W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh., S. 131-133

=Bock=, ~Alexander v.~ Bildhauer. Geb. 7. Juni 1829 zu Röstfer

bei Dorpat; gest. 17. August 1895 in Petersburg. Trat 1850 in die

Petersburger Akademie, nachdem er ein Jahr zuvor den Unterricht des

Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg genossen hatte, und absolvierte

diese im Jahre 1856 mit der gr. gold. Med., die ihm für sein Relief

„die Kreuzigung Christi“ zuerkannt wurde. Als Pensionär der Akademie

ging er darauf zu weiterer Ausbildung nach Rom und wurde für die beiden

hier von ihm ausgeführten Figuren Amor und Psyche zum Akademiker

befördert. Gleichzeitig erhielt er seine Ernennung zum Professor und

die Berufung zum Nachfolger des verstorbenen Professors Pimenow an

die Akademie. Während seiner mehr als dreissigjährigen Tätigkeit an

der Akademie ist er der Lehrer der bedeutendsten russischen Bildhauer

geworden. Von ihm: Die Kreuzigung Christi. Basrelief, 1857. --

Psyche in Verzweiflung, 1864. (Erworben von Sr. Maj. dem Kaiser v.

Russland. Abb. in наши художники S. 51). -- Amor mit Schmetterling,

1864. -- Das Denkmal des Feldmarschalls Paskewitsch-Eriwansky in

Warschau, 1869. (Abb. in наши художники S. 49). -- Das Denkmal des

Admirals Greigh, 1867. -- Das Urteil Salomos, an der Fassade des

Petersburger Gerichtshofs. (Abb. in W. Neumann: Baltische Maler und

Bildhauer). -- Büste des Bildhauers Peter Clodt v. Jürgensburg, 1870.

-- Kreuzigungsgruppe 1874. -- Das Denkmal des Dichters Puschkin,

Konkurrenzskizze 1874, 3. Preis. -- Die Gruppe der Minerva, die

Künste beschützend auf der Kuppel des Akademiegebäudes in Petersburg,

1875. In Bronze ausgeführt 1882. Konkurrenzarb. I. Preis. (Abb. in

наши художники und W. Neumanns: Baltische Maler und Bildhauer). --

Die Büste des Malers Karl Timoleon v. Neff, 1877. (Bes. Akad. in

Petersburg. Gypsabguss im städt. Museum zu Riga). -- Die Fontäne für

den oberen Garten in Peterhof, die Entführung der Europa durch Jupiter.

Konkurrenzarb. I. Preis, 1877. -- Frauenkopf, Marmor, 1878. (Abb.

in наши художники S. 50. Bes. Akad. Petersbg). -- Kolossalbüste der

Kaiserin Katharina II. 1880. (Erworben von der Akad. in Petersburg).

-- Büste der Frau N. -- Bacchant, 1881. (Abb. in Balt. Maler und

Bildhauer). -- Amor in der Fuchsfalle, 1881. (Bes. Sr. Maj. d. Kaiser.

Abb. in наши художники S. 50). -- Büste der Frau Sophie Menter. --

Büste des Professors K. E. v. Baer, 1882. -- Statue Christi 1884, für

die Katharinenkirche zu Petersburg. -- Die Statue des Komponisten

Glinka in Smolensk, 1885. (Abb. in Balt. Maler und Bildhauer). -- Venus

und Amor, 1889. (Bes. Akad. in Petersburg. Abb. in наши художники S.

51.) -- Die kleine Fischerin. -- Amphitrite. (Abb. in наши художники

S. 51). -- Das Echo. -- Büste des Akademikers L. v. Schrenck (letzte

Arbeit).

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer, S. 83-86.

=Bock=, ~Boris v.~ Architekt. Geb. 28. März 1857 auf dem Gute Ninigal

bei Fellin, absolvierte 1882 das Studium der Architektur am Rigaschen

Polytechnikum. Nach mehrjähriger Tätigkeit beim Bau der Pleskau-Rigaer

und der Dünaburg-Witebsker Bahn liess er sich 1895 in Pernau als

freipraktizierender Architekt nieder, übernahm aber 1898 das Amt eines

Baurevidenten in Riga und seit 1900 das des jüngeren Stadtarchitekten

daselbst.

