Jappes war interner Pennäler bis zu seiner Emanzipation. In der fünften
Lateinklasse trat der Typus Weib in sein Leben. Die Romanfiguren nahmen
greifbare Gestalt an. Gott schickte das Weib, auf daß sich der Mann
nicht selbst quäle. Die Technik des Umgangs war Nebensache, denn junge
Mädchen lieben unter normalen Verhältnissen die Pennälermützen nur.
Gerissen und verschmitzt wie ein Fuchs, verstand er nach einer
klugtaktischen Strategie das Weib mit ihren eigenen Mannen zu schlagen.
Er wußte: Der Feind der Frau steht in ihr selbst. Er kämpfte seine
Vorpostengefechte der Liebe, eroberte lodernde Küsse, stürmte zuckende
Brüstchen, die Redouten der Festung. Manchmal fand er freies Gelände und
offene Schanzen und freie Bastionen. Er wußte, dort hatte der Feind
gehaust.
Als die Sonne der Weisheit sein Hirn gereift hatte, und er das Pennal
verließ, wußte er aus Caesar: Greife den Feind eher durch List als mit
deinen Kräften an, und aus Erfahrung wußte er, daß noch kein Mädchen an
hysterischen Weinkrämpfen gestorben war.
Er sagte der Verziehungsanstalt Valet.
Angelica war voll stolzer Bedenken, ob ihr Sohn, der nun geistig reif
war, nicht etwa auch vom Bazillus der modernen Ungläubigkeit angesteckt
sei. Sie klebte drei Wachskerzen hinter die Tür und ließ eine
zweipfündige Kerze in der Kirche verbrennen.
Jappes bezog die Universität mit einem klaren Kopf, tollen Erinnerungen,
mit krauser Stirnlocke, Reifezeugnis und seligbangen Zukunftsplänen.
Das wurde alles immatrikuliert.