D. A. Rowinsky, Подробный словарь usw. IV.

=Clara= (~Klara~), ~August Philipp~. Kupferstecher. Geb. 11. Mai

1790; gest. in Petersburg. Er studierte von 1811, II-1815 in Dorpat

Philosophie und war zugleich Schüler des Professors K. A. Senff.

Längere Zeit bekleidete er das Amt eines Zeichenlehrers am Gymnasium

und an der Kreisschule in Dorpat und folgte dann einem Ruf nach

Petersburg als Hofkupferstecher und Hofgraveur. Von ihm: Die Ansichten

der Universitätsgebäude in Dorpat. Aquat. 1821 (vergl. Sitzgsber. der

gelehrten estnischen Gesellsch. 1894 S. 141 und 142). -- Quistenthal

bei Dorpat. -- Sechs Ansichten aus Pawlowsk nach Zeichnungen des

Dichters W. Joukoffsky. -- Vier Aquatintablätter nach Zeichnungen von

M. Worobjew für das Werk: Die heiligen Stätten in Jerusalem. -- Zwei

Vignetten zu den Balladen von W. Joukoffsky (Petersburg 1831).

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 47.

=Clark=, ~John~. Zeichner und Maler. Geb. 19. September 1830 in Riga,

gest. 1905 das., verbrachte einen Teil seiner Jugend in England, kam

1847 nach Riga zurück und wurde Schüler des Malers Julius Siegmund. Zu

weiterer Ausbildung ging er dann nach Karlsruhe, wo er unter Lessing

und Schirmer arbeitete. 1863 übernahm er in Riga das Amt eines Lehrers

für Freihandzeichnen am Polytechnikum zu Riga. Freies Mitglied der

Akad. zu Petersburg. Seit 1897 Adj. Professor.

Rigasche Stadtbl. 1863 S. 294; 1873 S. 123. -- Rigasche Ztg. 1872

Nº 30; 1880 Nº 4. -- Ztg. f. Stadt u. Land 1872, 6. Febr.

=Claus=, ~Karl~. Porträtmaler aus Reval, wahrscheinlich der Sohn des am

6. Dezember 1724 in Danzig geb. Malers Michael Ludwig Claus, der am 23.

Juni 1773 in Reval starb. Von ihm das Porträt der Witwe des estländ.

Vizegouverneurs Cadeus, Louise geb. Clodt v. Jürgensburg in der Gal.

des Schlosses Kolzen in Livland.

=Clemens=, ~Konstantin~. Maler. Geb. 15. Dezember 1819 in Bauske, gest.

um 1848 in Petersburg. Von seiner Hand gibt es in kurländ. Privatbesitz

einige Bildnisse in Kreide u. Pastell.

=Clodt v. Jürgensburg=, ~Gustav Johann Heinrich~. Porträtmaler. Geb.

1776; gest. 1839. Lebte in den dreissiger Jahren des 19. Jahrh. in

Libau, wo er Zeichenunterricht erteilte. Später hielt er sich auf der

Insel Ösel auf. Von ihm sind mehrere Porträts bekannt, darunter das des

Tiermalers Joh. Heinr. Baumann; lith. v. F. Schäfer.

Inland 1855 S. 261. -- Rigasche Stadtbl. 1821 S. 150.

=Clodt v. Jürgensburg=, ~Konstantin~. Geschickter Zeichner. Geb.

18. Juli 1807; gest. 3. November 1879. Diente als General-Major der

Fussartillerie in Petersburg. Er hat das Verdienst die Kunst des

Holzschnittes mit Erfolg unter russischen Künstlern befördert zu haben.

Auch mit der Photographie und ihrer Vervollkommnung beschäftigte

er sich und wurde am 12. September 1859 dafür mit dem Titel eines

Photographen der Kaiserl. Akademie der Künste ausgezeichnet.

D. A. Rowinsky. Подробный словарь. -- Magazin des Auslandes 1845 S.

92. -- Rigasche Stadtbl. 1844 S. 364.

=Clodt v. Jürgensburg=, ~Michael Baron~. Landschaftsmaler. Geb. 1832

in Petersburg als Sohn des Generalmajors Konstantin C. v. J., trat

1851 in die Petersburger Akademie, erwarb sich die üblichen Medaillen,

erhielt 1858 für ein „Motiv aus Segewold“ den Künstlergrad I und ging

als Pensionär der Akademie ins Ausland. Er besuchte die Schweiz und

Frankreich (Normandie), kehrte aber schon 1861 nach Russland zurück,

um hier Landschaftsstudien zu treiben. Für seine Bilder „Das Aatal bei

Segewold“ und „Nacht in der Normandie“ wurde er 1862 zum Akademiker und

1864 für ein Landschaftsbild aus dem Oreler Gouvernement zum Professor

ernannt. 1872 wurde er Vorstand der Klasse für Landschaftsmalerei an

der Akademie. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir: Motiv von

der Insel Walaam, 1857 gem. (Bes. Gal. Soldatenko, Petersburg. Abb.

in наши художники S. 190). -- Drei Normannische Landschaften, 1888.

(Bes. Konsul N. Koch, Reval). -- Das Aatal bei Treyden, 1861. (Bes.

Kokorew, Petersburg). -- Motiv aus dem Oreler Gouvernement, 1865.

(Bes. Charin, Charkow). -- Herbsttag, 1867. (Bes. Gal. Tretjakow,

Moskau). -- Sonnenuntergang, 1868. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau).

-- Eichen. (Bes. Mus. Rumjänzew). -- Kühe im Sumpf. (Bes. Fürst

Paskewitsch). -- Rückkehr vom Felde, 1868. (Erworben von Baschmakow).

-- Weg im Birkenwalde. (Bes. Graf Strogonow). -- Herbst. (Bes. G.

Frenkel, Warschau). -- Herde im Wasser. (Bes. Grossfürst Nikolai

Nikolajewitsch). -- Fichtenwäldchen. (Bes. Fürst Kotschubei). --

Abendmotiv aus dem Tulaschen Gouvernement. (Bes. Gladin, Petersburg).

-- Am Pfluge, 1873. (Bes. Fürst Paskewitsch. Abb. in наши художники

S. 90, radiert vom Künstler). Birkenwäldchen. (Bes. Oestreich,

Petersburg). -- Wäldchen am Fluss, (Bes. Gisiko, Petersburg). --

Dorf mit heimkehrender Herde, (Bes. Gisiko, Petersburg). -- Wäldchen

mit Kuhherde, 1888. (Bes. O. Gregory, Reval). -- Waldferne, 1878.

(Bes. Gal. Tretjakow, Moskau). -- Die Wolga bei Simbirsk, 1882. (Bes.

Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch).

Rigasche Ztg. 1873, 24. u. 28. März. -- Dioskuren 1868 S. 57. --

Наши художники I S. 189.

=Clodt v. Jürgensburg=, ~Michael Baron~. Genremaler und Radierer.

Geb. 17. Septemb. 1835 als Sohn des Bildhauers Peter C. v. J. in

Petersburg. Er erhielt den ersten Kunstunterricht von dem Maler A.

Agin und trat 1852 in die Petersburger Akad., wo er Schüler des

Prof. Markow wurde. Zu weiterer Ausbildung ging er 1855 nach Paris

und erhielt 1860 für ein von dort der Akad. zugesandtes Bild die kl.

gold. Med., 1861 die gr. gold. Med. und 1863 ein Reisestipendium

für drei Jahre. Von Paris ging er nach München, wo er sich an den

Tiermaler Friedrich Voltz anschloss, und gleichzeitig in den Ateliers

von Piloty und Kaulbach arbeitete. 1865 kehrte er nach Petersburg

zurück, und erhielt hier ein weiteres Stipendium zu Studienreisen im

Reich. Er besuchte Moskau, Wladimir, Nischni-Nowgorod und das Oreler

Gouvernement und beschäftigte sich vielfach mit der Aufnahme von

Kunstgegenständen in Kirchen und öffentlichen Gebäuden. Die Früchte

dieser Studien trugen ihm den Rang eines Akademikers ein und zugleich

einen Teil der Pension, die sein Vater bis zu seinem Tode bezogen

hatte. Clodt gehört zu den ersten russischen Künstlern, die sich der

Malerradierung zuwandten. Sein Lehrer in der Kunst des Radierens

war A. J. Somow. Er lebt in Petersburg. Von seinen Gemälden seien

genannt: Der kranke Musikant, 1859. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau.)

-- Der letzte Frühling, 1861; erworb. v. d. Gal. Tretjakow. -- In

der Schneiderwerkstatt eines Franziskanerklosters, 1865; erworb. v.

A. Beggrow. -- Der heil. Franziskus, gem. f. das Franziskanerkloster

in München. -- Schneidernder Mönch, 1868. (Bes. Galerie Soldatenko).

-- Die Gratulation bei der Wöchnerin, 1865 gem. Der Künstler erhielt

dafür den ersten Preis der Gesellsch. z. Förderung der Künste. -- Der

Antiquar, 1870. Geldprämie der Akad. Auch vom Künstler lithogr. --

Drei Juden, 1870, s. Radierung Nº 9. Auch vom Künstler lithogr. für

das von Ilin herausg. Werk Худож. Автографъ 1870. -- Die Wöchnerin,

1872. (Bes. Wargunin, Petersb.) -- Auf der schwarzen Bank. Szene aus

einer estländischen Landkirche. 1872 von d. Akad. erworb. Abb. in Наши

художн. I S. 318. -- Jäger auf dem Anstande. -- Der Scherenschleifer.

-- Auf der „Datsche“ 1873. Diese Bilder sind auch vom Künstler radiert;

s. Nº 16-18. -- Die Soldaten kommen; gem. 1874 (Ausgest. im K.-V. Riga,

1875). -- Vor der Abreise; gem. 1878. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau.)

~Radierungen.~

1) Das Innere des Zimmers Peters d. Grossen in Monplaisir, 1861. 2)

Kopf eines Mannes und einer Frau, 1861. 3) Brustbild eines Mönchs,

1861. 4-5) Ein Schmied bei der Arbeit. Kornernte. Beide Darstellungen

auf einer Tafel nach Charles Emile Jacque, bez. M. Klodt. fec. 1863. 6)

Seni vor Wallensteins Leiche; bez. М. Клодтъ. 1866. 7) Junge Dame mit

Hut und Muff (unvollendet); bez. М. К. 1870. 8) Alte Frau am Fenster

Wäsche zusammenlegend; bez. М. Клодтъ, Грав. 1870. 9) Drei Juden;

bez. М. П. Клодтъ. Sc. und noch einmal auf einem Fass: М. К. 1870.