=Bockslaff=, ~Karl Ludwig Nikolai~. Geb. 9. Mai 1823 in Mitau; gest.

18. Febr. 1888 in Riga, widmete sich dem Kaufmannsstande, verfolgte

aber daneben auch künstlerische Interessen. In der Mitte der

siebenziger Jahre veranlasste er die ersten Restaurierungsversuche am

Kreuzgange des Domklosters zu Riga. Seit 1870 legte er eine Sammlung

malerischer Aufnahmen aus den baltischen Provinzen und Finnland an, die

in 6 Foliobänden im Bes. der Familie erhalten ist.

=Bockslaff=, ~Wilhelm Ludwig Nikolai~. Architekt. Geb. 12. Oktober 1858

in Riga. Sohn des Vorigen. Absolvierte das Studium der Architektur am

Rigaschen Polytechnikum. Beteiligte sich als Gehilfe des Professors

J. Koch (s. d.) beim Bau der livländ. adel. Güterkreditsozietät und

der Lutherkirche in Riga. Erbaute u. a. die Seitenkapelle der kathol.

Kirche in der Schlosstrasse zu Riga, das Herrenhaus auf dem Gute

Neu-Mocken in Kurland, die Häuser Siesenberg (Kalkstrasse) und Hansen

(Alexanderstr.), das Haus des englischen Klubs, an der Schlosstrasse,

den Erweiterungsbau der grossen Gilde, die Kommerzschule auf der

Esplanade in Riga und leitete die Wiederherstellungsarbeiten an der St.

Johanniskirche zu Dorpat und der St. Jakobikirche in Riga.

=Bodecker=, ~Berendt~. Bildhauer. Lebte um die Wende des 17.

Jahrhunderts in Riga. Im Jahre 1604 schuf er im Auftrage der St.

Johannisgilde eine grosse in der Domkirche sich befindende Gedenktafel

in Form eines reich geschmückten Epitaphs.

Aeltermannsbuch der St. Johannisgilde in Riga (nach C. Mettig).

=Bodenehr=, ~Gabriel~. Maler und Kupferstecher. Geb. 1664, gest. 1758

in Augsburg. Von ihm eine Ansicht von Riga mit den Vorstädten und

den projektierten Wällen um 1700, aus: Die Mächte Europas oder die

merkwürdigsten Städte, Festungen, Häfen etc. Nº 142 aus einer Folge von

200 Blättern 8^o. Im Jahre 1726 sollte er im Auftrage des Rigaschen

Rats ein Porträt des Kaisers Peter I. malen, doch wurde der Auftrag

später dem Maler Johann Jul. Müller (s. d.) zuteil. Dass er sich in

Livland aufgehalten hätte, ist nicht wahrscheinlich.

=Bodenstädt=, ~Johann Dietrich~. Porträtmaler im ersten Viertel des

18. Jahrhunderts in Mitau. Er wird als „Conterfeyer“ aus Hannover

bezeichnet und war aus Finnland nach Mitau gekommen, wo er sich

verheiratete und am 4. Oktober 1714 seinen Sohn Georg Gottfried taufen

liess.

Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau. (J. Döring).

=Boltho v. Hohenbach=, ~Alma Willy~. (s. Klot.)

=Borchert=, ~Bernhard Christian~. Maler und Illustrator. Geb. 1.

Dezember 1863 in Riga, trat 1883 in die Akademie zu Petersburg, erhielt

hier 1885 für ein Bild Judith mit dem Haupte des Holofernes die silb.

Medaille und 1886 für sein Bild aus dem Leben des Wladimir Monomach

eine Geldprämie. Um dieselbe Zeit wurde er Mitarbeiter an verschiedenen

in deutscher und in russischer Sprache erscheinenden illustrierten

Journalen: Задушевное слово, Всемірная иллюстрація, Gnom und Pipifax.

