=Wahl=, ~Alexander Amandus v.~ Bildhauer und Maler, geb. 10.
Dezember 1839 in der Nähe von Dorpat; gest. 19. November (2. Dezember)
1903 in München. Von 1858-61 Schüler der Petersburger Kunstakademie
und des P. Clodt v. Jürgensburg, ging dann nach München, wo er 1866
seine Ausbildung vollendete. Nach Reisen durch Deutschland, Italien
und Griechenland während der Jahre 1866-68 liess er sich in München
nieder. Von der hohen Kunst wandte er sich bald den Darstellungen aus
der Tierwelt zu, auch stellte er mit grosser Geschicklichkeit kleine
Genreszenen aus dem Leben der Tscherkessen dar, die zum Teil in Bronze
gegossen sind. Ein körperliches Leiden zwang ihn zum Aufgeben der
Bildhauerei und liess ihn zur Malerei greifen und auch auf diesem
Gebiet ist er nicht ohne Anerkennung geblieben. Von seinen Gemälden hat
besonders das Bild „Zu spät“, das einen alten Geizhals an der Leiche
seiner Tochter darstellt, Aufsehen erregt. Abbild. in der „Kunst für
Alle“ II S. 232, in der Illustr. Leipziger Ztg. 1886, in Meisterwerke
der Holzschneidekunst Bd. IX. -- Ausserdem von ihm: Brotneid, das
Geheimnis u. a.
Rigasche Ztg. 1868 Nº 268; 1881 Nº 181; 1887 Nº 258. -- W.
Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer des 19. Jahrh. S. 90-91.
=Wahl=, ~Anna v.~ Malerin. Geb. 14. Februar 1861 in
Petersburg, Tochter des Dorpater Professors der Chirurgie, besuchte
anfänglich die Petersburger Akademie und setzte ihre Studien in Paris
unter Courtois und Collin fort, arbeitete dann unter dem Hofmaler
Grafen Zichy in Petersburg und 1888 in Berlin in den Aktklassen unter
Skarbina und Klein. Sie lebt in Berlin und abwechselnd in Dorpat.
Besonders durch ihre frisch aufgefassten Szenen aus dem Kinderleben
und durch wirkungsvoll entworfene Plakate hat A. v. W. sich bekannt
gemacht. Von ihren illustrierten Kinderbüchern nennen wir: Im
Morgenschein, 1887 im Verlag von Karow, Dorpat. -- Stimmungsbilder
1893, Verlag v. Grote, Berlin. -- Zeichnungen von Gnomen und Elfen in
dem Werke: „Aus vereinten Kräften“, 1895. -- Illustrationen zu einem
Märchen im Besitz der deutschen Kaiserin.
Das geistige Deutschland I S. 724/25. -- W. Neumann, Balt. Maler
und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 147-148.
=Walter=, ~Johann~. Maler. Geb. 22. Januar 1869 in Mitau als
Sohn des dim. Ratsherrn Theodor W., Schüler der Petersburger Akademie
und der Professoren A. D. Kiwschenko und W. E. Makowsky. Von ihm eine
Anzahl Porträts und mehrere Landschaften in balt. Privatbesitz. Zurzeit
in Deutschland tätig.
=Walter=, ~Susanna~. Malerin. Geb. 1874 in Dorpat; erhielt
von 1891-95 den ersten Kunstunterricht in ihrer Heimat und legte darauf
ihr Examen als Zeichenlehrerin an der Kgl. Kunstschule in Berlin ab.
Sie genoss dann noch den Unterricht der Frau C. Krüger und Sivers,
sowie der Maler W. Leistikow und Fr. Stahl und lebt seit 1897 als
Zeichen- und Mallehrerin in Riga.
=Walther=, ~Johann Heinrich Bartholomäus~. Baumeister in
Dorpat im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Er entwarf die Pläne
zum Bau des Rathauses daselbst, dessen Grundstein am 2. Juni 1782
gelegt wurde. Vollendet wurde der Bau 1789.
Inland 1862 S. 792.
=Walther=, ~Karl Siegmund~. Maler. Geb. 25. Juli 1783 in
Dresden; gest. auf dem Gute Kay in Estland 1867, Schüler der Dresdner
Akademie, anfangs unter Toskani, seit 1802 unter Prof. Schubert.