10) Kopf des Seni (wie Nº 6); bez. М. К. Sc. 1870. 11) Kapuziner am

Fenster; bez. М. П. Клодтъ 1870. 12) Ecke in einem Hühnerstall; bez.

М. Клодтъ. 1870. 13) Der Antiquar; bez. съ Карт. М. 1870 г. М. П.

Клодтъ. 1870 (unvollendet). 14) Genreszene; bez. М. П. Клодтъ. 1870.

15) Peter I. in seinem Zimmer in Saardam; bez. М. Клодтъ 1872. Beilage

zum Album: Памяти Петра Велиаго Спб. 1872. 16) Jäger auf dem Anstande;

bez. М. Клодтъ 1872. Beilage zum Вѣстник изящи, искусствъ, herausgeg.

v. Somow. 1887. Kleine Wiederholung im Kat. d. Aust. v. 1873; bez.

M. K. inv. aqua f. 18) Der Drechsler; bez. 1873. K. M. aquaf. -- Auf

der Datsche; bez. M. K. inv et aqua f. Im illustr. Kat. d. A. aust.

v. 1873. 19) Titelbild des Albums russischer Radierer; bez. М. Клодтъ

del et sculp. 20) Eine Dame einen Brief schreibend; bez. M. K. 1874.

Im Oval, Crayonmanier. 21) Die Kassiererin; bez. М. Клодтъ f. 1874.

(Darunter ein russischer Vers) 22) Der Satte. Ein katholischer Mönch

eingeschlafen in der Ecke eines Gemachs; bez. М. Клодтъ. del. et. sc.

1874. Vom Künstler 1875 zum Besten der von der Missernte Betroffenen

gestiftet. 23) Mönch in der Kapuze; bez. МК. Клодтъ f. 24) Dasselbe

Sujet mit der Bezeichn. М. Клодтъ. 1888. Beilage zum Вѣстн. изящн.

иск. 1889. 25) Betender Jude; bez. М. Клодтъ. 1888. Beilage zu dems.

Werk 1888. 26) Der Bildhauer P. Clodt ausruhend; bez. М. Клодтъ 1889.

Beilage zum Вѣстн. изящн. иск. 1890.

Dioskuren 1866 S. 51, 307; 1867 S. 360. -- Rigasche Ztg. 1873 24.

u. 28. März. -- Наши художн. 1. S. 188 ff. -- D. A. Rowinsky:

Подробн. словарь etc.

=Clodt v. Jürgensburg=, ~Peter Jakob~. Bildhauer. Geb. 24. Mai 1805 in

Petersburg; gest. 6. November 1867 auf dem Gute Chalala in Finnland.

Er erhielt seine Erziehung in der Militärschule zu Omsk, kam 1822,

nach dem Tode seines Vaters, des Generals Karl C. v. J. aus Omsk

nach Petersburg, trat hier in die Artillerieschule und wurde 1826

Fähnrich in der Garde-Artillerie, beschäftigte sich aber schon damals

in seiner vom Dienste freien Zeit mit Zeichnen und Holzschnitzerei,

wobei besonders die Darstellung des Pferdes sein Lieblingsthema

bildete. Durch ein in Holz geschnitztes russisches Bauerngespann, das

er dem Knaben eines befreundeten Hauses geschenkt und dadurch die

Aufmerksamkeit einiger Kunstkenner auf sich gezogen hatte, ferner durch

ein Paar in Holz geschnitzter Pferde, die er während der Lagerzeit

in Krasnoje-Sselo ausgeführt hatte und in die Hände der Grossfürsten

Michael und Nikolai Nikolajewitsch gekommen waren, wurde sein Talent

bekannt. Auch der Kaiser Nikolaus I. wurde auf ihn aufmerksam,

erteilte ihm kleine Aufträge und beurlaubte ihn zur Vollendung seiner

künstlerischen Ausbildung aus dem Militärdienste. Er besuchte darauf

die Akademie in Petersburg, wurde 1833 zum Akademiker und 1838 zum

Professor ernannt und gleichzeitig mit der Leitung der Skulpturklasse

der Akademie und mit der Direktion des Giesshauses betraut. 1848 zum

ord. Professor befördert. Mitglied der Akademie zu St. Lukas in Rom

1852; der Berliner und der Pariser Akademien 1853. Seine Pferdemodelle,

die sich durch ihre getreue Beobachtung des Tieres auszeichnen, sind

in den meisten Akademien zu finden. Sein künstlerischer Nachlass wurde

1871 von seinem Sohne der Akad. in Petersburg überwiesen. Er schuf:

Die Quadriga auf der Narvaschen Triumphpforte in Petersburg 1832/33.

-- Die Gruppen der Pferdebändiger. Von Kaiser Nikolaus 1842 dem Könige

von Preussen geschenkt und in Berlin vor dem Schloss aufgestellt.

1843 wurde eine Wiederholung der Gruppe für die Anitschkowbrücke in

Petersburg ausgeführt; (aufgestellt 1850). Eine zweite Wiederholung

machte der Kaiser 1846 dem Könige von Neapel zum Geschenk; in Neapel

aufgestellt auf der Piazza del Re. -- Den Bronzelöwen für das

Grabmal des Generals Karl v. Bistram. -- Das Giebelrelief für das

Stallhofgebäude des Grossfürsten Konstantin. (39 Menschen und 33

Pferde). 1846. -- Das Relief: Der heil. Georg zu Pferde, im Georgensaal

des Kremls zu Moskau, 1846. -- Die Kreuztragung und die Grablegung

für die Isaakskirche in Petersburg, 1846. -- Eine Bronzebüste des

Kaisers Nikolaus I., 1851. -- Das Denkmal des heil. Wladimir in Kiew.

Im Guss vollendet 1853. -- Das Denkmal des Fabeldichters Krjilow,

im Sommergarten zu Petersburg, 1855 aufgestellt. -- Das Denkmal der

Kaiserin Katharina II. für die Kolonisten im Saratowschen Gouvernement.

-- Das Denkmal des Hetmans Platow, für die Stadt Nowo-Tscherkask,

nach einem Modell des Akademikers Tokarew. -- Die Reiterstatue des

Kaisers Nikolaus I. auf dem Platze bei der blauen Brücke, 1856-1859.

(Der Sockel nach dem Entwurf des Architekten Montferrand; die Reliefs

an demselben vom Bildhauer Robert Salemann aus Reval). -- Die

Kolossalstatue Luthers für den Grafen Meyendorff; aufgestellt auf dem

Gute Kegel bei Reval; enthüllt 21. Oktober 1862. -- Die Modelle zu den

Sandsteinskulpturen am Äussern der Erlöserkirche zu Moskau, 1862.

Magazin für die Lit. des Auslandes 1845 S. 91. -- Die Dioskuren

1868 S. 176 ff. -- Schorns Kunstblatt 1843 S. 244, 294, 304; 1844

S. 19, 300, 303; 1851 S. 160; 1856 S. 292. -- W. Neumann: Baltische

Maler und Bildhauer, S. 77-79.

D

=Dahlen=, ~Friedrich Statius v.~ Baumeister und Stadtingenieur in Riga.

Er erhielt 1686 vom Rat zu Riga den Auftrag zur Anfertigung eines

Entwurfs zum Neubau des Turmes der Petrikirche. Nach seinem Entwurf,

den er am 7. Juni desselben Jahres einreichte, sollte der Turm „mit

einer Kuppel und 8 Kandicht“ ausgeführt werden. Der schon nach diesem

Plane in Ausführung begriffene Bau fand aber bei der Bürgerschaft

keinen Anklang und auf Beschluss einer Ratssitzung, die am 2. Aug. 1688

unter Hinzuziehung der Ältestenbanken beider Gilden stattfand, wurde

der Weiterbau eingestellt und der Baumeister Ruppert Bindenschu (s. d.)

mit der Bearbeitung eines neuen Projekts beauftragt.

A. Buchholtz in den Sitzgsber. d. Gesellsch. f. Gesch. und

Altertumskunde 1891 S. 48 ff. -- W. Neumann: das mittelalterliche

Riga. Berlin 1892.

=Dahlsteen=, A..... Porträtmaler; lebte um die Mitte des 18.

Jahrhunderts in Riga. Von ihm ein Porträt von Anna Katharina Hollander

geb. Poorten.

=Dannenberg=, ~Alice~. Malerin. Geb. 4. April 1861 zu Annenhof in

Kurland, besuchte die Jung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in Riga

und ging zu weiterer Ausbildung 1886 nach Karlsruhe, wo sie unter Prof.

Kanoldt arbeitete, dann nach Bern, wo sie von 1887-1891 die Kunstschule

besuchte. In Genf besuchte sie die Ecole des beaux arts und arbeitete

dann in Paris unter Leitung von R. Collin, Olivier, Merson und Mucha.

Neben der Genremalerei hat sie sich auch der graphischen Kunst

zugewandt.

=Dannenhauer=, (~Tannenhauer~).... Porträtmaler. Malte in Riga (1726?)

ein Porträt des Kaisers Peters I. für das Schwarzhäupterhaus; er wurde

später kaiserl. Hofmaler in Petersburg.

=Darbes=, ~Joseph Friedrich August~. Porträtmaler. Geb. 1747 in Hamburg

(Dänischer Nationalität); gest. 25. Juni 1810 in Berlin. Er hatte seine

Ausbildung in der Akademie in Kopenhagen unter dem Kupferstecher Joh.

Martin Preissler und K. G. Pilo erhalten, bereiste dann Deutschland,

Holland und Frankreich und kam 1775 nach Petersburg, wo er längere Zeit

am Hofe tätig war. Auch in Kurland und in Riga ist er vorübergehend

tätig gewesen. (Zwei im Mus. zu Mitau aufbewahrte von ihm von Berlin

aus an den Hofrat v. Offenburg gerichtete Briefe v. 23. Septbr. 1787

u. 25. Febr. 1788 bestätigen seinen Aufenthalt in Kurland). Mehrere

Porträts seiner Hand im Bes. des Grafen Lieven aus der Zeit von

1783-1784. In Riga sind von ihm nachweisbar: Ein Portr. der Frau Mary

Hay, geb. Cramp. -- Ein Portr. der Frau Gertrud v. Krüger, geb. Barber.

