Jappes im Echo: „Und du mein Rudibub.“

Dann waren sie lachend gegangen, triefend von Küssen. Tage kamen mit

Wandern und den Schauern der gierigen Nächte. Sie war kühl und dämpfte

die Glut der männlichen Sehnsucht. Fühlte, daß ihr Wesen eine Schwenkung

zur Freiheit machte, fühlte, daß der Mut zur Liebe wuchs, der Mut zur

leidenden Liebe. Der Dampf riß sie fort und die rollenden Räder. Jappes

nach Norden und Pepy nach Süden. In München wartete gähnend der

englische Schiffer, gähnend, als wollte er den Liebling verschlingen. So

war es gut, denn sein Herz bedurfte der Kühlung und Jappes dachte, sie

wird ihn schon kühlen.

Er schrieb ihr den Brief voll liebender Fülle, voll rasender Gier:

Die Liebe kommt plötzlich wie ein

Föhn und wütet in den stärksten

Forsten, aber der Windbruch birgt

viel Nutzholz.

Mein Rudibub! Montag ist’s wieder. Acht Tage sind’s her, seit der Zug

Dich entführte. Der Traum ist vorbei und die sonnigen Tage. Dein Name

kommt manchmal und klopft an mein Ohr – Rudibub. – Du Liebe, ich habe

Dich lieb. Vielleicht trübe ich Deine Freude, wenn ich Dir sage, daß

noch ein Mensch neben einem anderen ist. – Golliwog! – Einer, der um

Dich weiß. Von meinen Lippen tropft es: Ruth! – rollend – weich. Ich

höre Deine Stimme und in meinem Herzen ist ein Echo: – Rudibub! Die

Sehnsucht quält Jappes, die Sehnsucht an einen Traum. Und dehnt die

Zeit, die schrecklich tickende Zeit. Der Traum war Ruth. Fort bist Du

und hast einen Strich gemacht. Einen Strich hinter den Golliwog. Und

Golliwog verdreht die Augen: – Ruth! – Es ist ein Traum, ein weicher,

rollender Traum.

So war es schön.

Golliwog denkt an Tage voll Nähe und Liebe. Denkt an Nächte voll Schwüle

und Glück. An heiße Nächte und innige Nähe. Es springt über in ihm und

alles sammelt sich um Ruth. Er reicht ihr seinen Kuß. Schwester, wo bist

Du? Schwester meiner schwülen Nächte. Weißt Du noch etwas von meiner

Liebe? Weißt Du von meiner Sorge, als Du gingst. Ich denke an die blaue

Glut der Berge. Die Wege und Täler sind voll von Dir. Alles sagt mir,

Ruth war da, mein Rudibub. Sie war hüpfend wie ein Reh, und geschmeidig

wie eine Katze. Sie war Pepy zwei Tage und dann wurde sie lieb und trank

die fiebernde Nähe. Vier Tage war sie Rudibub – mit Tränen und Glück.

Golliwog gab ihr seine zitternde Liebe, und doch ging mein Rudibub. Die

Glut blieb und die Sehnsucht und die marternde Zeit.

Ein anderer pflückt die Blume ihrer Liebe. Golliwog wünscht, daß er sie

nicht nur zum Schmucke bricht. Pepy ist fort und Ruth ist mein Traum.

Die Kühle ging fort und in mir ist die Glut. Die Kleine ist da und sie

lacht. Ich sehe die Zähne, die Locken und bete – – –:

Ruth, mein Rudibub!

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