ihm, daß er die einzelnen Leute an dessen Bord konnte auf- und

abgehen sehen. Mit dem Glas mußten sie im Stande sein ihn, sobald er

sich nur frei zeigte, vollkommen gut zu unterscheiden. Er überlegte sich

jedoch bald, daß sie bis jetzt an Bord noch keine Ahnung von seiner

Flucht haben konnten, denn eben kam erst das Boot, dem er entflohen,

dorthin zurück, und er konnte selbst erkennen wie die Leute von unten

hinauf an Bord kletterten.

Jedenfalls war er also schon vermißt und er mußte darauf gefaßt sein daß

ihn die Eingeborenen aufspüren würden, denn mit seiner Ladung hatte er

an vielen Stellen eine ziemlich breite und tiefe Fährte zurückgelassen.

Die kurze Zeit also die ihm bis dahin blieb, wollte er benutzen sich

noch so gut als es eben anging zu befestigen, nachher dem Schicksal und

seinem guten Glück das Uebrige zu überlassen. Er war jung und ein

Franzose -- also weit davon entfernt sich Sorgen vor der Zeit zu machen,

überdies hatte er Alles was ihm jetzt bevorstand voraus gewußt und es

kam ihm Nichts unerwartet.

Schießwaffen hatte er, zwei kleine Terzerole ausgenommen, keine; außer

diesen aber ein langes zweischneidiges schweres Messer in lederner

Scheide, wovon er sich die meiste Hülfe versprach, und ein leichtes

trotziges fast muthwilliges Lächeln überflog seine schönen Züge, als er

die beiden kleinen Pistolen aus der Tasche nahm, und vor sich auf die

Steine legte.

»Es sind zwar keine Zweiunddreißigpfünder« sagte er dabei lachend vor

sich hin, »und ich weiß in der That nicht einmal ob sie überhaupt

losgehen werden, aber sie haben doch Mündungen, und ist den Eingebornen

hier schon überhaupt jemals ein solches Instrument wie eine Pistole zu

Gesicht gekommen, so müßte ich mich sehr irren, wenn ich nicht glauben

sollte die ganze Insel damit von mir abhalten zu können. Kurze Frist

werden sie mir aber doch wohl Ruhe lassen, und die will ich denn

wenigstens benutzen meinen Körper ein wenig zu restauriren und mit

Speise und Trank zu erquicken.«

Und damit schnürte er wohlgemuth seinen Bündel wieder auf, in dem er

auch ein kleines Packet mit einem paar Schiffszwiebacken und einem Stück

Salzfleisch verborgen hatte, und mit einem Theil von diesem und einigen

Bananen, wozu er eine der Cocosnüsse anzapfte und etwas davon trank,

seinen allerdings brennenden Durst zu löschen, hielt er eine so

vortreffliche und ruhige Mahlzeit, als ob er sich in voller Sicherheit

in irgend einem guten Gasthaus befände, und nicht jeden Augenblick

fürchten mußte, umstellt und gefangen zu werden.

Die Feinde waren ihm übrigens weit näher als er je vermuthet, denn kaum

hatte er sein Mahl beendet, und eben wieder die Cocosnuß an die Lippen

gehoben, noch einen letzten Schluck zu thun, als er gar nicht weit von

sich entfernt ein Geräusch zu hören glaubte. Er hielt horchend ein -- da

krachten wahrhaftig wieder die Büsche. Nichtsdestoweniger trank er erst

in aller Ruhe, denn er wußte recht gut daß er hier oben in seiner festen

Stellung nicht so plötzlich überrascht werden konnte, stellte dann die

Nuß vorsichtig und ein paar Steine darum legend, bei Seite, daß sie

nicht umfiel und seinen Wasservorrath gleich um die Hälfte verringerte,

griff seine beiden Terzerole auf, und schaute dann, hinter irgend einen

der größten Steine gedrückt, aufmerksam nach dorthin von woher sich

jetzt vorsichtig irgend Jemand zu nähern schien. Es dauerte auch nicht

lange, so konnte er schon die bunten Kattunüberwürfe mehrerer

Eingeborener erkennen, die langsam und aufmerksam den Boden betrachtend,

seinen hinterlassenen Spuren folgten.