Infolge einer Aufforderung des Dichters Aug. v. Kotzebue kam er 1809
nach Estland auf dessen Gut Schwarzen als Zeichenlehrer der Kinder
Kotzebues, war später in dem von dem Pastor Ignatius in Haggers
eingerichteten Pensionat als Zeichenlehrer tätig und übernahm 1815
das Amt eines Zeichenlehrers an der Ritter- und Domschule in Reval.
1850 wurde er pensioniert und lebte seit jener Zeit auf dem seiner
verheirateten Tochter gehörenden Gute Kay. Die Mehrzahl seiner Arbeiten
gehört in das Gebiet der religiösen Malerei (Altargemälde in Reval, in
Arensburg auf Oesel und in Ampel). Doch hat er auch einige Porträts
gemalt und einige Zeichnungen zur lithographischen Vervielfältigung
geliefert, wie die Ruinen der Olaikirche zu Reval nach dem Brande
von 1820, ein Porträt Ifflands 1821. Ein Porträt Luthers (fälschlich
angegeben nach Dürer statt nach Cranach) u. a.
Inland 1836 S. 465; 1837 S. 12 u. 14; 1838 S. 630; 1847 S. 354,
1850 S. 459 u. 521; 1857 S. 315. -- Rigasche Stadtbl. 1820 S. 291;
1836 S. 261; 1859 S. 159. -- Dörptische Beiträge I S. 206/7.
=Weckler=, ~Georg~. Mosaikmaler. Geb. 1800 in Riga (in den
Akten der Petersburger Akademie wird er als Kurländer bezeichnet).
Gest. nach 1842, erregte durch sein in Mosaik ausgeführtes Bild „der
verlorene Sohn“ (1821) die Aufmerksamkeit der Kaiserin Elisabeth und
wurde auf Befehl des Kaisers Nikolaus für andere von ihm ausgeführte
Arbeiten der Akademie als „Mosaikmeister“ zugezählt. 1834 erhielt er
ein Reisestipendium, um sich in Italien weiterzubilden. Für die von ihm
in Mosaik ausgeführte Transfiguration Raffaels verlieh ihm der Papst
eine goldene Medaille und der Kaiser ein Geschenk von 25.000 Rbl. sowie
eine Pension. 1838 wurde er zum Akademiker befördert und ihm 1842 die
Leitung der Anstalt zur Ausführung der Mosaiken für die Isaakskirche
in Petersburg übertragen. Ausser den genannten Arbeiten sind von ihm
bekannt Reproduktionen nach Paulus Potter und nach Hondekoeter, sowie
die Mosaiken im Schlosse Jelagin und in der Isaakskirche.
=Wedekind= (Wendekin), ~Johann Heinrich~. Porträtmaler aus
der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, lebte vermutlich anfangs in
Reval, später in Narva, wo Kaiser Peter I. bei ihm mehrere Porträts
bestellte. Seit 1720 ist er in Petersburg ansässig und wird vielfach
vom Hofe beschäftigt. Die Kaiserin Anna Iwanowna liess ihm 100 Rbl.
für vier Porträts von Personen der Kaiserlichen Familie auszahlen. Die
Akademie der Wissenschaften zahlte ihm 12 Rbl. für ein Porträt Peters
I. und bestimmte ihm auf sein Versprechen auch die anderen Herrscher
zu malen, für jedes Bild 12 Rbl. Im Hause der Schwarzhäupter in Riga
befindet sich eines seiner frühesten Bilder, ein Reiterporträt Karls
XII. von Schweden mit der Unterschrift: I. H. Wendekin, Rigae pinxit,
habitans Revaliae.
A. D. Rowinsky. Подробн. словарь русск. гравир. портренвъ IV. S.
634.
=Weizenberg=, ~August~. Bildhauer. Geb. 25. März 1837 auf
dem Gute Erastfer in Estland, erlernte das Tischlerhandwerk und zog
1862 zu weiterer Ausbildung in seinem Fach nach Deutschland, arbeitete
kurze Zeit in Frankfurt a. M. und ging dann nach Berlin, wo er neben
der Tischlerei sich mit Holzschnitzerei beschäftigte und sich im
Zeichnen übte. Sein entschiedenes Talent verschaffte ihm schliesslich
Zutritt zur Akademie daselbst, doch war er gezwungen, sich seinen
Unterhalt als Handwerker zu erwerben. Eine kleine Unterstützung aus
dem Villeboisschen Legat gab ihm die Möglichkeit, seine Studien auf
der Petersburger Akademie und von 1870-73 auf der Münchener Akademie
fortzusetzen. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Wien begab er
sich nach Rom, wo er sich bis zum Jahre 1890 aufhielt. Seit jener Zeit
lebt er wieder in Petersburg. Die Zahl seiner Arbeiten ist recht gross.