-- Ein Portr. des Rigaschen Ratsherrn Johann Heinrich Hast und dessen

Gattin Katharina Elisabeth, geb. Baumgarten. -- Das Portr. d. Anna

Elisabeth Hollander, geb. Hast, Bes. Oberlehrer B. Hollander, Riga. --

Das Portr. d. Schwarzhäupterältermannes Jobson, gem. 1784; (Bes. Ges.

d. Schwarzhäupter, Riga). -- Das Portr. des Pastors Aug. Wilh. Hupel,

gest. v. C. Kohl, fol.

=Daugull=, ~August~. Holzschneider. Geb. 1. Jan. 1830 in Dorpat; gest.

8. Nov. 1899 in Petersburg. War Anfangs Schüler des Malers L. v.

Maydell und besuchte dann als freier Zuhörer die Petersburger Akademie,

die ihm 1858 den Rang eines freien Künstlers erteilte für ein von ihm

in Holz geschnittenes Porträt des Kaisers Alexander und einen Kopf

nach Rembrandt. Daugull gehörte zu den beliebtesten Xylographen der

Hauptstadt. Zu seinen hervorragenderen Arbeiten gehören: Die Porträts

des Kaisers Peters I. 1875 u. der Kaiserin Katharina II. -- Ein

Porträt Luthers nach Cranach, 1883. -- Die Alexandersäule in Petersb.

qu. 8^o. Als Vignette f. d. Ztg. Postimees. -- Eine Anzahl Porträts,

grösstenteils nach W. Timm. Ferner Ansichten von Gebäuden, Gegenden,

Vignetten etc. für die Zeitschriften: Die nordische Biene, Русская

иллюстрація u. a. (Sammlung des Dr. A. Buchholtz in d. Bibliothek der

Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde in Riga). -- Kaiser Alexander II mit

seiner Suite; gez. v. F. Teichel u. K. Brosch. Holzsch. Gr. fol. in

Всем. иллюстрація 1869 S. 73.

Inland 1859 S. 459. -- Rigasche Ztg. 1883 Nº 293. -- Наши

художники I S. 133.

=Denffer=, ~Dietrich Peter~, gen. Jansen. Maler. Lebte in der ersten

Hälfte des 18. Jahrh. in Mitau als „Herzoglich Kurländischer Hofmaler“.

Bis 1755 nachweisbar. Von ihm das Porträt des russischen Gesandten am

Warschauer Hof Grafen Hermann Keyserling; gem. 1739, (Bes. Mus. Mitau).

Jahrbuch für Genealogie, Heraldik u. Sphragistik, 1898. S. 125.

=Deutsch=, ~Rudolf Friedrich von~. Historienmaler. Geb. 27. Okt. 1835

in Moskau als Sohn des Dr. med. Staatsr. v. D., trat 1856 in die

Dresd. Akad. und ging 1860 nach Darmstadt, wo er unter Prof. Hoffmann

arbeitete, lebte 1863-66 in Italien, bereiste Belgien und England und

liess sich dann in Berlin nieder. Zu seinen Hauptwerken zählen Kartons

u. Federzeichnungen mythologischen Inhalts; eine siegreiche Germania;

Trost in Tönen; Penelope und die Entführung der Helena (Nat. Gal.

Berlin). Weniger gerühmt sind seine Genrebilder.

H. W. Singer. Allgem. Künstler-Lexikon.

=Deutsch=, ~Karl Ferdinand~. Lithograph. Geb. 1806; gest. 23. Juni 1881

in Riga. Er gründete 1841 eine lithographische Anstalt, die noch heute

besteht (Firma A. Grosset), aus der eine grosse Anzahl bemerkenswerter

Arbeiten hervorgingen. Von diesen seien genannt: Ansicht von Riga von

der Dünaseite, 1841. -- Der kleine Violinspieler nach Fendi. Orig.

in der Gal. Brederlo, städt. Museum in Riga. -- Der Komiker Lehmann

in 12 seiner versch. Rollen nach H. Schlichting, 1841. -- Die russ.

Nationalhymne als kalligraphisches Bild, entw. von Ferd. Hess jun.,

1842. -- Portr. des Dr. C. Napiersky nach G. W. Rosenberg, 1842. --

Porträt des Generalgouverneurs M. von der Pahlen nach G. W. Rosenberg.

-- Porträt des Reinh. v. Patkul nach dem Original im Museum zu Mitau. --

Das baltische Lieder- und Sängerfest nach H. Schlichting. -- Porträt

des Oberlehrers am Rigaschen Gymnasium Dr. Alex. Theod. Sverdsjö. --

Porträt des Ratsherrn Carl Jakob Bergengrün. Farbige Lith. -- Porträt

des orthodoxen Bischofs Philaret, fol. -- Porträt des Barons Carl

Friedr. v. Schoultz-Ascheraden. -- Porträt des Missionars C. H. Hahn.

-- Porträt des livländ. Gouverneurs Georg Friedr. Fölckersam, farb.

Lith. -- Porträt des Aeltermannes gr. Gilde in Riga, Robert Sigism.

Hafferberg. -- Porträt des Weinhändlers Dan. Ludw. Jäger, farb. Lith.

-- Porträt des Woldemar Pierson v. Balmadis. -- Porträt der Frau

Oberst Sophia Therese v. Rehbinder, geb. v. Butzkowsky. -- Porträt des

Generalmajors v. Wakulsky. -- Porträt des Rigaschen Ratsherrn Dav. v.

Wilcken. -- Porträt der Gemahlin desselben Johanna, geb. v. Zimmermann.

=Dietze=, ~Otto~. Architekt. Geb. 25. Dezember n. St. 1832 in Chemnitz;

gest. 4. Oktober 1890 in Riga. Absolvierte die Chemnitzer Bauschule und

kam um 1859 nach Riga, wo er bei der Abtragung der Wälle Beschäftigung

fand. 1863 übernahm er das Amt eines Stadtarchitekten in Mitau, gab

es aber 1872 wieder auf und liess sich in Riga nieder. Von ihm sind

ausgeführt: Das Pastorat der lettischen Gemeinde an der Peterstr. in

Mitau, 1864. -- Umbau der Kirche zu Pankelhof und neuer Turm derselben,

1865. -- Umbau der Kirchen zu Goldingen und Libau, 1866. -- Rathaus in

Goldingen 1868. -- Synagoge in Mitau, 1868. -- Das Bahnhofsgebäude in

Mitau. -- Brücke über die Windau bei Goldingen 1874 vollendet. -- Das

eigne Wohnhaus in Mitau (wurde 1874 verkauft).

Rigasche Stadtbl. 1861 Nº 7. -- Rigascher Almanach 1871 S. IX. --

Rigasche Ztg. 1868 Nº 19. -- Ztg. für Stadt und Land. 1873 Nº 9.

=Dörbeck=, ~Franz Burchard~. Zeichner und Kupferstecher. Geb. 10.

Februar 1799 in Fellin; gest. daselbst 20. September 1835. Kam 15

Jahre alt nach Petersburg, wo er Schüler des Kupferstechers Friedrich

Neyer wurde und 1817 eine Stellung als Graveur in der Expedition der

Staatspapiere erhielt. 1820 verlor er hier nach kaum sechswöchentlicher

Ehe seine junge Gattin und siedelte infolgedessen nach Riga über,

wo er sich durch kleine Arbeiten, wie Visitenkartenstechen und

ähnliches kümmerlich durchbrachte. 1823 zog er nach Berlin und

fand dort die Unterstützung des Kunsthändlers Gropius. Durch seine

lithographierten, flüchtig, aber charakteristisch hingeworfenen Szenen

aus dem Berliner Volks- und Strassenleben machte er seinen Namen

schnell bekannt. Durch sie wurde er der Begründer des humoristischen

Genres in der deutschen Kunst. Zunehmende Kränklichkeit veranlasste

ihn zur Rückreise nach Fellin, wo er bald nach seiner Ankunft starb.

-- Von seinen bisher bekanntgewordenen Arbeiten nennen wir: Porträt

des estnischen Dichters Christ. Jaak Petersohn. 8^o. -- Das eigene

Porträt, rad. nach Mäklenburg; 4^o. -- Porträt des Rittmeisters der

Rigaschen blauen und grünen Bürgergarde Th. Heinr. v. Schröder, rad.

nach Mäklenburg; 4^o. -- Porträts Calvins, Körners und Luthers, rad.

kl. 4^o. -- Titelvignetten zur römischen und preussischen Geschichte

nach Zeichnungen von Joh. Martin Geisler. -- Zwei Blätter zu der von

Drouville herausgegeb. Reise durch Persien: Bildnis des Nestorianischen

Bischofs, bez. 23. gravé par B. Dörbeck; der reguläre Kanonier, bez.

Dörbeck sc. -- 16 kolorierte Radierungen Berliner Strassenfiguren.

-- Berliner Witze; Szenen aus dem Berliner Volksleben, farb.

Lithogr. 4^o herausg. von Gebrüder Gropius im Diorama, Georgen- und

Universitätsstrassen-Ecke in Berlin. Neu verlegt unter dem Titel:

Berliner Humor vor 50 Jahren von Mitscher und Röstell, Berlin. --

Album academicum. Bildliche Darstellungen aus dem Studentenleben. 1.

Lief. 4^o; 14 lith. und illumin. Blätter, 1832. Verl. von Bechtolt und

Hartge, Berlin. -- Wintermode für 1831. Herr und Dame in lächerlichen

Anzügen, farb. Lith. 4^o. -- Zwei Blatt: Vor und während der Toilette,

farb. Lith. qu. 8^o. -- Humoristische Badeszene in der Umgegend

Berlins, farb. Lith. 4^o. -- Wie du mir, so ich dir. Ankleideszenen.