Wie viele es waren ließ sich noch nicht erkennen, das blieb sich aber

auch gleich; war er erst einmal aufgefunden, so konnten sie, so sie

überhaupt feindliche Absichten hatten, leicht Verstärkung holen, und er

mußte vor allen Dingen sehen sich auf eine friedliche Art mit ihnen zu

verständigen. Die Terzerole konnten ihm aber dabei nur mehr Schaden als

Nutzen bringen, und er steckte sie deshalb vorläufig wieder in die

Tasche, die Ankunft der Indianer jetzt auf das ruhigste und

kaltblütigste erwartend.

Diese ließen ihn auch nicht lange mehr über ihre Absicht im Zweifel. Der

Erste der voranging mochte eine gewisse Obergewalt über die Andern

haben, denn dicht unter den Steinen, auf denen sie den Flüchtling gar

nicht zu vermuthen schienen, sandte er zwei rechts und zwei links ab, zu

sehen wohin sich die Spuren etwa den Berg wieder hinunter zögen,

während er selber gerade auf den Felsen zukam. René wußte recht gut daß

er von diesen fünf Leuten noch weiter keine Gefahr zu fürchten hatte,

und doch jedenfalls aufgefunden werden mußte, sich also deshalb

aufrichtend, und mit beiden Ellbogen auf einem der vor ihm liegenden

Blöcke stützend, sah er erst eine kurze Weile den Mann unten, der auf

dem hier steinigen Boden nicht recht mit der Spur einig zu sein schien,

lächelnd zu, und sagte dann plötzlich mit lauter Stimme den schon

mehrfach gehörten und behaltenen Gruß:

»~Joranna-boy~!«

Wäre dem Eingebornen, der gebückt und die Augen fest auf den Boden

geheftet, fast gerade unter ihm stand, ein grimmer Tausendfuß über den

Nacken gelaufen, er hätte nicht rascher und mehr erschreckt in die Höhe

und zur Seite springen können, und erst das laute Lachen René's, der auf

ihn herunterschaute, als ob Jemand aus dem Fenster einer höheren Etage

sieht, brachte ihn wieder ein wenig zu sich. Der erste Schrei, den er

aber in voller Ueberraschung ausgestoßen war hinreichend gewesen, seine

Gefährten um ihn zu sammeln, und die fünf rothen Burschen, die hier mit

so feindseligen Absichten heraufgekommen waren, wußten eigentlich nicht

recht wie ihnen geschah, als sie den gerade, von dem sie die grimmigste

Gegenwehr erwartet, in der größten Gemütlichkeit vor sich und so

friedlich gesinnt fanden, wie sie es nimmer hätten erwarten dürfen.

Erst sahen sie eine ganze Zeitlang schweigend zu ihm empor -- es war

augenscheinlich, sie mißtrauten noch dem äußeren Ansehn der Dinge --

diese Freundlichkeit konnte Maske sein sie plötzlich zu überrumpeln, und

obgleich sie bewaffnet waren, d. h. zwei führten Tapa-Hölzer und die

andern drei Einer ein Beil und Zweie Messer -- und der Weiße unten ihnen

die Versicherung gegeben hatte daß der Flüchtling nichts derartiges

mitgenommen habe, wußten sie doch nicht welche außerordentlichen Mittel

ihm sonst vielleicht zu Gebote stehen möchten ihnen zu schaden. Sie

waren allerdings willens die ausgesetzte Belohnung zu verdienen, dachten

aber dabei gar nicht daran ihren Leib oder gar ihr Leben irgend einer

unnöthigen und zu vermeidenden Gefahr auszusetzen.

René blieb übrigens in seiner nichts weniger als feindlichen Stellung,

wobei er sich jedoch wohl gehütet hatte seine Gestalt den Fernröhren des

Schiffes preis zu geben, und da die so erstaunten und verdutzten

Gestalten der Indianer allerdings komisch genug aussehen mußten, und er

sich gar keine Mühe gab sein Lachen zu verbergen, so verlor sich diese

Furcht denn auch endlich.