Das städt. Mus. in Riga besitzt von ihm die Büste des Afrikareisenden
Dr. Schweinfurth, eine Barrabasbüste und die Figur der Ämarik
(estn.-Abendröte) in Marmor. Andere seiner Arbeiten in Reval, wie die
Lindanisse, der gefesselte Christus u. a.
Rigasche Ztg. 1868 Nº 169; 1881 Nº 207 u. 213; 1887 Nº 161. --
Ztg. f. Stadt u. Land 1876 Nº 234; 1880 Nº 223 -- Düna-Ztg. 1896
Nº 285. -- Rigaer Montagsblatt 1878 Nº 28. -- Neue Ztg. f. Stadt
u. Land 1878 Nº 166. -- Mitausche Ztg. 1897, 12. April. -- L.
Goertz: Sitzgsber. der Gelehrt. estn. Gesellsch. 1897 S. 100 ff. --
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 88-90.
=Wenig=, ~Karl Gottlieb~. Maler. Geb. 14. Februar 1830 in
Reval; gest. 1902 in Petersburg. Sohn des Musikers und Organisten der
Nikolaikirche Gottl. Friedr. W. Schüler der Petersburger Akademie von
1844-53 und des Prof. Bruni. Als Pensionär der Akademie ging er auf
sechs Jahre nach Italien, wurde 1860 Akademiker, 1869 Adjunktprofessor
und 1888 ord. Professor an der Petersburger Kunstakademie. Von ihm
im Rumjänzew-Museum in Moskau: Die Engel verkünden Lot den Untergang
der Stadt Sodom, 1862. -- Kreuzigung, in der Nikolaikirche zu Reval.
-- Iwan der Grausame und seine Amme, in der Sammlung der Akademie zu
Petersburg (Abb. in наши художники I S. 77). -- Die Eroberung von
Kasan -- Lachendes russisches Mädchen, im Museum Alexanders III. in
Petersburg.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 108-111.
=Wenig=, ~Johann Gottfried~. Maler. Geb. 18. Juli 1835 in
Reval, Bruder des Vorigen; gest. in Petersburg, besuchte wie sein
Bruder die Petersburger Akademie und wurde 1863 zum Künstler II.
Grades befördert, nachdem er bereits im September 1860 für sein
Konkurrenzbild die kleine gold. Med. erhalten hatte und zur Konkurrenz
auf den Rompreis zugelassen war. Offenbar in der Absicht den Zudrang
zu den Konkurrenzen auf die gr. gold. Medaille abzuschwächen, waren
seine Arbeit und die Arbeiten mehrerer seiner Studiengenossen nur mit
einer Geldprämie ausgezeichnet worden. Ein von den jungen Künstlern
erhobener energischer Protest hatte nur deren Relegierung zur Folge.
Von ihm ausser mehreren Porträts: Olympische Spiele, 1860 gem. -- Die
Grossfürstin Sophie Witowna entreisst dem Fürsten Wasili den Gürtel auf
der Hochzeit Wasili II. -- Zar Peter und der Zarewitsch Joan werden von
ihrer Mutter den Strelitzen gezeigt.
Наши художники I. S. 77. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d.
19. Jahrh. S. 111.
=Werner=, ~Heinrich~, der Jüngere. Maler, lebte in Reval
gegen Ende des 17. Jahrh. Er kam aus England zurück, malte in Reval
„Conterfeyten und Stücke,“ wofür er 1697 vom Maleramt als Bönhase
verklagt wurde.
Revaler Stadtarchiv, Beschwerdeschriften, Archiv-Kat. B. f. VI. 33.
=Wichmann=, ~Daniel Ernst~. Baumeister, wurde am 28. Oktober
1698 als Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt.
1714 machte er Aufnahmen sämtlicher am Wall zwischen der ehemaligen
Sandpforte und dem Riesing belegenen Häuser.