1892/93 war er für einen Privatmann in Magdeburg beschäftigt, ging

von dort auf kurze Zeit nach München und unternahm dann eine grössere

Studienreise in den Kaukasus. B., der seine Sujets mit Vorliebe der

Märchenwelt und dem Frauenkreise entnimmt, hat sich namentlich durch

seine meisterhafte Beherrschung der Pastelltechnik einen weiten Ruf

erworben. In den letzten Jahren als Lehrer an der Rigaschen Kunstschule

tätig und wiederholt auf Studienreisen in Frankreich. Von seinen

zahlreichen Werken nennen wir: Griechischer Flötenbläser. -- Wandernde

Tataren. -- Persischer Teppichhändler (in Rigaschem Privatbes.). --

Froschkönig. -- Morgentau. -- Moornixe. -- Abendsonne. -- Deutsche

Ordensritter durch einen Wald reitend. -- Panischer Schrecken. --

Betendes Mädchen. -- Wunderblume. -- Im Paradiese. -- Der Kuss. -- Für

die baltische Jugendschrift lieferte B. in den Jahren 1897-1900 den

grössten Teil der Illustrationen.

=Borchert=, ~Eva~, s. ~Schweinfurth~, ~Eva Margarethe~.

=Borsow=, ~Alexander Nikolaus v.~ Landschaftsmaler. Geb. 1854 zu

Marzen in Livland, gest. 30. Januar 1895 in Riga. Erhielt den ersten

Kunstunterricht in Riga und bezog 1879 die Düsseldorfer Akademie. Er

errichtete sich in Düsseldorf ein Atelier, kehrte aber 1893 nach Riga

zurück, wo er sein Leben in kümmerlichen Verhältnissen beschloss. Von

seinen Arbeiten sind hervorzuheben: Am Stintsee. -- Tannenwald an der

Ostsee. -- Nach Sonnenuntergang. -- Blick auf die Ostsee. -- Abend an

der Düna bei Stockmannshof. (Bes. Städt. Museum in Riga).

Rigasche Ztg. 1881 Nº 25; 1882 Nº 238, Nº 243, Nº 248; 1884 Nº 12

u. Nº 136. Dünaztg. 1892 Nº 121; 1893 Nº 230.

=Bosse=, ~Anton Georg~. Geschickter Kunstdilettant. Geb. 7. März 1792

in Livland; gest. 29. April 1860. Studierte von 1812-1814 Theologie

in Dorpat und übte sich unter K. A. Senff gleichzeitig im Zeichnen

und Malen, wurde 1815 zum Prediger in Dickeln (Livl.) ordiniert und

1819 nach Wohlfahrt (Propstei Walk) versetzt. 1856 emeritiert. Seine

bedeutendste Arbeit ist das Altargemälde mit der Auferstehung Christi

in der 1821 geweihten Kirche zu Wohlfahrt; ausserdem hat er mit vielem

Geschick viele seiner Gemeindeglieder porträtiert, deren Bildnisse im

Wohlfahrtschen Kirchenarchiv aufbewahrt werden.

Rigasche Stadtbl. 1821 S. 426.

=Bosse=, ~Eduard Georg~. Maler. Geb. 25. Jan. 1810 in Riga als ältester

Sohn des Malers Ernst Gotth. B.; gest. 3. April (22. März) 1859 in

Florenz. Erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater und besuchte

seit 5. X. 1825 die Dresdner Akad., die er jedoch schon Michaelis 1827

wieder verliess, um sich einem anderen Studium zuzuwenden. 1830-1833

widmete er sich in Dorpat dem Studium der Nationalökonomie, wandte sich

dann aber wieder der Malerei zu. Er besuchte England und Schottland,

lebte dann in London als viel beschäftigter Maler und siedelte 1858

nach einem kurzen Aufenthalt in Paris nach Florenz über.

=Bosse=, ~Ernst Gotthilf~. Porträt- und Historienmaler. Geb. 4. Aug.

1785 in Riga; gest. 15. (27.) Nov. 1862 in Florenz. Er war von seinem

Vater, dem städtischen Wagemeister, zum Kaufmannsstande bestimmt worden

und hatte bereits eine Handlung begründet, als er sich entschloss

sich der Kunst zuzuwenden. Er wurde zunächst Schüler von K. A. Senff

in Dorpat, zog dann nach Petersburg, ging aber schon nach kurzer Zeit

(1814) nach Dresden, wo er Schüler von Grassi wurde, begleitete auch

diesen, der zum Studiendirektor der sächsischen Pensionäre in Rom

ernannt worden war, dorthin. Als anerkannter Künstler kehrte er 1820 zu

kurzem Aufenthalt nach Riga zurück, begab sich dann nach Petersburg,

wo ihm der Auftrag wurde, Kopien nach den berühmtesten italienischen

Meistern für die kaiserlichen Sammlungen anzufertigen. Zur Ausführung

dieses Auftrages reiste er 1822 nach Dresden und später nach Florenz.