Der Führer sah seine Begleiter erst ganz ernsthaft an, und dann verzog

ein breites Grinsen oder Feixen seine sonst gutmüthigen Züge, während

sich diese noch eine kleine Weile zu geniren schienen, -- endlich mochte

ihnen das Komische ihrer Lage aber auch wohl einleuchtend werden. Der

Eine schnitt auf einmal ein ganz freundliches Gesicht, und war dann

urplötzlich wieder so ernst und finster als vorher, als er aber den

Häuptling ansah und dessen ausbrechende Fröhlichkeit bemerkte, glaubte

er auch wahrscheinlich dem Anstand volle Genüge geleistet zu haben, und

platzte nun auf einmal so rasch und laut heraus, daß sich die Andern

ordentlich erschreckt nach ihm umsahen.

»~Joranna, Joranna~!« rief jetzt der Erste hinauf, dem augenscheinlich

ein Stein vom Herzen gefallen schien, da er die Sache sich so friedlich

lösen sah -- und es zeigte sich jetzt daß er auch etwas gebrochen

englisch sprach, wie man fast auf allen diesen Inseln Einzelne findet,

die Worte und Redensarten, im Verkehr mit den Fremden, aufgefangen und

behalten haben. »~Joranna boy~! -- wie geht's -- wie geht's Freund --

komm herunter, komm herunter -- weißer Mann, Capitain sagt, soll

herunterkommen.«

»So?« lachte René in derselben Sprache, -- »weißer Mann Capitain sagt

also ich soll herunter kommen?«

Der Indianer nickte auf das freundlichste, daß er ihn so gut verstanden

hatte, und versicherte, sich zu seinen Begleitern wendend, diesen, daß

er die Sache jetzt augenblicklich in Ordnung bringen würde.

»Ja, komm herunter, komm herunter -- weißer Mann Capitain sagt«

wiederholte er noch einmal, dieses Factum vor allen Dingen außer jeden

Zweifel zu stellen.

»Und wenn ich, weißer Mann _kein_ Capitain nun nicht will?« lachte René.

»Nicht will?« rief der Führer der Eingebornen erstaunt aus, und sah den

Fremden an; dann aber, denn er konnte in dessen Gesicht immer noch

keinen Ernst entdecken, dies ebenfalls für einen guten Spaß desselben

haltend, den er zu ihrem eigenen Vergnügen gemacht habe, schaute er sich

nach den Andern um, lachte laut auf, und erzählte ihnen mit der größten

Freundlichkeit was der Weiße da oben eben so Lustiges gesagt habe.

Die übrigen Eingebornen, die gleich von allem Anfang gar nichts Anderes

erwartet hatten, konnten darin aber nicht den mindesten Spaß entdecken,

und ein paar, zu diesem Zwecke an den Alten gerichtete Worte machten

diesen ebenfalls wieder ernsthaft und ließen ihn doch an die Möglichkeit

glauben daß der Fremde am Ende _wirklich_ nicht selber herunterkommen

wollte, und ihn da herunter zu _holen_, war jedenfalls eine mißliche

Sache.

»Bah, bah« sagte der Alte jetzt kopfschüttelnd und mit einem Gesicht als

ob man einem unartigen Kinde irgend eine Thorheit verweisen wolle --

»närrisch Ding, närrisch Ding -- weißer Mann Capitain guter Mann,

verlangen weiter Nichts wie herunterkommen.«

»Was bekommt Ihr dafür mich zu holen?« frug ihn aber René so gerade

mitten in alle seine Berechnungen hinein, daß er ihn ganz wieder außer

Fassung brachte, und er erst den Weißen, und dann seine Begleiter

erstaunt ansah, augenscheinlich unschlüssig ob er diese, etwas

indiscrete Frage so geradezu und der Wahrheit gemäß beantworten solle.

Er hielt es am Ende für besser es erst mit den Seinen zu berathen; da

diese aber nicht das mindeste Bedenken darin fanden seinem Wunsche zu

willfahren, wandte er sich wieder zu dem jungen Franzosen und zählte ihm

jetzt mit der größten Ernsthaftigkeit alle die Artikel auf die sie

bekommen würden, und zwar mit einem Eifer und einer Genauigkeit, als ob

das noch ein besonderer Beweggrund für ihn selber sein müsse, jetzt

augenblicklich niederzusteigen und ihnen den Besitz aller dieser

Herrlichkeiten nicht länger, widerrechtlicher Weise, vorzuenthalten.