=Wieder=, (~Wider~) ~Wilhelm~. Maler. Geb. 16. Februar
1818 in Stepnitz (Pommern); gest. 15. Oktober 1884 in Berlin, war
Schüler von I. S. Otto in Berlin. Er lebte in England, Frankreich und
Belgien und hielt sich 24 Jahre in Rom auf. 1845 kam er nach Livland,
wo er drei Jahre verbrachte. Seit 1873 lebte er in Berlin. Sein
Porträt, von Alex. Kotzebue gezeichnet, befindet sich in Revalschem
Privatbesitz. Hier lassen sich von ihm folgende Arbeiten nachweisen:
Strand bei Reval. -- Aussicht von der hölzernen Brücke in Dorpat bei
Abendbeleuchtung. -- Portr. des Hofrats Amadeus Buraschi; lith. v.
F. Schlater, 1845. -- Portr. des Oberpastors Bienemann; lith. v. F.
Schlater, 1846, gr. fol. -- Portr. des Landrats Reinh. Joh. Ludw. v.
Samson-Himmelstjerna; lith. von F. Deutsch. -- Portr. des Dr. med. G.
Krümmer; lith. v. F. Schlater, kl. fol. -- Portr. des Pastors zu Wolmar
Ferd. Walter; lith. von F. Schlater, fol. -- Portr. des Landrats Carl
Axel Baron Bruiningk. (Kopie im Dommus. Riga).
Inland 1845 S. 460, 813; 1846 S. 104. -- Deutsches Kunstblatt 1856
S. 185; 1857 S. 150.
=Winberg=, ~Adolf~. Architekt. Geb. 1816 in Petersburg;
gest. 26. Mai 1895 in Mitau, besuchte die Bauschule in Petersburg
und wurde 1846 Gehilfe des Gouvernementsarchitekten in Mitau, 1851
Gouvernementsarchitekt und 1879 auch Gouvernementsingenieur. 1893
verabschiedet. Von ihm die Villa Todleben bei Doblen und das Schloss
Fockenhof des Fürsten Lieven.
Inland 1846 Nº 39; 1851 S. 523; 1855 S. 218; 1851 S. 410. -- Kurl.
Gouvernements Ztg. 1875 Nº 50. -- Ztg. f. Stadt und Land 1879 Nº
61. -- Mitausche Ztg. 1895 Nº 42.
=Winkler=, ~Karl Alexander v.~ Landschaftsmaler. Geb. 6.
Juli 1860 in Reval, studierte Philologie an der Universität Dorpat
und hörte daneben die Vorlesungen über Kunst von Prof. Löschke. 1889
wurde er Schüler des Prof. Herm. Eschke in Berlin und arbeitete dann
unter George Wach in Lausanne, unter dessen Leitung er sich der
Aquarellmalerei zuwandte. Mehrfache Studienreisen nach Schweden,
Norwegen, Deutschland und Italien boten W. den Stoff zu seinen
stimmungsvollen Aquarellen. Im städtischen Mus. zu Riga von ihm eine
Ansicht des Marcellustheaters in Rom nach dem Regen.
W. Neumann, Balt. Maler und Kupferstecher des 19. Jahrh. S. 168-169.
=Wippermann=, ~Johann Peter~. Theatermaler. Geb. 1775; gest.
im April 1817 in Riga, kam 1809 an das Rigasche Stadttheater als
Dekorationsmaler, trat gelegentlich auch als Schauspieler auf. Gerühmt
wurde seine Dekoration zur Oper Titus.
Kurl. Provinzialblatt 1810 Nº 1 S. 7. -- Rigasche Stadtbl. 1817 S.
144. -- Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon 1890 S. 267.
=Wistinghausen=, ~Alexandrine v.~ Landschaftsmalerin. Geb.
1850 in Reval, studierte unter Prof. v. Klever in Petersburg und war
dann Schülerin von O. de Champeaure in Paris. Von ihr: Reval bei
Abendstimmung. -- Motiv aus der Umgegend von Paris. -- Parkmotiv aus
Paris. -- Marine aus Venedig. -- Motiv aus Nervi. -- Waldmotiv aus
Fontainebleau u. a.
=Witte=, ~Johann de~. Architekt. Geb. 17/29. Oktober 1790
in Riga; gest. im August 1854 in Charkow, erhielt seine Ausbildung in
der Ingenieurschule und in der Akademie in Petersburg, nahm am Kriege
von 1812 teil, baute das Militärhospital in Riga, leitete den Umbau
des (Ordens) Schlosses daselbst, baute die luth. Kirche zu Windau und
erwarb sich grosses Verdienst durch die Errichtung des Badeorts Kemmern.