Die von ihm 1832 nach Petersburg geschickten (fünf) Kopien wurden von

den Professoren der dortigen Kunstakademie einer vernichtenden Kritik

unterzogen und der Auftrag für weitere Arbeiten scheint infolgedessen

zurückgezogen worden zu sein. Selbständiges hat B. wenig geschaffen,

sich vielmehr auf die Wiedergabe von Werken der italienischen

Renaissancemeister beschränkt, die er meistens en miniature kopierte.

Seine Porträts erfreuten sich des Beifalls seiner Zeitgenossen. Er

wurde Ehrenmitglied der Akad. zu St. Lukas in Rom, Professor und

Mitglied der Akademie zu Florenz und Ehrenmitglied der Akademie zu

Parma. Von ihm: Der Entwurf zu der 1810 geprägten Jubiläumsmedaille

zur Erinnerung an die hundertjährige Vereinigung der balt. Provinzen

mit Russland. -- Madonna nach C. Maratta, 1817 in Dresden gem. (Bes.

Familie Hollander, Riga). -- Die Transfiguration nach Raffael, 1819

in Rom gem. auf Bestellung der Administration der Rigaer Domkirche.

Nach der Restaurierung des Chors seit 1898 in der Südkapelle am Turm

aufgestellt. -- Portr. der Fürstin Pauline Borghese, 1819 in Rom

gem. -- Der Violinspieler nach Sebast. del Piombo. -- Modesta und

Vanitas. -- Sybilla und heil. Cäcilie nach Dominichino. -- Danaë

nach Tizian. -- Madonna nach Raffael. (Miniaturen in Rom gem.) --

Fornarina nach Sebast. del Piombo. -- Madonna nach Raffael. -- Portr.

Raffaels. (Miniaturen in Florenz gem.) -- Heilige Familie nach

Raffael. -- Heilige Familie nach Tizian. (Miniaturen in Neapel gem.)

-- Weibliches Bildnis, Kniest. (Bes. Fam. Pychlau, Riga.) -- Portr.

der Frau Anna Gert. Wöhrmann, geb. Ebel. Stifterin des Wöhrmannschen

Parks in Riga. (Bes. städt. Mus. Riga). -- Portr. des Mineralogen E.

M. Ulprecht. -- Portr. des Daniel Kleeberg. (Aus der Stadtbibliothek

in d. Bes. des städt. Mus. Riga.) -- Selbstporträt. (Bes. Frau v.

Hörschelmann, Riga. Abb. in balt. Maler und Bildhauer). -- Portr. des

Kaufmanns Krüger. (Bes. K. V. Riga). -- Portr. des Ältermannes der

Schwarzhäuptergesellschaft Renny. Kniest. (Bes. Ges. der Schwarzh.

Riga). -- Portr. der Kaiserin Elisabeth, gem. 1822. -- Portr. der

Gemahlin des Künstlers Wilhelmine, geb. Dänemark, gem. 1824. -- Portr.

des Kaisers Nikolaus I. -- Karikaturen auf Napoleon und den Rückzug

seiner Armee aus Russland. 145 Blätter in verschiedenen Formaten, zum

Teil von Bosse, zum Teil von ihm in Gemeinschaft mit Michael Terebenjew

ausgeführt. (Sammlung der Gesellschaft f. Gesch. u. Altertumskunde,

Riga) --

W. Neumann. Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 30-32.

=Bosse=, ~Harald Julius~. Architekt. Geb. 17. Sept. 1812 in Petersburg;

gest. 10. März (26. Febr.) 1894 in Dresden, zweiter Sohn des Malers

Ernst Gotth. B. Bildete sich auf der Dresdner Bauschule, dann unter Fr.

Moller in Darmstadt und war 1829-1832 beim Bau des Theaters in Mainz

beschäftigt. 1833 zog er nach Petersburg und erwarb sich auf Grund

seines Attestats von Moller und des von ihm eingereichten Projekts

einer Villa den Rang eines freien Künstlers der Architektur. 1854 Prof.

der Akad. Mitgl. der acad. des beaux arts in Paris und Petersb. Zu

seinen bedeutendsten Bauten gehören: Die Börse in Riga. (Grundstein 3.