Zu ihrem Erstaunen ließ sich aber der Fremde selbst nicht durch die

Erwähnung des Handbeils und die fünf Yards rothen Kattun bestechen,

sondern blieb nur ruhig und unbeweglich in seiner Stellung. Angenehm war

es ihm aber nicht, diese Masse verschiedenartiger Gegenstände aufzählen

zu hören, und er konnte daraus nicht allein sehen wie viel dem Harpunier

daran gelegen gewesen war ihn wieder zu bekommen, als auch wie sehr

schon die Habgier dieser sonst einfachen und gutmüthigen Leute erregt

worden, den ausgesetzten Lohn so rasch als möglich zu verdienen.

Ueberredung half hier Nichts, so viel sah er recht gut ein, wäre er

selbst ihrer Sprache vollkommen mächtig gewesen, und das einzige was

sich noch mit ihnen im Guten anfangen ließ, war ihnen an Geld und

vielleicht Kleidern gleichen Nutzen zu bieten, wo er dann wieder das zu

seinen Gunsten hatte, daß sie bei dessen Annahme ihre Gliedmaßen in

keine Gefahr brachten.

»So?« sagte er also, da sie geendet hatten und nun nichts anderes zu

erwarten schienen als daß er nach _solchen_ dargelegten Gründen, ihren

Beweisen nicht länger werden widerstehen können -- »so? -- das also hat

Euch weißer Mann Capitain Alles geboten, mich einzig und allein wieder

unten abzuliefern?«

»Ja Freund -- blos unten abzuliefern« lautete die Antwort.

»Todt oder lebendig?« frug aber der junge Mann mit größter

Kaltblütigkeit zurück, und erschreckte dadurch den Alten nicht wenig,

der jetzt zum ersten Mal an zu begreifen fing, daß der Fremde doch am

Ende nicht so ganz gutwillig mit ihnen gehen werde.

»Todt oder lebendig?« wiederholte er erstaunt und versuchte zu lachen,

was ihm aber mißglückte -- »todt? wir sollen doch weißen Mann nicht

_todt_ abliefern -- lebendig versteht sich.«

»Und wenn sich nun weißer Mann zur Wehr setzt?« sagte René.

»Zur Wehr setzen?« frug der Alte, der das Wort nicht so recht zu

verstehen schien -- »zur Wehr setzen?«

»Nun ich meine, wenn weißer Mann unter keiner Bedingung gutwillig

mitgehen will und sich vertheidigt« erklärte es ihm der Fremde deutlich

genug.

»Aber fünf Yards rothen Kattun -- ein Handbeil -- zwei Messer« begann

der erstaunte Eingeborne alle die Herrlichkeiten wieder aufzuzählen;

René aber, dem Nichts daran lag sie nur hinzuhalten, was er mit

Leichtigkeit für den ganzen Tag hätte thun können da viele dieser Leute

fast gar keinen Begriff von Zeit oder dem Werth derselben haben,

unterbrach ihn mitten in der schon gehörten Liste und sagte freundlich,

während er eine ganze handvoll Silbergeld aus seiner Tasche nahm und

ihnen vorzeigte:

»Was wollt Ihr denn thun, wenn ich Euch nun ebensoviel an baarem Gelde

gebe, als Euch weißer Mann Capitain für mich versprochen hat, heh und

dann bei Euch bleibe und mit Euch lebe und wohne?« --

Das war jedenfalls ein Vorschlag zur Güte, und die Eingeborenen

beriethen lange unter sich was sie damit thun sollten; endlich

erkundigte sich der Alte näher danach wie viel Geld das eigentlich sei,

was er da in der Hand halte. René zählte es über -- es waren sechs

Fünf-Frankenthaler und vielleicht zehn Franken an kleiner Münze Geld,

was sie hier, in ihrem Verkehr mit Tahiti, recht gut kannten.

Für eine solche Summe wußten sie auch gut genug, daß sie selbst in

Papetee ebensoviel an Waaren bekommen könnten als ihnen geboten worden;

erstlich aber war der Verkehr mit jenem Platz nicht sehr bedeutend, und

dann hatten sie ja auch die Sachen noch nicht hier, während sie

dieselben von Bord des Wallfischfängers gleich richtig und ohne weitere

Mühe überliefert bekamen.