Zwei Darstellungen auf einem Blatt. Kl. qu. fol. -- Bockkneipe,

Jubiläumsblatt für eine Schneidergesellschaft. Kl. qu. fol. -- Zwei

Blatt: Mariulf schickt Ihnen einen dummen Jungen. Kammergerichtsbote.

Letzteres Blatt farb. 4^o. -- Hallescher Stiefelknechtgalopp. 13

Darstellungen mit Musik auf einem Blatt. gr. fol. 1832 (sehr selten).

-- Die Zeit ändert viel. Die Verkaufsbuden vor dem Prinzessinnenpalais

unter den Linden. qu. fol. -- Messvorstellungen 2 Blatt 4^o u. qu. fol.

-- Berliner Currende. 4^o. Kremser. Farb. Lith. kl. qu. fol. -- Wie die

Berliner nach Stralau gehen. Gruppe vom Stralauer Fischzug. kl. qu.

fol. -- Porträt eines Cholera-Präservativ-Mannes nach Saphir. Spottbild

auf die Cholerafurcht. -- Stiftungsfest des Vereins Berliner Künstler,

1838. Federzeichnung 4^o. Kupferstich-Kab. Berlin.

A. Hagen: die deutsche Kunst im 19. Jahrhundert. Berlin 1857 S.

438. -- Franz Kugler: Museum. Blätter für bild. Kunst, Jahrg. 3.

1835 S. 351-352. -- W. Neumann: Balt. Maler u. Bildhauer. S. 49-51.

-- Kunstbeilage des „Rigaer Tageblatt“ 1908 Nº 21 u. 22. Johannes

Trojan, Berliner Altväterisches, in Kunst u. Künstler VI, S. 224 ff.

=Döring=, ~Julius~. Porträt- und Historienmaler. Geb. 19./31. August

1818 in Dresden; gest. 26. September 1898 in Mitau. Besuchte in

seiner Vaterstadt von 1830 ab die Mittwochs- und Sonnabendsstunden

der Akademie und wurde 1838 Schüler von Bendemann. Im Sommer 1844

unternahm er eine Studienreise durch Süddeutschland und einen Teil

von Oberitalien, um farbige Trachtenbilder aufzunehmen für das von

dem Dichter und Geschichtsschreiber Eduard Duller herausgeg. Werk

„Geschichte des deutschen Volks“ (Leipzig, 3. Aufl. 1846). Im Juni

1845 folgte D. einer Aufforderung der Staatsrätin J. v. Klein zu

einer Reise nach Kurland; er nahm dabei seinen Weg durch die Provinz

Posen und hatte hier Gelegenheit zu mehrfachen Porträtausführungen.

Erst im Dezember traf er in Mitau ein. Obgleich die Zeit seines

Aufenthalts in Kurland nur auf zwei Jahre von ihm festgesetzt worden

war, veranlassten ihn doch die mancherlei Aufträge, die ihm zuteil

wurden, zu längerem Bleiben und führten endlich zu dem Entschluss sich

völlig in Mitau sesshaft zu machen. 1859 wurde er zum Zeichenlehrer am

Mitauer Gymnasium ernannt, welchem Amt er 31 Jahre vorgestanden hat;

daneben erteilte er Privatunterricht. Die kurländische Gesellschaft

f. Lit. u. Kunst erwählte ihn 1865 zu ihrem Bibliothekar und

Schriftführer; beide Aemter hat er bis zum 30. Juni 1893 bekleidet.

Auch hat sich D. sowohl auf dem Gebiete der heimischen Archäologie

wie auf dem der Kunstforschung eifrig betätigt. Seiner Vorarbeiten

für das vorliegende Lexikon ist im Vorwort eingehend gedacht. In den

Jahren 1852, 1885 und 1889 unternahm er grössere Reisen nach Italien,

Griechenland und Palästina. Sein Werk gibt D. auf 1106 Porträts aller

Art, 23 Altargemälde und 3 historische Bilder an. Unter diesen hebt

er hervor: Mehrere Porträts für die gräfl. Bernstorffsche Familie in

Düben bei Leipzig, gem. 1839. -- Wie Huldbrand seine Frau aus dem

verrufenen Wald geleitet. Szene aus der Undine, gem. 1840 (Bes. Dr.

Granickau, Mitau). -- Der heil. Jakobus. Altargem. für die Kirche zu

Myslowa in Polen, 1844. -- Porträt zweier Kinder des Generalkonsuls v.

Wöhrmann in Riga, 1849. -- Der auferstandene Christus. Altargem. für

die Kirche zu Assern, 1853. -- Porträt des griech. orthod. Erzbischofs

von Riga Platon, Kniestück, 1859. -- Porträt des Präsidenten Samson

v. Himmelstjerna. Zeich. durch Lithogr. vervielfältigt 1859. --

Himmelfahrt Christi. Altargem. für die Kirche zu Sessau, 1860. --

Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Bauske, 1860. --

Christus auf dem Meere. Altargem. für die Kirche zu Borstein, 1861.

-- Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Ellern, 1861. --

Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für die Kirche zu

Ekau, 1862. -- Ecce homo. Altargem. für die Kirche zu Neuenburg, 1863.

-- Die Sixtina nach Raffael für die kathol. Kirche zu Mitau, 1863. --

Der heil. Antonius. Giebelbild über dem Bogen des Einganges zur kathol.

Kirche in Mitau, 1864. -- Christus am Kreuz mit Maria-Magdalena.

Altargem. für die Kirche zu Baldohn, 1865. -- Christus am Kreuz mit

Maria und Johannes. Altargem. für die Armenkirche zu St. Johann in

Mitau, 1865. -- Porträt des Staatsrats Dr. K. Bursy, 1865 (Bes. Mus.

Mitau). -- Christus am Kreuz. Kopie nach dem Bilde des Prof. K. Jäger

in der Kirche zu Frauenburg in Kurl. Altargem. für die Kirche zu

Annenhof, 1866. -- Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem.

für die Kirche zu Saucken, 1867. -- Der heil. Joseph mit Maria und

dem Christkind, für die kathol. Kirche in Mitau, 1868. -- Christus am

Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Holmhof an der Aa, 1871. -- Die

Enthauptung Konradins von Hohenstaufen. Vollendet 1871 (Bes. Mus.

Mitau). -- Bootfahrt auf der Aa; der Künstler und seine Familie,

1872 (in Privatbes. in Dresden). -- Porträt seiner Gattin, 1872 (in

Privatbes. in Dresden). -- Christus am Kreuz mit Maria und Johannes.

Altargem. für die Kirche zu Bauske, 1880. -- Der heil. Matthäus.

Kolossalbild für die kathol. Kirche zu Nowomiasto in Litauen. 1880. --

Christus Brot und Wein segnend. Altargem. für die Kirche zu Sallgaln,

1883. Darüber als Oberbild: Ein Engel, nach einem Motiv von Anna Maria

Ellenrieder. -- Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für

die Kirche zu Hofzumberge, 1888. -- Porträt des kurl. Gouverneurs v.

Lilienfeld, 1888 (Bes. Museum Mitau). -- Porträt des Herzogs Gotthard

Kettler. Vergrösserte Kopie nach einem alten Bilde, 1888 (Bes. v.

Nolcken, Allatzkiwi). -- Porträt des livl. Staatsmannes Reinh. v.

Patkul. Kopie nach einem Bilde im Mus. zu Mitau (Bes. Ritterhaus,

Riga. Eine zweite Wiederholung im Dommus. Riga). -- Christus am Kreuz.

Altargem. für die Kirche zu Szeymel, Litauen, 1890. -- Christus am

Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Zohden, 1891. -- Porträt des

Gouvern.-Prokureurs v. Klein und dessen Gemahlin Julie (Bes. Frau v.

Bach, Mitau).

Nach seinen Porträts wurden von D. Schabert in Mitau lithographiert:

Porträt des Hrn. A. v. Beitler, 1847, lith. 1848. -- Porträt des

Generals d. Kav. Graf Kreutz, 1850, lith. 1851. -- Porträt des

Oberhofgerichtsrats Gust. Joh. Baron Lieven, 1847, lith. 1851. --

Porträt des Pastors Friedr. Ed. Neander, 1850, lith. 1850. -- Porträt

des Generalsuperintendenten Karl Ludwig Wilpert, 1848, lith. 1848. --

Porträt des Dr. med. Lichtenstein, lith. von H. Schabert. -- Porträt

des Hrn. Otto von Mirbach, nach Zeichn. von Döring, lith. v. H.

Schabert. -- Porträt des Pastors der reform. Kirche zu Mitau Herm.

Wilh. Cruse, 1849, lith. im Kgl. lithogr. Institut in Berlin.

Nach Autobiographie.

=Dorn=, ~Johann Christoph~. Geb. 1671. Vielbeschäftigter Baumeister

aus Königsberg, wurde im Jahre 1742 vom Rat der Stadt Libau zur

Erbauung der Trinitatiskirche daselbst berufen, wozu er die Pläne

wahrscheinlich in Königsberg angefertigt hatte. Er traf am 8. März

1742 in Libau ein, am 12. März begann der Fundamentbau und am 19. Juni

wurde der Grundstein gelegt. Vollendet wurde die Kirche, die zu den

interessantesten Spätrenaissancebauten der Provinzen gehört, im Jahre

1748.

Tetsch, Kirchengesch. II, 350 ff. Mspt. im Museum Mitau.

=Dorner=, ~Johann Konrad~. Porträt- und Historienmaler. Geb. 15. August

1809 zu Egg bei Bregenz am Bodensee; gest. 30. Juni 1866 in Rom, kam

1828 nach München auf die Akademie und wurde Schüler von Cornelius

und Schnorr, beteiligte sich auch unter jenem an den Arbeiten in der

Ludwigskirche. Veranlasst durch Baron Alfred Lüdinghausen-Wolff kam

er 1835 nach Mitau. 1839 ging er nach Wilna, kehrte aber 1840 nach

Mitau zurück und verheiratete sich hier im nächsten Jahre. 1843 zog er

nach Petersburg, wo er vorübergehend an der malerischen Ausstattung

der Isaakskirche beschäftigt war, und für die Kaiserliche Familie

mehrere Porträts ausführte. Die Petersburger Akademie ernannte ihn am

25. September 1852 zum Akademiker. Seit dem Jahre 1853 nahm er seinen

Aufenthalt in Rom. Von seinen bedeutenderen während seines Aufenthalts

in Kurland gemalten Bildern nennen wir: Mädchen am Meeresstrand; in

Mitau gem. -- Portr. der Gräfin Medem geb. v. Löwenstern als Kind, 1836

gem. -- Portr. des Hrn Otto v. Löwenstern, 1836 gem. (Bes. Graf Medem,

Stockmannshof). -- Gretchen am Spinnrad. (Bes. v. Schöpping, Grünhof).