VI. 1852, voll. 1856). -- Die deutsche reformierte Kirche in Petersb.;

abgebrannt 1873. Nach dem Brande von Prof. D. Grimm neu erbaut.

-- Das Landhaus d. Grafen Schuwalow bei Petersb. -- Die Villa des

Grossfürsten Michael bei Petersb. -- Haus Buturlin in Petersb. -- Die

Grabkapelle des Grafen Kotschubey und dessen Wohnhaus in Petersb. --

Die Villa der Grossfürstin Nikolai in Snamenskaja bei Petersb. -- Die

griechisch-orthodoxe Kirche in Dresden. 1872.

Rigasche Stadtbl. 1833 S. 193. Rigaer Almanach 1861. Rigasche Ztg.

1874 Nº 126, 1884 Nº 242. Inland 1851 S. 951, 1854 S. 865, 1859

S. 933. -- Зодчій (Der Baumeister) 1894. S. 91 ff. mit Portr.

=Bräutigam=, ~Johann Heinrich~. Dekorationsmaler. Geb. 1791, gest.

28. Sept. 1858 in Riga. Wurde 1820 als Dekorationsmaler am Rigaschen

Stadttheater angestellt und bekleidete das Amt bis zum Jahre 1825,

ausserdem ein zweites Mal von 1837-1841. Im Jahre 1828 stellte er

in Riga ein Kosmorama aus, das allmählig durch neue Bilder ergänzt,

schließlich 19 Stücke umfasste, die zum Teil nach Stichen, zum Teil

von ihm nach der Natur gemalt waren. 1829 und 1833 stellte er ein

Diorama aus mit einer Darstellung des Thuner Sees. Ein von ihm gemalter

Theatervorhang mit einer Ansicht Rigas mit der Flossbrücke wurde am 10.

Sept. 1830 zum ersten Mal benutzt.

Rigasche Stadtbl. 1814 S. 4; 1828 S. 31, 43, 111, 137-139; 1829 S.

4, 52, 413; 1830 S. 192, 290; 1833 S. 4; 1858 S. 324.

=Bredow=, ~Albert~. Landschafts- u. Theatermaler. Stammte aus

Deutschland und lebte von 1852-1855 als Dekorationsmaler in Riga,

später in Reval und soll dann nach Moskau gezogen sein. Er stellte

im Jahre 1868 in der Kunstakad. in Petersb. aus: Sechs Motive aus

dem Schwanheimer Walde bei Frankfurt a. M. Sieben Motive aus dem

Taunusgebirge, Treppe bei Burg Kronberg, Bauernhaus in Kronberg,

Katholische Kirche in Kronberg, Bauernhaus in Pargalowo, Russisches

Dorf, Ruine Königstein, Schloss Falkenstein, Ruine Falkenstein,

Katholische Kirche.

Наши художники I. S. 57. M. Rudolph, Rigasches Theater- und

Tonkünstlerlexikon.

=Breitkreutz=, ~Christian Friedrich~. Architekt. Geb. 1791;

begraben in Riga 16. März 1820, bekleidete in Riga das Amt eines

Gouvernementsarchitekten.

Rigasche Stadtbl. 1818 S. 128; 1820 S. 68.

=Brotze=, ~Johann Christoph~. Gelehrter. Geb. 12. Sept. 1742 in

Görlitz; gest. 4. Aug. 1823 in Riga. Studierte in Leipzig, dann in

Wittenberg und promovierte daselbst zum Dr. phil. 1768 folgte er einem

Rufe nach Livland, wurde 1769 Subrektor und 1783 Konrektor am Lyceum

zu Riga. 1815 legte er sein Amt nieder. B. hat sich um die Erforschung

der livländ. Geschichte unvergängliche Verdienste erworben. Zu seinen

bedeutendsten Arbeiten gehört die aus 10 Foliobänden bestehende

„Sammlung verschiedener Livländischer Monumente, Prospekte, Münzen,

Wappen u. dergl.“ mit gegen 2000 zum grössten Teil von ihm selbst

gezeichneten Abbildungen im Bes. d. Stadtbibliothek zu Riga.

