Was steht ihr da, horcht und starrt mich an?
Euch hat doch niemand ein Leid getan.
Wer von euch wagt es, auch nur zu denken,
er wolle den Pfarrer von Norby kränken?
Gesindel, schert euch in euer Glück,
in eure sichre Behausung zurück!
Was hat euer schmutziges Henkertum
mit meinem brennenden Herzen zu tun?
Nie, nie habt ihr einen Mann gesehn,
wie ihn, so groß, so herrlich, so schön.
Daher kommt euer Pöbelhaß,
den ich verachte. Wißt ihr das?
=Holger=
zu =Naemi=
Still! Ich beschwöre dich zu schweigen.
Wer wird dem Knecht die Fesseln zeigen.
Mag sie dein Zorn in ihr Verderben treiben,
den bittern Grund laß deine Sache bleiben.
=Erster Bursche=
Wir wünschen sehr, Euren Schmerz zu stillen,
und sind Herrn Holger Oerlsund zu willen.
Es gilt als Pflicht, den Ort von einem Mann
zu säubern, der Euch Unrecht getan.
=Zweiter Bursche=
Seine falsche Lehre vom Teufel war.
Er schändete Kirche und Altar.
=Dritter Bursche=
Wer wüßte nicht, daß er überdies
ein Mädchen betrog und elend verstieß.
Geschieht uns Unrecht, und niemand greift ein,
wollen wir selber Richter sein.
=Holger=
zu den =Burschen=
Wer unter uns setzte sein Leben nicht ein,
wenn es die Rettung der Anderen galt?
Nun soll uns das Recht benommen sein,
uns selbst zu retten vor fremder Gewalt?
Der Pfarrer von Norby übte Verrat,
ewige Wahrheiten hat er geschmäht,
in schuldlose Herzen Zwiespalt gesät,
und was er mir und Naemi tat,
das wißt ihr, ihr Männer! Ich ruf euch nicht.
Ich handle für euch und ihr für mich.
Ich schwöre, im ersten Morgenschein
soll der Pfarrhof Trümmer und Asche sein.
Und wenn der Pfarrer den Ort nicht flieht,
so ist es die letzte Nacht, die er sieht.
=Die Burschen=
Ein Schuft, der sich nicht zu Euch stellt.
=Holger=
Verlacht in euch den rätselhaften Streit,
aus dessen Wirrnis nur die Tat errettet.
Es ist das Recht der Kraft verschüchtert Kind,
solang' wir noch bedrückt, zum Kampf bereit,
nicht anders wie ein Schiff im Meer gebettet,
getragen zwischen Not und Hoffnung sind.
Ein stetig Recht, wer kann es fröhlich nennen?
Doch frohe Tat scheint mir ein sicheres Gut.
Und kommt Erfolg zu unserm festen Mut,
so wird ihn morgen jeder anerkennen.
=Vierter Bursche=
schreiend, abgewandt
Wer naht sich, ein Geist, ein Höllenbetrug!
Die tote Irme vom Fahrenkrug.
Die tote Irme. Hell, weiß, im Schilf.
Ich kenn sie genau. Herr Jesus, hilf!
Er bricht in die Knie.
Atemlos und in Hast tritt der =Großknecht Jörgen= auf.
=Jörgen=
zu =Holger=
Find ich dich endlich, lieber Herr.
=Vierter Bursche=
fällt ihm entgegen, außer sich
Wer bist du? Wer hat dich hergebracht?
Wer gab dir über die Toten Macht?
=Jörgen=
Was ist dir, Bursche, ich kam allein.
=Der Bursche=
Du lügst! Du ließt dich mit Geistern ein.
Ich schwöre bei allem, was Jesus litt,
daß neben ihm her die Irme schritt.
Den Arm empor und größer als er,
zog sie ihn angstvoll neben sich her!
=Holger=
rüttelt ihn
Hast du den Verstand verloren, Gesell?
=Der Bursche=
verstört
Den Arm empor... Weiß und hell...
Laßt mich. Ich hab nichts zu schaffen mit euch.
Er stürmt fort.
=Naemi=
zu =Jörgen=
Laß ihn, und wenn er zum Teufel rennt.
Ist einer hier, der die Irme kennt?
Sie ist gestorben? Er sah ihr Gespenst?
Sag mir, Holger, ob du sie kennst?
=Holger=
Laß mich. Der Bursche war schrecklich entstellt.