-- Portr. seiner Gemahlin Karoline geb. Reter, in Mitau gem. -- Portr.

des Fräuleins Marie v. Rönne, Kniestück, in griechischem Kostüm; in

Mitau gem. -- Portr. einer Frau v. Rönne, in Mitau gem. -- Porträt des

Reichsgrafen L. v. Medem. (Bes. Graf Medem, Stockmannshof). -- Heilige

Familie. (Bes. Baron Ropp-Bixten in Kurland). -- Thisbe. (Aus dem Bes.

des Hrn Alexis v. Schöpping 1871 in den des Hrn v. Hahn-Rokischen

übergegangen). -- Für die Grossfürstin Maria v. Russland malte er in

Rom „Die Unterredung des heil. Augustin mit seiner Mutter Monica“ und

eine heilige Familie. -- Eine von Woldemar v. Mohrenschild ausgeführte

Kopie des von ihm über dem Eingange zum protestantischen Kirchhofe in

Rom gemalten Friedensengels befand sich 1871 auf einer Kunstausstellung

in Dorpat.

Inland 1853 S. 765. Augsburger Allgem. Zeitung 1866 Nº 207. --

Singer, Künstlerlexikon.

=Dreiling=, ~Franz v.~ Maler. Sohn des Rigaschen Kaufmanns Dietrich

v. D.; gest. 20. Oktober 1678. Seinen Bildern nach muss er von einem

holländischen Künstler ausgebildet worden sein. Er lebte später als

Kaufmann in Riga, wurde 1664 Dockmann und 1666 Aeltester der gr. Gilde.

Von ihm die Porträts seines Vaters Dietr. v. D. († 30. X. 1637) und

seiner Mutter Katharina, geb. Fuchs († 1651). Beide Bilder befanden

sich früher im Himselschen Museum in Riga, jetzt im Dom-Museum. --

Desgleichen eine Landschaft mit Ruinen eines Grabmals an einem Teich;

auf Holz gem. bez. rechts unten: Frans Dreiling Diedrich Sohn fecit

A. 1653. -- Ein Porträt in der Sammlung der Gesellschaft Prussia in

Königsberg.

=Dücker=, ~Eugen Gustav~. Landschaftsmaler. Geb. 29. Jan. (10.

Febr.) 1841 zu Arensburg auf der Insel Oesel, erhielt den ersten

Zeichenunterricht von dem Maler Fr. S. Stern und kam 1858 nach

Petersburg, wo er sich anfangs unter Prof. Jensen der Bildhauerkunst

widmete, sich aber dann auf der Akademie der Landschaftsmalerei

zuwandte. 1863 errang er sich die gr. gold. Medaille und zugleich ein

sechsjähriges Reisestipendium. Er ging zunächst nach Karlsruhe, wo er

sich an Lessing anschloss, dann nach München und 1864 nach Düsseldorf.

Hier wurde er 1872 als Nachfolger von Osw. Achenbach an die Akademie

berufen und ist nach einem zeitweiligen Rücktritt seit dem Herbst 1874

als Akademieprofessor tätig. 1873 ernannte ihn auch die Petersburger

Akademie zum Professor. Als Vertreter eines gesunden Realismus wurde

er zu einem Bahnbrecher der modernen Richtung der Landschaftsmalerei.

Aus der Fülle seiner Schöpfungen, die sich zum grössten Teile in

Privatbesitz befinden, heben wir hervor: Nach dem Regen, 1865 gem.

(Bes. Akademie der Künste, Petersburg. Abb. in наши художники S. 144).

-- Meeresufer, 1865 gem. (Bes. Galerie Botkin, Petersburg). -- Motiv

von der Insel Rügen, 1870 gem. (Bes. Städt. Museum, Königsberg). --

Wäldchen, 1870 gem. (Bes. Gesellschaft zur Förderung der Künste,

Petersburg). -- Motiv von der Insel Nargen bei Reval. (Bes. Grossfürst

Wladimir Alexandrowitsch). -- Motiv vom Ostseestrande; eine Barke

wird von fünf Pferden ans Land gezogen. (Bes. Galerie Dresden). --

Hohe Ufer, 1872 gem. (Bes. Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch).

-- Sonnenuntergang an der Ostsee, 1876 gem. (Bes. Städt. Museum,

Königsberg). -- Mönchgut auf Rügen mit der Bucht bei aufgehendem

Mond. (Bes. Nationalgal. Berlin, erworb. 1878. Abb. im Kat). -- Am

frühen Morgen, Harzlandschaft, 1871 gem. (Bes. Fürst Carolath-Beuthen,

Berlin). Rügenscher Strand. (Bes. Museum, Hannover). -- Nordseestrand

mit Schiffswrack. (Bes. Museum Breslau). -- Idylle am Meeresstrande,

1885 gem. (Bes. Stadtgalerie, Düsseldorf). -- Motiv von Arkona auf

Rügen. (Bes. Nationalgalerie, Berlin). -- Sonnenaufgang auf Rügen, 1887

gem. (Bes. Kgl. Galerie, Dresden). -- Oktoberabend. (Bes. R. Mosse,

Berlin). -- Flut, 1888 gem. (Bes. Nationalgalerie, Berlin). -- Marine,

Oktoberabend, 1888 gem. (Bes. R. Mosse, Berlin). -- Fischer bei Reval.

(Bes. Museum Reval). Sonnenuntergang an der Ostsee, 1908 gem. (Bes.

städt. Museum in Riga). -- Radierungen: Kornernte qu. fol. (Album für

vervielf. Kunst). -- An der Küste, 4^o. (Originalradierung Düsseldorfer

Künstler, Heft I). -- Herbstlandschaft. (Originalradierung Düsseldorfer

Künstler Heft II).

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 148-150.

=Dücker=, ~Marie~. Malerin. Geb. 13. Juli 1847 in Arensburg auf der

Insel Oesel. Schwester und Schülerin des Vorigen; hat sich durch

vorzügliche Blumenmalereien bekannt gemacht. Sie lebt z. Z. in Pernau.

E

=Echtler=, ~Eduard~. Porträtmaler. Er stammte aus Wien und liess sich

1847 in Riga nieder, wo er sich mit Porträtieren und dem Kopieren

von Gemälden beschäftigte. 1850 arbeitete er in Petersburg und zog

1861 nach Riga zurück, wo er ein photographisches Atelier errichtete.

Von ihm das Porträt des Pastors Karl Leberecht Borckmann; lith. v.

M. Bergmann, fol. und das Porträt des Hrn. L. v. Cube im Jagdkostüm,

Kniestück, 1849. -- Ein Brustbild desselben, 1849. -- Eine Ansicht

von Riga von der Dünaseite in Aquarell ausgeführt, dem eine photogr.

Aufnahme von ihm zur Grundlage diente, wurde chromolithographisch von

E. Winckelmann & Söhne in Berlin vervielfältigt; verlegt von A. Hauff,

Buchhandlung in Riga, 1862, qu. fol.

Inland, 1849. S. 794.

=Eggink=, ~Johann Leberecht~. Porträt- und Historienmaler. Geb. 26.

November 1787 auf dem Gute Pewicken in Kurland; gest. 7. März 1867 in

Mitau, studierte vom September 1811 bis Oktober 1812 Philosophie an der

Universität Dorpat, vertauschte dann aber das wissenschaftliche Studium

mit dem der Malerei. Von 1813 bis 1814 besuchte er die Zeichenklassen

der Petersburger Akademie, ging dann nach Deutschland, wo er in Berlin

und Dresden arbeitete, und dann nach Wien, wo er auf längere Zeit in

die Akademie trat. Mit dem Maler G. Hippius aus Estland zog er 1816

nach Rom. (Die Skizzenbücher seiner italienischen Studienzeit befinden

sich im Museum zu Mitau). Eine ihm von Kaiser Alexander I. gelegentlich

des Kongresses in Verona (1822) gewährte fünfjährige Pension, setzte

ihn in den Stand bis zum Jahre 1828 in Italien zu bleiben. Im Herbst

dieses Jahres begab er sich nach Petersburg. Die Akademie erteilte ihm

den Rang eines akademischen Künstlers und vom Oktober 1830 bis 1831

bekleidete er das Amt eines Zeichners für militärische Kostüme in der

Zeichenkammer des Grossfürsten Michael Pawlowitsch. Dann aber trieb es

ihn in die Heimat zurück. 1837 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers

am Gymnasium zu Mitau, als Nachfolger des Malers Dominikus Oechs,

das er bis zum Jahre 1858 inne gehabt hat. Er war korrespondierendes

Mitglied der Akademie von S. Lucca in Rom und wurde 25. September 1834

von der Petersburger Akademie zum Akademiker befördert. Angeblich

war sein Name Eggink ein Pseudonym für v. Knigge. Es haben sich die

folgenden Arbeiten von ihm nachweisen lassen: 1-6) Eboli bei Pästum.

-- Heilige Familie (Kopie). -- Vermählung der heil. Katharina nach

Correggio. -- Ruhende Venus nach Tizian. -- Heilige Familie. --

Versch. Miniaturen. (In Rom gem. und dort 1819 ausgestellt). -- 7) Die

Religionswahl Wladimirs I. im Jahre 988, gem. 1822. (Bes. Eremitage,

Petersburg). -- 8) Kaiser Alexander I. hebt 1817 die Leibeigenschaft

in den Ostseeprovinzen auf. In Rom gem. 1824. (Bes. Baron Paul v.

Hahn-Asuppen in Kurland). -- 9) Der Sieg des Alexander Newski über

die Schweden im Jahre 1240. In Rom gem. 1824. Kolorierte Skizze im

Museum zu Mitau. -- 10) Einzug Alexander Newskis in Pleskau i. J.

1242. In Rom gem. 1824. Kolorierte Skizze im Museum zu Mitau. -- 11)

Tod des Marquis Posa, 1824. -- 12) Odysseus und Nausikaa, 1824. (Bes.

