Voller tönte die Freudenglocke in Sophia Christines Herzen.
Freilich, sie sah das Leid in des Sohnes Augen stehen, das war nicht
mehr ihr Anthoine, wie er einst ausgezogen war. Lebenswund kam er heim,
er war zu lange im Wirrsal der Welt gewesen.
Ein paar Wochen später führte Adrian Louison de St. Laurent als Ehefrau
heim. Eine stille Hochzeit nur wurde in dem alten Gutshause gefeiert.
Es herbstete schon, als die drei Geschwister, nun endlich einmal wieder
vereint, mit Heinrich Wilhelm und Adrian unter den Linden dahin gingen.
Die Eltern, der Amtsschosse Rudolph und der Magister folgten langsamer.
Es fielen Blätter wie Gold auf die Häupter der Jugendfreunde nieder.
Die redeten von vergangenen Tagen und Heinrich Wilhelm erzählte dabei
von dem unglücklichen, liebeleeren Leben der kleinen Prinzessin, da
sagte Anthoine schlicht: »Ich sah sie vorige Woche, nun hat sie
wenigstens einen Freund in der Nähe.«
»Für immer nahe?« fragte der Schwager, der noch an Anthoines
Daheimbleiben zweifelte.
»Für immer,« antwortete der junge Anthoine. »Ich habe viel von der Welt
gesehen und keine Heimat gefunden, die dieser gleichen könnte!«
Und hinter ihnen sagte eben Herr Anthoine de Charreard zu seiner Frau
Sophia Christine: »Heute kannst du es machen wie damals bei unserem
Einzug, als du die Küchlein schirmtest.«
»Wenn sie doch alle blieben,« antwortete die Frau, die ihren ältesten
Enkelsohn an der Hand führte. »Sie gehen und kommen, aber ich weiß es,
die Heimat ruht ihnen im Herzen, unsere Kinder finden immer zurück, du
lieber Mann.«
Und Herr Anthoine de Charreard dachte nicht mehr an das Schloß an der
Loire; in dem festgefügten Haus im stillen Tal lebte sein Glück.