Die Unterhandlung fiel für den Matrosen ungünstig aus, und der Alte

suchte ihn nun, gewissermaßen als Entschuldigung seiner abschlägigen

Antwort, und als einziges Motiv ihrer Weigerung, auseinanderzusetzen,

wie sich auf dieser Insel Niemand ohne Beistimmung ihres ~Fua~ oder

Königs von fremden Völkern aufhalten dürfe und daß sie also, wenn _sie_

auch selber wünschten ihn bei sich zu behalten, ihn darin doch nicht

unterstützen dürften. »Ja,« setzte dann der Alte mit vieler

Aufrichtigkeit und auch gewiß Wahrheit hinzu -- »wollten wir jetzt

selbst Dein Geld nehmen, und Dich zufrieden lassen, wir könnten Dich

doch nicht schützen, und der König würde bald Andere schicken, die Dich

trotzdem abholten.«

René sah dies recht gut ein, und beschloß also deshalb mit Sr. Majestät

selber zu unterhandeln -- wie aber das möglich zu machen? stieg er

hinunter, so gab er sich vollkommen in die Gewalt seiner Feinde, und

überfielen und banden ihn diese nachher, so konnten sie ihm mit leichter

Mühe abnehmen was er bei sich hatte, ohne daß er je im Stande gewesen

wäre auch nur eine Centime seines Geldes wieder zu bekommen -- und Sr.

Majestät zuzumuthen hier oben heraufzuklettern, mit einem entlaufenen

Matrosen wegen einiger Thaler zu unterhandeln war doch auch ein wenig

viel verlangt. Nichtsdestoweniger beschloß er den Versuch zu machen,

denn hinunter wollte er auf keinen Fall eher steigen, bis nicht der

Delaware die Insel verlassen hätte. Er bat also den Alten, der

überhaupt der Leiter der Schaar zu sein schien, ihn erst noch einmal

kurze Zeit hier oben zu lassen, und indessen selber hinunter zu Sr.

Majestät zu gehen, oder wenigstens einen von seinen Leuten hinunter zu

schicken, der dem König Kunde von seinem Vorschlag brächte, ihn um die

Erlaubniß längeren Aufenthaltes auf dieser Insel und Schutz zu bitten,

bis sich das fremde Schiff entfernt hätte, wofür er denn seinerseits

Willens sei, Sr. Majestät, falls diese ihm seine Sicherheit garantire,

zwanzig Fünf-Frankenthaler -- ein Capital für diese Menschen --

auszuzahlen.