Autobiographie in A. Albanus Einladung zur feierlichen

Amtsniederlegung des Oberlehrers J. C. Brotze usw. Riga. 1815. --

Allgem. Schriftsteller- u. Gelehrtenlexikon der Prov. Liv-, Est- u.

Kurland. I. S. 277.

=Brussen=, ~Daniel~. Maler. Geb. um 1598, begraben 31. März 1684 auf

dem deutschen Kirchhofe zu Bauske. Von ihm eine Kreuzigung und ein

Abendmahl in der Kirche zu Funkenhof (übermalt).

L. Arbusow in den Sitzungsber. d. Kurl. Ges. f. Lit. u. Kunst 1888

S. 23 ff.

=Brusseen=, C.... Maler. Auf einem Oelgemälde, das die Stadt Riga

von der Mitauschen Vorstadt gesehen darstellt, findet sich die

Bezeichnung: C. Brusseen pinxit a. 1776 (Bes. Frau Emma Bernstorff,

Riga). Autotypie abgedruckt in einem Aufsatz von A. B(erkhol)z „zum

50. Jahrestage der Abtragung der Rigaschen Festungswerke“, Beilage zum

Rigaer Tageblatt Nr. 265, 1907.

Rigasche Ztg. 1878 Nº 229; Kat. d. kultur-hist. Ausst. 1883 Nº 547.

=Budberg=, ~Woldemar Dietrich v.~ (gen. ~Böninghausen~). Geschickter

Dilettant. Geb. 8. Oktober 1740 auf dem Gute Klein-Roop (Livl.);

gest. 3. Juli 1784 in Walk. Kam, nachdem er seine Erziehung in Riga

vollendet hatte, 1757 nach Königsberg, wo der berühmte Kunstphilosoph

Joh. Nikolaus Meinhard sein Mentor wurde, der ihn auf einer Reise

durch Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien begleitete. In der

Malerei wurde Adam Friedr. Oeser in Leipzig sein Lehrer, der sein

Talent mit begeisterten Worten pries. Nach seiner Rückkehr lebte er auf

seinem Gute Strasdenhof bei Riga, seit 1783, nach seiner Erwählung zum

Kreismarschall in Walk. Auf Veranlassung seiner Freunde L. Bergmann,

Lindner und Meinhard wurde auf ihn eine Medaille geschlagen. Von ihm

24 in Sepia gezeichnete Studienköpfe v. 1780, je 6 auf 4 Quartblättern

im 2. Bande der Sammlung J. J. Voss, städt. Museum, Riga. -- Eine

Ansicht von Gravenheyde am Jägelsee. 1780 (Bes. Dr. E. v. Rautenfels,

Riga). -- Ein Selbstporträt. -- Küchenszene (Bes. Baronin A. Budberg,

Magnushof). -- Ein Porträt des Barons Balthasar Campenhausen, † 1758.

-- Ein Porträt des Oberpastors Dr. Liborius v. Bergmann, Rotstift

(Stadtbibliothek, reproduziert in Bd. 42 der berühmten Kunststätten

von A. Seemann, Leipzig). -- Der Entwurf zu dem allegorischen Bilde,

die sog. Bombe Peters des Grossen, 1786; ausgeführt im ehemaligen

Bibliotheksaale, jetzt Konfirmandensaale des Domklosters zu Riga, von

Alex. Heydtmann. -- Das Titelblatt zum livl. Adresskalender v. 1784.

Original in der Handzeichnungen-Sammlung des Jak. Joh. Voss im Bes.

des städt. Museums zu Riga. Gest. von D. Berger. -- Ruine am Wasser,

Tuschzeichn. in derselben Sammlung.

Livona 1812 S. 155, 161. -- Rigasche Stadtbl. 1821 Nº 27. --

Lebensbeschreibung in der Monatsschr. für Geist und Herz. Bd. 3. v.

Lib. Bergmann. -- Allg. Schriftsteller- u. Gelehrtenlexikon I S.

294 ff. -- W. Neumann: Führer durch die Domkirche. S. 23.

