Herz an Rothen, der in Geschäften nach Braunsberg gereist war

Da bin ich wieder, mein Wohltäter! in allem Rosenschimmer des Glücks

und der Freude. Rothe! Rothe! was bist Du für ein Mensch. Wie hoch

über den Gesichtskreis meines Danks hinaus! Ich habe auch nicht Zeit,

das alles durchzudenken, wie Du mich geschraubt und geschraubt hast,

mich wieder herzukriegen, mich über alle Hoffnung glücklich zu

machen--ich kann's nur fühlen und schaudern, indem ich Dir in

Gedanken Deine Hände drücke. Ja ich habe sie gesehen, ich habe sie

gesprochen--Dieser Augenblick war der erste, da ich fühlte, daß das

Leben ein Gut sei. Ja ich habe ihr vorgestammelt, was zu sagen ich

Ewigkeiten gebraucht haben würde, und sie hat mein

unzusammenhängendes Gewäsch verstanden. Die Witwe Hohl, Du kennst

die Plauderin, glaubte allein zu sprechen, und doch waren wir es, wir

allein, die, obgleich stumm, uns allein sprechen hörten. Das läßt

sich nicht ausdrücken. Alles was sie sagte, war an die Witwe Hohl

gerichtet, alles was ich sagte, gleichfalls und doch verstand die

Witwe Hohl kein Wort davon. Ich bekam nur Seitenblicke von ihr, und

sie sah meine Augen immer auf den Boden geheftet und doch begegneten

unsere Blicke einander und sprachen ins Innerste unsers Herzens, was

keine menschliche Sprache wird ausdrücken können. Ach als sie so auf

einmal das Gesicht gegen das Fenster wandte, und indem sie den Himmel

ansah, alle Wünsche ihrer Seele auf ihrem Gesicht erschienen--laß

mich, Rothe, ich entweihe alles dies durch meine Umschreibungen.

Der Waldbruder, ein Pendant zu Werthers Leiden · 第 28 / 61 题