Museum, Mitau. Abb. in W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer). --

13) Die Landung Julius Cäsars in Albion. (In engl. Privatbesitz). --

14) Die Kumäische Sybille. (In kurländ. Privatbesitz). -- 15) Junges

Mädchen aus Albano, 1824. (Bes. A. v. Simolin, Gross-Dselden). -- 16)

Römerin vor dem Spiegel, 1824. (In russ. Privatbesitz. Eine Kopie

im Museum zu Mitau). -- 17) Grablegung Christi nach Raffael. In Rom

gem. 1820. (Von Kaiser Alexander I. der Kunstakademie in Petersburg

übergeben, am 3. Dezember 1824 von der Eremitage übernommen). --

18) Eine Sammlung von 17 Miniaturen (Miniaturen-Kab. der Eremitage,

Petersburg). -- 19) Grablegung nach Garofalo in Miniatur. (Kam in

Kaiserl. Besitz). -- 20) Danae nach Tizian. (Die Bilder 7-20 sind

von E. in Italien bis 1828 gem.) -- 21) Porträt des Fabeldichters

Krylow, 1835. (Bes. Kunstakademie, Petersburg). -- 22) Christus am

Oelberge, Altargemälde für die Essern-Grösensche Kirche in Kurland,

1842. -- 23) Landmädchen aus Nemi. -- 24) Landmädchen aus Genzano. --

25) Porträt des Generalsuperintendenten v. Richter. -- 26) Porträt

des Pastors Katterfeldt sen., Neuhausen in Kurland. -- 27) Petrus

auf dem Meere, gem. 1843. Altargemälde für die Trinitatiskirche in

Mitau. -- 28) Christkind nach Thorwaldsen, Altargemälde für die Kirche

zu Grobin. -- 29) Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes.

Altargemälde für die Kirche zu Neuhausen in Kurland. -- 30) Christus

am Oelberge, Altargemälde für die Kirche zu Salenen in Kurland. --

31) Dasselbe für die Kirche in Dünaburg, 1846 gem. -- 32) Christus am

Kreuz, Altargemälde für die Kirche zu Assiten in Kurland. -- 33) Das

Abendmahl, nach L. da Vinci, Altargemälde für die Kirche zu Jakobstadt.

-- 34) Christi Himmelfahrt, Altargemälde für die Kirche zu Sonnaxt in

Kurland. -- 35) Christus am Kreuz, für den Betsaal des Gefängnisses

zu Mitau. -- 36, 37) Der reuige Petrus und Johannes der Prediger; in

der Kirche zu Windau über der Sakristeitür. -- 38) Porträt des Pastors

v. Pauffler in Windau. (Bes. lutherische Kirche daselbst). -- 39, 40)

Selbstporträt und Porträt seiner Gemahlin, 1845 gem. (Bes. Museum zu

Mitau). -- 41-44) Rückkehr von der Ernte bei Neapel. Felsenkloster zu

Subiaco. Brunnen bei Olevano. Mädchen aus Frascati. -- 45, 46) Porträt

des Prof. Magnus Georg v. Paucker. (Original in Petersburg, Kopie von

J. Döring im Museum zu Mitau). Porträt der Gemahlin desselben, geb.

Trotta v. Treyden. -- 47) Die Kaskatellen bei Tivoli. -- 48) Sturm

auf dem Meere. -- 49) Mondscheinlandschaft. -- 50) Interieur. -- 51)

Porträt des Rigaschen Theaterdirektors Johann Hoffman. (Lith. v. D.

Schabert). -- 52) Porträt der Gemahlin desselben, Katharina geb.

Krainz. -- 53) Porträt des Sängers und Schauspielers am Rigaer Theater

Carl Günther. (Lith. von D. Schabert). (Nº 51-53 für die von Salzmann

projektierte Herausgabe der Bildnisse Rigascher Schauspieler). --

54) Porträt des Freiherrn Joh. Friedr. Recke, gem. 1842. (Bes. Museum

Mitau). -- 55) Porträt des Staatsrats A. v. Neumann. -- 56) Porträt

des livländischen Gouvernements-Postmeisters Fr. v. Jung-Stilling,

(1794-1853). Auf den Stein gezeichnet von E. Hau, gedruckt bei F.

Schlater. -- 57) Porträt, Kopie, der Brüder Gotthard und Magnus v.

Nolcken; ermordet in Mitau am 10. August 1615. (Nach dem Original im

Bes. des Museums. Lith. von F. Schabert, 4^o.) -- 58) Porträt des

Generalmajors v. Klinger mit der Leyer im Arm. Gest. v. Rosmäsler,

4^o. -- 59) Porträt des kurl. Medizinalinspektors K. G. H. F. Bursy.

Zeichn., darnach lith. von D. Schabert. -- 60) Porträt der Frau von

Paucker, 1838. (Bes. Schulinspektor a. D., L. Arbusow, Riga).

W. Neumann. Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrhunderts. S.

28-29.

=Ehmcke=, ~Karl Heinrich~. Architekt. Geb. 30. November 1852 in Riga,

studierte von 1873, I-74, II an der Universität Dorpat und trat dann

in das Rigasche Polytechnikum, das er 1878 absolvierte, worauf er noch

ein Jahr die Berliner Bauakademie besuchte. Er liess sich 1880 in Riga

als freipraktizierender Architekt nieder und übernahm 1892 das Amt

des Architekten des Rigaer Hypothekenvereins. Von ihm mehrere grosse

Wohnhausbauten, in Riga.

Nach Autobiographie.

=Eichwald=, ~Rudolf~. Maler. Geb. 16. November 1816 zu Grösen in Kurl.;

gest. im Sommer 1838 in Dresden. War Schüler der Dresdner Akademie.

=Engelhardt=, ~Hermann Baron v.~ Genremaler. Geb. 1. März 1853 zu

Würken in Livland. Ging 1871 nach Düsseldorf, trat aber 1872 in die

Münchener Akademie ein und wurde Schüler des Prof. Löftz. Bildete sich

später unter Wagner und W. Lindenschmit. Lebt in München. Zu seinen

bekanntesten Arbeiten gehört der in verschiedene Museen zerstreute

Zyklus von drei Gemälden: Die Schwestern. Das städt. Museum zu Riga

besitzt von ihm eine betende Nonne.

W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 134-135.

=Engelhardt=, ~Reinhold v.~ Maler. Geb. 24. Juli 1809 zu Sahlen in

Livl., trat 1837 in die Dresdner Akademie und bildete sich später in

München.

=Engelhardt=, ~Robert v.~ Landschaftsmaler. Geb. 25. November 1862 auf

dem Gute Foelk in Livland, trat 1879 in die Düsseldorfer Akademie. 1894

war von ihm in Riga eine Waldstudie ausgestellt.

=Erke=, ~Jakob Ludolf~. Kupferstecher. Geb. 1796 in Dorpat; gest. 2.

November 1845 in Petersburg. Ueber seine Tätigkeit in Petersburg s. D.

A. Rowinsky: Подробный словарь русских граверовъ.

=Essen=, ~Paul v.~ Ingenieur und Architekt. Er stand als Oberleutenant

in schwedischen Diensten und entwarf die Pläne zum Rathause in Dorpat,

dessen Bau 1684 begonnen und im August 1693 vollendet wurde.

Inland. 1862 S. 793.

=Everdt=, ~Matthias~. Porträtmaler in Riga. Wird im Jahre 1633 als in

die Rigasche Bürgerschaft aufgenommen bezeichnet.

Quartalbuch 1613-1633. S. 175.

=Exner=, ~Johann Gottfried~. Bildhauer. Angeblich aus Weissenstein

stammend, wurde am 18. November 1821 in Reval als Bürger aufgenommen;

gest. 1874. Er schuf von 1834-1840 die Marmorkanzel und den Marmoraltar

der Olaikirche zu Reval nach deren Brande von 1820, nach Entwürfen

von F. L. v. Maydell. Gleichfalls nach einem Maydellschen Entwurfe

arbeitete er das Grabdenkmal des Oberpastors Hörschelmann auf dem

Kirchhofe zu Moik bei Reval, 1835. Dekorative Arbeiten von ihm in

Schloss Fall in Estland.

Inland 1886 S. 468, S. 779 ff. -- G. v. Hansen, Die Kirchen u.

ehemaligen Klöster Revals, 1885 S. 22. -- Sein Porträt im Bes. des

estländischen Provinzialmus. zu Reval.

=Eyman=, ~Marie~. Malerin. Geb. 29. März 1857 in Mitau, war anfänglich

Schülerin des Malers Jul. Döring in Mitau und bildete sich von

1892-1895 auf der Damenakad. des Künstlerinnenvereins in München.

F

=Fabiansohn=, ~Heinrich~, aus der Nähe von Wesenberg gebürtig, besuchte

die Petersburger Akad. und wurde 16. April 1859 zum Kandidaten auf den

Rang eines Akademikers erwählt. Es gibt von ihm gut gemalte Porträts

(Stadthaupt Hahn in Narva, Pastor Hunnius in Maholm). Die Kirche zu

Maholm in Estland besitzt von ihm ein Altargemälde: der sterbende

Christus. Auch Tierbilder wurden von ihm erwähnt.

=Fatt=, ~Johann Peter~. Porträtmaler und Silhouetteur. Lebte zu Ende

des 18. Jahrhunderts in Riga und scheinbar abwechselnd in Mitau. Das

Porträt eines Unbekannten bez. J. P. Fatt pinx 1791 befindet sich im

Bes. d. Herausgebers.

Mitausche Ztg. 1790 S. 52.

=Faujaert=, S... Porträtmaler. Ein Gemälde vom ehemaligen Epithaph

des Rigaschen Ratsherrn Johann Kocken von Grünbladt († 1656), das

diesen und seine Familie zu den Füssen des Gekreuzigten darstellt,

trägt rechts unten die Bezeichnung: S. Faujaert. fec. Das Epithaph

wurde 1653 beim Eingang in den Chor der Domkirche am rechten Pfeiler

angebracht (Bes. Dom-Mus. Riga).

=Fechhelm=, ~Karl Traugott~. Architektur- und Dekorationsmaler. Geb.