Allgem. Künstlerlexikon v. H. W. Singer unter De Witte I S. 340.
=Wrangel=, ~Baronesse Helene v.~ Malerin. Geb. 21. Juni
1837 in Nowgorod als Tochter des Generals der Kavallerie Baron Karl
v. W. aus dem Hause Tolks, gest. 3. November 1906 in Petersburg,
erhielt den ersten Kunstunterricht im elterlichen Hause und den ersten
Malunterricht von dem Akademiker Sherwood in Moskau. In Petersburg
arbeitete sie unter Premazzi und Schistjakow. 1870 verlieh ihr die
Akademie den Rang eines freien Künstlers und ernannte sie 1874 zum
freien Mitglied. Ihre Darstellungen bewegen sich grösstenteils in der
Schilderung des bäuerlichen und des Tierlebens. Das städt. Museum zu
Riga besitzt von ihr: Pferde auf einer Waldweide; Unterricht im Pflügen
(kam 1884 in kaiserl. Besitz).
=Wrangel=, ~Baron Nils~ (~Nikolaus~) ~Wilhelm v.~
Maler. Geb. 28. Juli 1800; gest. 1870 in München, trat 1822 als
Kornet in das Warschauer Gardehusarenregiment, nahm aber schon nach
fünf Jahren seinen Abschied, um sich der Kunst zu widmen. Im Oktober
1828 trat er in die Dresdner Akademie, besuchte dann München, Rom und
Neapel und liess sich 1836 in Petersburg nieder. 1857 waren auf einer
Ausstellung in Reval von ihm ein Selbstbildnis, ein Zimmerinterieur und
zwei Nachtbilder.
Inland 1837 S. 14; 1857 S. 316.
Z
=Zeitz=, ~Dietrich v.~ Maler. Geb. in Hamburg; gest. um 1714
in Bauske, kam 1663 nach Bauske und führte hier 1665 in Gemeinschaft
mit dem Maler Nikolaus Rabin ein Oelgemälde für die dortige Kirche
aus. Er machte sich in Bauske ansässig, wurde 1677 fürstlicher
Amtsschreiber, 1682 Stadtältermann, bekleidete 1702 und 1703 das
Amt eines Gerichtsvogts und seit 1706 das eines Bürgermeisters von
Bauske. Das von ihm gemalte Bild, eine symbolische Darstellung, trägt
die Inschrift: _Nicolaus Rabin aus Lübeck und Diedrich von Zeitz aus
Hamburg, beide der Mahler Kunst gefliszen verfertigt und verehret
1665 im Monat Juli._ Ihm zuzuschreiben sind einige mit Malereien
ausgestattete Epitaphe in der Kirche zu Bauske, z. B. das Vickesche,
das Brunowsche u. a.
L. Arbusow, Auszüge aus Bauskeschen Kirchenbüchern, abgedr. in den
Sitzgsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1888 S. 25 ff. --
Vergl. auch Sitzgsber. 1886 S. 35.
=Zimmermann=, ~Alexander~. Geschickter Graveur und Zeichner
in Riga, geb. daselbst 1835; gest. 14. November 1896.
=Zirkwitz=, ~Rudolf Heinrich~. Architekt. Geb. 17. März 1857
im Gouvernement Warschau, Absolvent des Rigaschen Polytechnikums.
Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Das eigne Wohnhaus
an der Elisabethstrasse in Riga. -- Die Häuser von Transehe und von
Maydell daselbst. -- Das Schloss Koltzen in Livland (Umbau). -- Das
Herrenhaus zu Idseln in Livland. -- Die Kuranlagen in Neubad. -- Das
Haus Trautmann in der Weberstrasse. -- Das Wohnhaus Fellinerstrasse 7
in Riga.
Nach Autobiographie.
=Zöge von Manteuffel=, ~Otto~. Maler. Geb. 10. April 1822
in Reval; gest. daselbst 15. Mai 1889, wurde 1840 Schüler des Malers
Wilhelm v. Kügelgen in Ballenstädt und besuchte von 1841-45 die
Düsseldorfer Akademie. Von 1846-51 lebte er abwechselnd in Reval und
in Petersburg und unterstützte hier den Maler K. T. v. Neff bei der
malerischen Ausschmückung der Isaakskirche. Studienhalber hielt er
sich längere Zeit im Charkowschen Gouvernement auf. Von ihm mehrere
Porträts, einige Landschaften und die Altargemälde der Kirchen zu
Fellin und Jegelecht.