=Budberg=, ~Karl Woldemar v.~, gen. ~Böninghausen~. Geb. 28. Juli 1777

zu Strasdenhof bei Riga; gest. 23. Februar 1842. Diente anfänglich in

der Garde, nahm aber 1797 als Kornet seinen Abschied, studierte von

1798-1802 in Jena Jurisprudenz und wandte sich dann in Dresden der

Malerei zu. 1810 zum Dr. phil. promoviert; Präses des livl. evang.

Konsistoriums. Von seinen Arbeiten waren 1842 in Riga ausgestellt:

Ansicht von Ermes. -- Motiv aus der Umgebung von Adseln. -- Zwei

Winterlandschaften. -- Zwei Studienköpfe.

Allg. Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon, Nachtrag S. 99. --

Rigasche Stadtbl. 1842 S. 114 ff.

=Budewitz=, ~Georg~. Aus Mitau, besuchte die Petersburger Akademie,

die ihm 7. VII. 1859 für ein in Aquarell ausgeführtes Porträt den Rang

eines freien Künstlers verlieh. Lebte von 1860-1869 in Mitau und zog

wieder nach Petersburg.

(J. Döring).

=Budkowsky=, G... D... Maler und Lithograph. Arbeitete 1840 in der

Mühe’schen lithographischen Anstalt in Riga und ist hier bis um 1850

nachweisbar. Er ging nach Deutschland und später nach Italien. Von ihm:

Das Porträt des Oberpastors am Dom und Konsistorialrats D. G. Bergmann.

Lith. nach G. R. Karing. 1840. -- Das Porträt des Pastors an der

Jesuskirche David Wendt. Lith. 1841. -- Das Porträt eines jugendlichen

jüdischen Händlers. Bez. G. D. Budkowski, Baldon 1850. -- Denkergruppe.

-- In die Welt hinausgestossen. -- Egerlandschaft. -- Zwei weibliche

Bildnisse. -- Selbstporträt.

Rigasche Stadtbl. 1840 S. 386. -- Rigasche Ztg. 1871 Nº 25 und 26;

1875 Nº 116.

=Bülow= (~Bülau~), ~Leonhard~. Genre- und Porträtmaler. Geb. 1819 in

Riga; gest. 1892 in Moskau. Besuchte die Düsseldorfer Akad. bis 1842,

kam dann nach Riga zurück und lebte hier bis 1856. Seit dieser Zeit

führte er ein Wanderleben, bis er schliesslich Moskau zu dauerndem

Aufenthalt wählte. -- Von seinen Arbeiten sind zu nennen: Ariadne auf

Naxos. -- Weiblicher Kopf. -- Zwei Greisenköpfe. -- Ein Selbstporträt.

1842 (Bes. städt. Museum, Riga). -- Josephs Traumdeutung. -- Das

Porträt des Landmarschalls Christian v. Stein († 1856) (Bes. Dom-Mus.

Riga). --

Rigasche Stadtbl. 1845 S. 380. -- Ztg. f. Stadt u. Land 1877 Nº 213

u. 221. -- Rigasche Ztg. 1879 Nº. 28.

=Büttner=, ~Georg Heinrich~. Zeichner und Porträtmaler. Geb. 20. Juli

1799 in Mitau; gest. 4. Dezember 1879 in Riga. Erhielt den ersten

Kunstunterricht von dem Kupferstecher Sam. Kütner (s. d.) in Mitau und

ging 1819 zu weiterer Ausbildung nach Dresden. Hier zeigten sich bei

ihm Anzeichen von Geistesgestörtheit. Auf Veranlassung der Dichterin

Wilhelmine v. Chézy wurde er auf den Sonnenstein gebracht, doch schon

nach einem Jahr als geheilt entlassen. 1822 lebte er als Porträtmaler

und Zeichner in Mitau, zog aber 1824 nach Riga, wo ihn ein zweiter

Krankheitsfall traf, der aber auch schnell wieder vorüberging, bis im

Jahre 1865 völlige Geistesumnachtung eintrat. Ausser verschiedenen

Kopien nach alten Meistern von ihm: Das Porträt des Rigaschen

Theaterdirektors J. Hoffmann, lith. v. Wildt. fol. -- Das Porträt

der Gemahlin des Oberpastors zu S. Jakob in Riga, Maria Henriette

Grawe, geb. Lenz (1791-1877), gem. 1828. -- Das Porträt des Rigaschen

Ratsherrn Joh. Heinr. Hollander, gem. 1840. Aquar. (Bes. Oberlehrer B.