1748 in Dresden; gest. in Riga 1819. Jüngster Bruder der Maler Karl

Friedrich F. (geb. 1725 in Dresden, † 1785 in Berlin, Dekorations- und

Freskomaler), Christian Friedrich Gottlieb F. (geb. 1732 in Dresden,

seit 1765 Lehrer an der Kunstakad. in Dresden, gest das. 1819) und

Georg Friedrich F. (geb. 1740, seit 1788 Mitgl. der Akad. in Berlin, †

Ende des 18. Jahrh.). Wahrscheinlich war er Schüler seiner in Berlin

ansässigen Brüder und trieb dort die Theater- und Dekorationsmalerei,

als er im Jahre 1797 nach Riga berufen wurde. Hier führte er als

erste Arbeit die Dekorationen zur Zauberflöte aus. Ob er dauernd am

Theater angestellt war, lässt sich nicht erweisen; als Landschafts-

und Architekturmaler hat er eine grosse Tätigkeit entfaltet. Von ihm

sind folgende Arbeiten bekannt: Ansicht Rigas von der Dünaseite, 1811

gem. -- Drei Gemälde, den Brand der Vorstädte Rigas am 11. und 12.

Juli 1812 darstellend, wurden am 12. X. 1812 vom ehem. Himselschen

Mus. in Riga erworben. -- Ansicht der Vorstädte nach dem Brande; am 2.

V. 1814 vom ehem. Himselschen Mus. erworben. -- Ansicht Rigas von der

Dünaseite, 1815 gem. Darnach farb. Lith. v. Jac. Geisser. fol. -- Drei

Ansichten des Marktplatzes in Riga, 1816 gem. (Bes. Dom-Mus. Riga).

-- Eine Ansicht des Rathausplatzes, farb. Lith. v. Jac. Geisser. fol.

-- Ansicht der Gegend von Kronenberg in der livländischen Schweiz.

Nach einer Skizze von Joh. W. Krause (s. d.). -- Der Schlossplatz in

Riga zur Zeit der Einweihung der Siegessäule, 1818 gem. (Bes. Dom-Mus.

Riga). -- Der Paradeplatz an der Jakobsstrasse vor dem Zeughause, 1819

auf Bestellung des Himselschen Mus. gem. (Bes. Dom-Mus. Riga). -- Vier

Landschaften aus der livländ. Schweiz, gem. für den Ratsherrn Kolb in

Libau. -- Motiv aus Venedig nach Canaletto (Bes. Dr. Behr, Mitau).

-- Der Canale grande (Bes. Kunstverein Riga). -- Rigaer Zitadelle,

Dekoration für eine Festvorstellung. -- Fünf Ansichten aus Berlin aus

dem Ende des 18. Jahrhunderts in der Art des Canaletto gemalt; 1906 vom

städt. Museum zu Riga dem märkischen Mus. in Berlin überlassen.

Rigasche Stadtbl. 1816 S. 195 u. 196; 1866 S. 334. -- Libausches

Wochenblatt 1840 Nº 69. -- Rigaer Theater- u. Tonkünstlerlexikon

S. 58 u. 279.

=Fedders=, ~Julius Woldemar~. Landschaftsmaler. Geb. 7. Juni 1838

zu Kokenhusen in Livland, kam 1856 nach Petersburg auf die Akad.

und absolvierte sie 1862 mit drei Preismedaillen; ausserdem war ihm

von der Kaiserin für ein Aquarell ein Diamantring als Ehrengeschenk

verliehen worden. Er übernahm nach seinem Abgange von der Akademie

das Amt eines Zeichenlehrers an der Realschule zu Mitau, gab es aber

1875 auf, um in Düsseldorf weitere Studien zu machen. 1876 lebte er

in Petersburg und übernahm in der Folge das Amt eines Zeichenlehrers

am Volkslehrer-Seminar zu Bielgorod im Kurskischen Gouvernement. 1880

wurde er zum Akademiker befördert; 1893 zum Professor ernannt. Seit

1874 Mitgl. der Akademie zu London. Lebt z. Z. in Njeschin. Seine

zahlreichen Landschaften befinden sich grösstenteils in Privatbesitz.

Das städt. Mus. zu Riga besitzt von ihm eine Strandpartie von Orro.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 157-159.

=Feldmann=, ~Alexander Wilhelm v.~ Militäringenieur und Architekt.

Geb. 26. Mai 1790 in Reval; gest. 31. August 1861 in Petersburg, wurde

am 31. August 1827 auf Befehl des Kaisers Nikolaus I. zum Oberleiter

der Wiederherstellungsarbeiten an der 1820 abgebrannten Olaikirche in

Reval ernannt und stand dem Bau bis seiner am 9. Mai 1831 erfolgten

Versetzung nach Petersburg vor. Er lebte später als Ingenieur-General

und General-Adjutant in Petersburg.

Inland 1836 S. 467 u. 469. -- G. v. Hansen, Gesch. der Kirchen u.

ehemaligen Klöster Revals. 1885 S. 22. -- Nottbeck u. Neumann,

Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval. 1899 II. S. 106.

=Felsko=, ~Johann Daniel~. Architekt. Geb. 18. Oktober 1813 in Riga;

gest. 24. September 1902. Besuchte von 1835-1840 die Kunstakad. zu

Kopenhagen und wurde mit einer silb. Preismed. ausgezeichnet. Am

6. September 1843 berief ihn der Rigasche Rat zum Adjunkten des

damaligen Stadtbaumeisters Grän, doch musste er merkwürdigerweise

seine Befähigung zuvor durch ein Examen vor einer aus Maurer- und

Zimmermeistern bestehenden Kommission dartun. Am 27. Mai 1844

bestätigte ihn der Rat im Amte eines „Stadtarchitekten“. Seine

Ernennung zum Stadtarchitekten, als des ersten akademisch gebildeten

Künstlers in diesem Amt, ist für die Entwicklung der Baukunst in Riga

von nachhaltigem Einfluss gewesen. Am 1. April 1879 legte er sein Amt

nieder. 1851 ernannte ihn die Petersburger Akad. zum freien Künstler;

1900 wählte ihn der Rigasche Architektenverein zum Ehrenmitgliede.

Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehören: Das Stadtwaisenhaus in der

Kalkstrasse in Riga, 1845-1846. Durch den Stadtarch. Schmaehling 1890

zur Stadtsparkasse umgebaut. -- Der Erweiterungsbau des Rathauses,

1848-1850. -- Die Martinskirche in Riga-Hagensberg, 1851/52. Seit 1887

durch Arch. H. Scheel erweitert und umgebaut. -- Die St. Annenkirche

in Pinkenhof bei Riga, 1853/54. -- Die anglikanische Kirche in Riga,

1857-1859. -- Turm der St. Johanniskirche in Riga, 1860. -- Das Haus

der St. Johannisgilde; begonnen 1863. -- Die St. Gertrudkirche,

1864-1866. -- Das Stadtgymnasium, 1865-1868. -- Das Stadtkrankenhaus,

1870 begonnen, später vergrössert; publiz. in der Erbkamschen Bauztg.

1876. -- Das Restaurationsgebäude im Wöhrmannschen Park, 1872. -- Das

Sadownikowsche Armenasyl in Riga, 1874-1876. -- Die Trinitatiskirche

auf Alexandershöhe, 1876-1878. -- Die Stadtrealschule (früher

Bürgerschule), 1876-1879. -- Neubau des Aktienhauses in Dubbeln bei

Riga 1878 nach dem Brande des 1848 von ihm erbauten.

Rigasche Stadtbl. 1841 S. 331, 354 u. ff.; 1845 S. 132 ff.; 1853 S.

199; 1854 S. 479; 1859 S. 272; 1864 S. 274; 1865 S. 265 ff; 1868 S.

199; 1874 S. 244 a. 245. -- Inland 1843 S. 345; 1848 S. 582; 1851

S. 934; 1855 S. 9. - Rigasche Ztg. 1873 Nº 302; 1874 Nº 143; 1877

Nº 216; 1878 Nº 149; 1879 Nº 151; 1885 Nº 102 u. 103. -- Rigaer

Almanach 1863; 1867 S. X; 1868 S. III. IX; 1880 S. 45 u. 62. --

Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1878 Nº 265. Dünaztg. 1892 Nº 162.

=Felsko=, ~Karl Johann~. Architekt. Geb. 5. Mai 1844; Sohn des Vorigen.

Bildete sich anfangs unter Leitung seines Vaters, der ihn auch

gleichzeitig in die Praxis einführte und besuchte dann seit 1863 die

Bauschule zu Siegen in Westfalen. 1865-66 im Bureau der Architekten

von der Hude u. Hennicke in Berlin tätig, besuchte er gleichzeitig

die Vorlesungen an der Bauakademie daselbst und setzte dann seine

Studien an der Kunstakad. in Petersburg fort, die er 1868 mit dem

Diplom eines freien Künstlers absolvierte. Seit jener Zeit in Riga als

freipraktizierender Architekt tätig; versah zeitweilig das Amt eines

Lehrers an der Gewerbeschule und von 1872-1882 das eines Assistenten am

Polytechnikum in Riga. Von ihm ausser zahlreichen Privatwohnhäusern:

Das neue Waisenhaus in Riga (Preisgekrönter Konkurrenzentwurf; in

Gemeinschaft mit K. Neuburger ausgeführt). -- Das Haus des Kurländ.

Hypothekenvereins in Mitau. -- Das Haus des Reyerstifts. -- Das Haus des

Gewerbevereins.

Nach Autobiographie.

=Felsko=, ~Oskar Eduard Daniel~. Maler. Bruder des Vorigen. Geb.

17. Juni 1848 in Riga, war zum Studium der Pharmazie bestimmt, gab

dieses jedoch früh auf, um sich auf der Petersburger Akad. mit dem der

Skulptur zu beschäftigen, doch vertauschte er auch dieses nach kurzer

Zeit mit dem der Malerei auf der Düsseldorfer Akad. 1879 richtete er

in Riga Zeichen- und Malkurse für Damen ein und übernahm 1880 das Amt

eines Konservators der städtischen Galerie. Von 1884-1891 war er als

Lehrer für Freihandzeichnen am Polytechnikum tätig; seit 1891 als

Lehrer und Porträtmaler in Mitau. Im Hause der grossen Gilde von ihm

das Porträt des Aeltermanns Zander 1896, in der Börse zu Riga das

Porträt des Kommerzienrats R. Kerkovius.