»Ja -- sehr gut das,« sagte der Alte nach einer kurzen Pause ernster

Ueberlegung -- »sehr gut das, weißer Mann nicht Capitain kann mit ~fu-a~

sprechen, aber muß hinunter gehn -- König nicht heraufkommen hier oben

auf Berg -- König sehr faul, nicht viel Berge steigen.«

»Ja, ich kann ihm da aber doch nicht helfen,« lachte René -- »wenn er

die zwanzig großen Stücke Silber verdienen will, muß er auch etwas mehr

dafür thun, als blos mit dem Scepter winken. Also marsch Ihr guten

Freunde, bringt Sr. Majestät meinen freundlichen Gruß und Handschlag,

und meldet ihm, was ich ihm hiemit entbieten lasse. Er soll einen

vortrefflichen Vasallen an mir haben, und kann auch, wenn er es nur

irgend anzustellen weiß, noch weit mehr Nutzen aus mir ziehen; ich bin

gelehrig, und wer weiß ob ich mich nicht selbst ganz vortrefflich zu

Schwiegersohn und Nachfolger eignen würde.«

Der Alte verstand sicher nicht die Hälfte von alle dem, was ihm der

Fremde da in seinem leichten fröhlichen Muth vorplauderte, soviel aber

begriff er, daß er dem König eine gewisse Summe, und zwar eine ziemlich

bedeutende bot, ihn frei zu lassen und nicht die mindeste Absicht habe

vorher herunter zu kommen. Ging nun der König diese Bedingung ein, so

verlor er selber jedenfalls seinen Antheil an dem ausgesetzten Lohne,

ging er sie aber _nicht_ ein, so war der ganze Weg doch umsonst gewesen,

und es erschien ihm also weit besser gleich das Letztere von vornherein

anzunehmen, und den jungen Burschen, der da oben doch so freundlich

lachte, und sich gewiß nicht gegen sie wehren würde, nur vor allen

Dingen erst einmal herunterzuholen und mitzunehmen: das Andere konnten

sie ja nachher unten ausmachen. Ein paar mit seinen Begleitern rasch

gewechselte Worte setzte diese von dem gefaßten Entschluß in Kenntniß,

und sich dann wieder zu dem Matrosen wendend, der ihn aufmerksam

betrachtete seine Entscheidung zu hören, sagte er mit bedächtiger

Stimme, indem er sich das Lendentuch etwas fester anzog und einsteckte,

ungefähr in derselben Weise wie Matrosen gewöhnlich, mehr in eine Art

Angewohnheit, ihre um die Hüften dicht anschließenden Segeltuchhosen in

die Höhe ziehen.

»Ja weißer Mann, Alles recht gut, weißer Mann Capitain hat aber gesagt

müssen unten sein, bis Boot mit Kattun und Tabak und Messer und Beil und

Hacke und andere Sachen wieder zurückkommt; so steig nur herunter

solange, wollen unten erst zu König gehn, und nachher zu weiße Mann

Capitain.«

»Ich habe Dir aber schon gesagt, Du etwas harthöriger Bursche Du,« sagte

René, fast ungeduldig werdend, »daß ich nicht eher hinunter kommen will,

bis ich Sr. Majestät den König dieser vielleicht vereinigten Inseln

gesprochen habe -- also mache daß Du zu ihm kömmst, je eher er hier ist,

desto schneller können wir unsern Handel ins Reine bringen.«

Der Alte aber, ob er dies Letzte nicht recht verstanden, oder für eine

Einladung genommen, oder ob er auch vielleicht glaubte es sei jetzt über

die Sache genug gesprochen worden, und müsse nun einmal gehandelt

werden, kurz er rief seinen Begleitern zwei oder drei Worte mit einem

entschiedenen Ton zu, und stieg dann mit weit mehr Entschlossenheit, als

er bis jetzt überhaupt gezeigt hatte, die bröcklichen Felsen hinan dem

Orte zu, wo der Fremde ihn ruhig erwartend stand.

René hätte ihm mit leichter Mühe einen der schweren nur kaum in der

Balance liegenden Steine auf den Kopf rollen können, aber er wollte

selber in seinem eigenen Interesse Feindseligkeiten solange als möglich

hinausschieben, und solche nur ein letztes, wirklich verzweifeltes

Mittel sein lassen. Er behinderte deshalb auch den Alten nicht im

Mindesten bei seinem Marsch, und dieser fand sich gleich darauf,

vielleicht selbst gegen seine eigene Erwartung, oben auf der kleinen

Plattform, neben seinem vermutheten Opfer, während seine vier Begleiter

eben bemüht waren ihm langsam zu folgen.

»So,« sagte der Indianer mit freundlichem Kopfnicken, als er endlich

neben René stand und eben die Hand ausstreckte ihn auf die Schulter zu

klopfen, »so Freund weißer Mann, nun wollen wir --« aber er sprach

nichts weiter -- nur ein Blick war auf das Terzerol gefallen, das der

Weiße ruhig in der Hand hielt, und mit einem Satz der selbst diesen um

seine Sicherheit besorgt machte, sprang er von der kleinen Steinveste ab

nach der Wurzel eines tiefer liegenden Baumes, und von dieser wieder auf

die Erde hinunter, wo er nicht eher stehen blieb, bis er den schützenden

Stamm einer Casuarine erreicht hatte, hinter dem vor er jetzt mit den

Händen auf das lebhafteste an zu gesticuliren fing, und dabei schrie und

tobte, als ob ihm da oben das schmählichste Unrecht geschehen wäre.

Die Anderen warteten natürlich, als sie des Führers Flucht sahen, in

ihrer, wie sie glaubten ebenfalls höchst gefährdeten Stellung, gar nicht

ab die Ursache so schnellen Rückzugs zu erfragen, sondern folgten nur

eben, so rasch sie konnten, dem gegebenen Beispiel des Alten.

Tahiti: Roman aus der Südsee. Erster Band. · 第 1 / 16 段