Hollander, Riga).

=Buhr=, gen. ~Bunding~, ~Johann Nikolaus~. Maler. Geb. 28. Oktober

1820 in Riga; gest. daselbst im März 1874. Machte seine ersten Studien

unter der Leitung des von 1830-1836 in Riga lebenden Berliner Malers

Anton Kessner und ging 1838 nach Berlin, wo er Schüler von Karl Wach

wurde. Eines Augenleidens wegen musste er seine Studien unterbrechen,

ging aber nach seiner Herstellung wieder nach Berlin und blieb dort bis

1848. Nach Riga zurückgekehrt erteilte er Unterricht.

Rigasche Stadtbl. 1873 S. 24; 1874 S. 96.

=Buschmann=, ~Hermann Ulrich~. Maler. Geb. 31. Juli 1824 zu

Kasimirswahl im Kirchspiel Subbath in Kurland. Bildete sich mit

Unterstützung des Besitzers von Baltensee Baron Karl v. Budberg zum

Maler aus. Von ihm das Altarbild der luth. Kirche zu Illuxt in Kurland

(Nach Döring Kopie nach Reni). Bekannt geworden ist ausser diesem eine

Grablegung und eine 1860 gemalte Auferstehung.

Inland. 1849 S. 357. -- Rigasche Stadtbl. 1853, 3. Dezember.

C

=Calpus=, ~Hermann~. Porträtmaler. Angeblich aus Reval stammend.

Besuchte die Petersburger Akademie, erhielt 1858 den Rang eines freien

Künstlers, 1859 den eines Künstlers I. Grades. 1876 erteilte er

Zeichenunterricht in der Annenschule zu Petersburg. Bekannt von ihm

sind mehrere Porträts.

Наши художники I. S. 164 ff.

=Candat=, ~Paul~. Maler. Geb. 11. Dezember 1873 in Livland. Begann

seine künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule zu Nürnberg,

kam 1896 in die Münchener Akad. und wurde Schüler des Professors Raupp.

Lebt in München.

=Cassel=, ~Richard~. Maler. Begraben in Narva 17. Juni 1707. Er

verfertigte im Jahre 1704 die „Illuminationes“ zur Einzugsfeier des

Kaisers Peters I. (Laut Ratsprotokoll der Stadt Narva vom 21. Januar

1705 wird dem „Contrafeyer“ R. C. vom Magistrat angesagt, künftig nicht

mehr einen Degen an der Seite zu tragen, da ihm solches als Bürger

nicht zustünde).

Narvasche Ratsprotokolle 1704, 1705. -- Kirchenbuch der Narvaschen

deutschen Gemeinde (H. v. Brüningk).

=Clar=, R.... Kupferstecher. Hatte seine Studien in Berlin gemacht

und kam um 1818 nach Riga, lebte vorübergehend auch in Dorpat und

zog später nach Petersburg, wo er eine grosse Tätigkeit, namentlich

im Porträtstich entwickelte. Von ihm: Kaiser Alexander I. mit dem

Könige und der Königin von Preussen am Sarge Friedrichs d. Gr.

nach Meyer. -- Die Profilporträts des Kaisers Alexander I., des

Grossfürsten Konstantin Pawlowitsch, des Königs und der Königin von

Preussen in einem Quadrat nach H. Smith. -- Die Begegnung Alexanders

I. mit Napoleon in Tilsit nach Schumann. -- Die Porträts des Generals

Benningsen und des Grafen Walmoden-Gimborn nach J. G. Mansfeldt.

-- Kotzebues Tod. -- Peter I. und Fürst Golitzin nach der Einnahme

von Schlüsselburg. -- Der Tod des Generals Moreau nach Tonelli. --

Das Porträt des Grafen Rostopschin nach L. de St. Aubin. -- Das

Porträt Peters I. nach Kimpfel. -- Von den von Clar in Deutschland

angefertigten Stichen nennt Rowinsky die Porträts Hardenbergs,

Friedrichs August v. Sachsen, Joh. Gottfr. Sommel, und den grossen

Maskenball in Berlin.

Lexikon baltischer Künstler · 第 13 / 19 题