Rigasche Ztg. 1879 Nº 198; 1880 Nº 116; 1881 Nº 25 und 234; 1883 Nº

253; 1884 Nº 99; 1888 Nº 250. -- Dünaztg. 1891 Nº 268. -- Mitauer

Ztg. 1895 Nº 4. -- Rigaer Kirchenbl. 1881 Nº 52.

=Feuereisen=, ~Johanna~ (~Jenny~). Malerin. Geb. 8. März 1873 in

Dorpat, erhielt den ersten Kunstunterricht in Dorpat, bildete sich

dann auf der königl. Kunstschule in Berlin und unter Franz Lippisch

in Charlottenburg. Arbeiten von ihr waren 1899 im Verein Berliner

Künstler, 1900 bei Schulte in Berlin, 1908 im städtischen Museum in

Riga ausgestellt.

Nach Autobiographie.

=Fielitz=, ~Ida~. Malerin. Geb. 1847 (?) in Riga, bildete sich seit

1871 in München und seit 1880 in Paris. Einige ihrer Arbeiten wurden

von der Münchener Akademie als Musterleistungen angekauft. Sie hat auch

radiert. Von 1891-1893 lebte sie in Mitau und Riga, seit jener Zeit in

Paris. Das Rigasche Museum besitzt von ihr das Porträt ihrer Mutter.

Rigasche Zeitung 1878 Nº 11 u. 31; 1888 Nº 206, 212. Dünazeitung

1891 Nº 54. Mitauer Zeitung 1890 Nº 87, 1893 Nº 75.

=Fontebasso=, ~Francesco~. Maler und Radierer. Geb. 1709 zu Venedig;

gest. 1769. Er war ein Schüler des Malers Sebastiano Ricci, wurde 1761

an den Petersburger Hof berufen und laut Kontrakt von 1762 als Lehrer

der Perspektive an der Akademie angestellt, doch scheint er dem Amt

nur kurze Zeit vorgestanden zu haben, denn schon in demselben Jahre

ist er in den herzogl. Schlössern in Kurland mit der Ausführung von

Deckengemälden und Surporten beschäftigt.

v. der Recke: Gesch. des Schlosses in Mitau in Monum. Livon.

antiqu. II. Kunstzeitschrift Старые Годы (Alte Zeiten) I, S. 384.

=Forler=, ~Johann Christmann~. Baumeister, bekleidete um die Mitte des

18. Jahrhunderts das Amt eines „Hochfürstlichen Schlossbaumeisters“ in

Mitau.

Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau beim Jahre 1740. (J.

Döring).

=Franke=, C. Theatermaler. War mit seinem Sohn (?) zwischen 1855 und

1878 als Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater beschäftigt. 1880

malte er Dekorationen zum neuen Theater im Schirkenhöfschen Saale.

Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon. S. 65.

=Franken=, ~Helene v.~ (geb. Köber). Malerin. Geb. 19. März 1825,

erhielt den ersten Unterricht von den Malern Eggink und Döring und seit

1847 von Röthing in Dresden, später von Paul v. Franken, mit dem sie

sich 1851 vermählte. Mit ihrem Gemahl lebte sie anfangs in Mitau, dann

in Petersburg und schliesslich in Tiflis. Hier trennten sich die Gatten

und sie übernahm das Amt einer Zeichenlehrerin. 1884 kehrte sie nach

Deutschland zurück. Von ihr ausser einigen Genrebildern: Das Porträt

des Fürsten Lieven. (Bes. Baron A. Bruiningk, Dorpat), und das Porträt

des weil. Oberhofgerichts-Advokaten C. v. Neumann. (Bes. Stadtrat v.

Neumann, Mitau).

(J. Döring).

=Freytag-Loringhoven=, ~Mathilde v.~ Malerin und Radiererin. Geb. 30.

Oktober 1860 in Kopenhagen, machte ihre ersten Studien unter dem Maler

Wilhelm Strygowsky in Danzig und bildete sich weiter an der Weimarer

Kunstschule, wo der Landschaftsmaler K. Buchholz, Graf Kalkreuth

und Professor Max Thedy ihre Lehrer wurden. Viele künstlerische

Anregung auf dem Gebiet der Radierung verdankt sie ausserdem dem

Landschaftsmaler Baron Gleichen-Russwurm.

Nach Autobiographie.

=Fritz=, ~Johann Ludwig~. Historienmaler. Geb. 26. April 1811 in Riga;

gest. 1852 in Rom, kam 1833 auf die Dresdner Akademie und genoss

daneben den Unterricht des Professors J. C. Roessler. 1837 ging er

nach München und zog von dort nach Rom. Von ihm: Abschied des Tobias

von seinen Eltern, 1837. (Entwurf in Tusche dazu im städtischen Museum

zu Riga). -- Die vier Jahreszeiten, gem. 1838. -- Ganymed vom Adler

des Zeus zum Olymp getragen. -- Der junge Tobias mit dem Engel. --

Die Propheten und Patriarchen. Gruppe aus dem Karton von Cornelius

(Bes. Stadtgalerie, Riga; von ihm in Gemeinschaft mit Th. Rickmann

ausgeführt).

Rigasche Stadtblätter 1838 S. 244; 1839 S. 3 ff. u. 201; 1868 S.

326.

G

=Gabler=, ~Christoph August~. Architekt. Geb. 6. Juni 1820 in Reval;

gest. 6. März 1884 daselbst. Zögling der Petersburger Akademie, wurde

1838 mit der silb. Medaille ausgezeichnet und 1839 mit dem Range

eines freien Künstlers als Pensionär des Wegebaukorps entlassen. 1844

zum Hilfsarchitekten bei der estländischen Gouvernements-Baubehörde

ernannt; 1859 zum Gouvernementsarchitekten befördert. Sein Hauptwerk

ist die Johanniskirche in Reval.

Inland 1844 S. 404; 1859 S. 440. G. v. Hansen: Die Kirchen und

ehem. Klöster Revals, 1885 S. 80. Industrieztg. 1877 Nº 2. Anzeiger

für Libau und Umgegend 1885 Nº 4.

=Gaehtgens=, ~Ernst Hermann~. Maler. Geb. 5. Oktober 1872 in Nauditten

bei Doblen in Kurl., trat in die Kunstschule in Berlin und nach

Ablegung des Zeichenlehrerexamens in die dortige Kunstakad. Er malt

Bildnisse und Genrebilder und hat mehrere farbige Steinzeichnungen

geschaffen. Tätig in Mitau.

=Gahlnbäck=, ~Johann Leopold~. Architekt und Architekturmaler. Geb. 21.

Oktober 1855 im Pastorat Pyha in Estland, absolvierte 1879 die Akad.

in Petersburg und bereiste zu weiterer Ausbildung Italien, Frankreich

und Holland. 1885-1890 als Gehilfe des Prof. Messmacher beim Bau des

Museums der Baron Stieglitzschen Zeichenschule in Petersburg. Zur

Zeit Lehrer an diesem Institut. Zu seinen grösseren Bauten gehören:

Das Greisenheim der evangel. Gemeinde in Petersburg. -- Das Asyl

und Diakonissenhaus der reform. Gemeinde daselbst. -- Das evang.

Kinderheim. -- Die Schule der reform. Gemeinden und das Haus Kriwzoff

in Petersburg.

Nach Autobiographie.

=Gavél=, ~Charlotte Margarethe Elisabeth v.~ Genremalerin. Geb. 16.

Februar 1833 in Livland; gest. 28./16. November 1894 in München.

Empfing ihre künstlerische Ausbildung in München und war Mitgl. der

dortigen Künstlergenossenschaft. Es gibt von ihr mehrere Genrebilder.

=Gebhardt=, ~Franz Karl Eduard v.~ Historienmaler. Geb. 13. Juni 1838

im Pastorat St. Johannes in Estland als Sohn des dortigen Pastors,

kam nach dem Besuch der Domschule zu Reval 1855 auf die Petersburger

Akad., verliess diese aber schon 1858, um die Kunstschule in Karlsruhe

zu besuchen, in die er nach einer Reise durch Holland und Belgien,

und nach einem Studienaufenthalte in Tirol, eintrat. Aber schon 1860

siedelte er nach Düsseldorf über, wo er Schüler von Wilh. Sohn wurde,

mit dem ihn bald warme Freundschaft verband. Von Düsseldorf aus

unternahm er wiederholt Reisen durch Deutschland, die Niederlande,

Frankreich und Oberitalien. Am 11. März 1874 wurde er an die Stelle von

Th. Hildebrandt in das Lehrerkollegium der Düsseldorfer Akad. berufen

und neben Röthing mit der Leitung der mittleren Malklasse betraut; 1875

erhielt er die Ernennung zum Professor. Gebhardts ausserordentliche

Bedeutung liegt in der Art seiner künstlerischen Auffassung der

biblischen Geschichte, als deren vornehmster Interpret er angesehen

werden kann. Abweichend von der traditionellen Heiligenmalerei und

von jener hyperrealistischen der Schule Vernets lässt er in seinen

religiösen Bildern die Menschen seiner Umgebung in die Erscheinung

treten und kleidet sie in die Tracht der Reformationszeit, um auch

dadurch an jene grosse Zeit zu erinnern. Schwungvolle Komposition,

tiefe geistige Auffassung und ein blühendes Kolorit, das sich zuweilen

an Dürer und die grossen Vlamen des 16. Jahrhunderts anlehnt, zeichnen

seine Werke aus. Gebhardt ist Mitgl. der Akademien zu Berlin, München

und Wien. Besitzer der kl. gold. Med. Berlin 1872; der Med. der

Wiener Welt-Ausstellung 1873; der Med. II München 1879; der gold.

Erzherzog Karl-Ludwig-Med. Wien 1879; der gr. gold. Med. Berlin 1881;

des Preisdiploms der Dresdner Aquar. A. 1887; Inhaber verschiedener

Orden und stimmfähiger Ritter des preuss. Ordens pour le merite für

Wissenschaft und Kunst, 1890. Von Gebhardts Werken seien hier genannt:

Lexikon baltischer Künstler · 第 14 / 19 题