Gesch. der Familie Zöge v. Manteuffel herausg. v. Hermann Zöge v.
Manteuffel und E. v. Nottbeck, Reval 1894 S. 99. -- W. Neumann,
Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 103-104.
=Zur Mühlen=, ~Rudolf Julius v.~ Maler. Geb. 24. April 1845
in Arrohof in Livl., war von 1866-69 Schüler der Dresdner Akademie und
arbeitete von 1869-70 in der Malklasse der Antwerpener Akademie unter
van Lerius. Von 1871-75 besuchte er die Akademie in München und trat
1876 in die Malklasse des Prof. E. v. Gebhardt in Düsseldorf. Seit
dem Herbst 1877 ist er in Dorpat ansässig. Von ihm: Partie am Strande
bei Baltischport. -- Morgen am Revalschen Strande. -- Der segnende
Christus. Altargem. f. d. Kirche zu Kemmern. -- Die Erneuerung des
Schutz- und Trutzbündnisses zwischen der Bürgerschaft Dorpats und
der Stiftsritterschaft im Jahre 1520 (im Besitz der Grossen Gilde zu
Dorpat.) u. a.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 133-134.
Nachträge und Berichtigungen.
Zur Literatur über ~Andre~, Dietrich Ernst, ist hinzuzufügen:
Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts, 1908 Nº 3, mit Portr.
Seite 3 Zeile 2 von unten lies Rigaschem.
„ 4 „ 9 „ „ „ 1859 statt 1895.
„ 29 „ 24 „ „ „ Crayonmanier.
„ 30 „ 19 „ oben „ Triumphpforte.
„ 31 „ 8 „ „ „ 1688 statt 1868.
„ 33 „ 2 „ „ „ Patkul statt Pakul.
Zur Literatur über ~Dörbeck~, Franz Burchard, ist auf Seite 34
hinzuzufügen: Johannes Trojan, Berliner Altväterisches, in Kunst
u. Künstler VI, S. 224 ff.
Seite 41 Zeile 6 von oben ist hinter dem Worte Kopie ein Komma zu
setzen.
„ 41 „ 16 „ „ lies der statt das.
„ 48 „ 17 „ „ ist hinter dem Worte „siedelte“ das Wort
„er“ einzuschalten.
Seite 64 Zeile 10 von oben lies Tätigkeit.
„ 65 „ 19 „ „ „ Intarsia.
„ 65 „ 21 „ „ „ Brüstungen.
„ 66 „ 3 „ unten „ Kolzen statt Kalpen.
„ 67 „ 8 „ „ „ der Charitas.
„ 74 „ 12 „ oben „ 16/28. Januar.
„ 80 „ 11 „ „ fehlt hinter dem Worte Kinder das
Anführungszeichen.
„ 90 „ 16 „ „ lies Mitreuter.
„ 96 „ 9 „ „ „ _Laengning_.
„ 98 „ 14 „ unten ist hinter 19/31. Juli die Jahreszahl
1837 zu setzen.
„ 116 „ 14 „ „ ist die Jahreszahl 1845 zu streichen.
„ 124 „ 9 „ „ ist zu lesen Giessen.
„ 128 sind die Jahreszahlen der angeführten Literatur zu
~Rockstuhl~, Ernst Peter, zu lesen: Mitauer Ztg. 1785, 1803 u.
1804 statt 1715, 1103 u. 1104. desgl. zu ~Römer~, Paul, S. 118
statt 111.
„ 139 Zeile 3 von oben ist hinter gem. ein Komma zu setzen.
„ 139 „ 8 „ „ lies Kalewipoeg.
„ 139 „ 18 „ „ ist hinter Christ ein Punkt zu setzen.
„ 139 „ 21 „ unten lies des.
„ 141 ist zum Artikel Schmaeling, Alexander, nachzutragen: geb.
22. Juni 1877.
„ 146 Zeile 3 von oben lies Dyrsen.
„ 148 „ 6 „ unten lies de Tolly.
„ 153 „ 3 „ „ ist hinter dem Worte Rumpelkammer ein
Komma zu setzen.
„ 156 Zeile 15 von unten ist vor Nº 1317 das Wort
Manuskriptsamlg. zu setzen.
„ 157 „ 20 „ „ lies Kirchspiele.