Eigentlich war es schon Winter. Die Düsseldorfer Hausfrauen hatten
längst ihren Herbsthausputz vollendet, jedes Sommerstäubchen war
ausgefegt, blitzblank schauten die Fenster auf das saubere Trottoir.
Und doch war es noch nicht Winter, denn der November ließ sich an wie
ein Oktober. Die Kastanien in der Königsallee waren noch nicht gänzlich
entlaubt, im Hofgarten blühten noch Dalien und Georginen; Allerheiligen
war lange vorbei, und doch dufteten noch bleiche Rosen auf den Gräbern.
Vom Rhein kam ein lindfeuchtes Wehen, kein Wind. Die niederen Wiesen
jenseits des Flusses schimmerten noch frischgrün, die Weidenbüsche
standen wie im Saft.
Gut Wetter zum Martinsabend.
Josefine Rinke freute sich: heut abend würden sie alle mit dem
Laternchen gehen; nur die arme Mutter durfte nicht mit, der Vater fand
das zu lächerlich.