Kurl. Gouvernem.-Ztg. 1875, Nº 50. (J. Döring.)

=Bergen=, ~Heinrich von~. Bildhauer. Stand in den Diensten des Kaisers

Peter I. von Russland und nennt sich in einem Schreiben an den

Rigaschen Rat v. 7. Jan. 1723 „Ihre Kayserl. Maytt Hoffbildhauer wohnet

auf Catharinendahl“. Er schuf hier vermutlich die Bildhauerarbeiten an

dem kleinen Schlosse und den Wasserwerken, die der Kaiser für seine

Gemahlin in Katharinenthal bei Reval herrichten liess. 1731-1733

verfertigte er in Riga den Orgelprospekt der Petrikirche, wofür er 233

Thlr. Alb. erhielt.

Akten des Rigaschen Rats: Briefe von innerhalb Landes 1707-1729.

Rigasche Stadtbl. 1834, S. 80; 1848, S. 237.

=Berkholz=, ~Elisabeth~. Geb. 9. Dezember 1860 in Riga. Tochter des

Ratsherrn Aug. B. Erlangte ihre künstlerische Ausbildung unter Lossow

in München. Sie hat sich vorherrschend der Porträtmalerei zugewandt.

Von ihr das Portr. des weil. Präsidenten der Rigaschen Gesellsch. f.

Gesch. und Altertumskunde Dr. Georg Berkholz. (Bes. Dom-Mus. Riga). --

Portr. des ehem. Präsidenten der literär. praktischen Bürgerverbindung

in Riga Alfred Hillner (Bes. die Verbindung).

=Berlitz=, ~Johann Georg~. Baumeister. Kam um 1800 aus Berlin nach

Kurland, um den Bau des Schlosses Katzdangen auszuführen. Ausser diesem

erbaute er das Schloss zu Elley 1806-1810, das Schloss zu Durben

1820-1821, leitete den Umbau des Schlosses Blieden 1835-1836 und den

der Villa Medem bei Mitau.

Mitausche Ztg. 1804 Nº 69. -- v. Schlippenbach: Malerische

Wanderungen durch Kurland S. 337. (Jul. Döring.)

=Berner=, ~Anna Louise v.~ Miniaturmalerin. Getauft 24. Mai 1795

in Mitau; Tochter des Kommissionsrats Joh. Fried. v. B.; gest. in

Neapel um 1868. Sie war eine Schülerin des Malers Dominikus Oechs in

Mitau, bildete sich weiter in Italien und verheiratete sich in Neapel

mit dem Advokaten Catalano. Das Mitauer Museum besitzt von ihr ein

Miniaturportr. ihrer Schwester, 1831.

(Jul. Döring).

=Bernewitz=, ~Karl~. Bildhauer. Geb. 17. Mai 1858 zu Blieden in

Kurland. Siedelte 1871 mit seinen Eltern nach Wenden über und besuchte

die Vorschule des Polytechnikums zu Riga. Sein Talent für die Plastik

fand die erste Ausbildung durch den Bildhauer Aug. L. Volz (s. d.) in

Riga. 1881 trat er in die Berliner Akademie und wurde in der Folge

Schüler und Gehülfe des Professors Reinh. Begas, an dessen letzten

grösseren monumentalen Arbeiten er mehrfach teilgenommen hat. Während

seines Aufenthalts in Berlin war B. vielfach auch für die Berliner

Kgl. Porzellanmanufaktur und auf kunstgewerblichem Gebiet tätig. 1904

folgte er einem Ruf als Lehrer an die Kunstschule zu Cassel; 1908 zum

Professor ernannt. Von seinen Arbeiten seien genannt: Der grollende

Achill. (Bronze). -- Achill im Streit mit Agamemnon. -- Büste des

Reinhold Patkul. -- Der trauernde Achill. (Bronze in halber Lebensgr.)

Diese bis 1885 geschaffen. Grabdenkmal des Justizrats Prinker in

Konstantinopel; 1885. -- Sich liebkosende Kinder, Terrakotta. (Städt.

Mus. Riga). -- Die kleine Eitelkeit, Terrakotta. -- Denkmalstatue des

Rigaschen Bischofs Albert, des Gründers der Stadt, im Domfriedhof

zu Riga. In Kupfer getrieben 1895. Baldachin und Unterbau nach den

Entwürfen von Dr. W. Neumann. -- Tauben fütterndes Mädchen; getönte

Marmorgruppe. Abb. in Kunst für Alle, XI, S. 8 und in Baltische Maler

und Bildhauer des 19. Jahrh. Bes. Städt. Museum Riga. -- Der Schreck.

Vergoldete Bronze; Bes. Dr. W. Neumann, Riga. -- Der Pantoffelheld,

Bronze. -- Empire, Bronze. -- Eine Quadriga für das Denkmal des

Kaisers Wilhelm I. in Berlin. (Im Modell vollendet März 1896). --

Der Bücherwurm, Brunnenfigur für Cassel. -- Giebelgruppe am neuen

Akademiegebäude zu Cassel.

W. Neumann: Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh., S. 95-96.

-- Kunst f. Alle VII, S. 75.

=Bernhardt=, ~Rudolf v.~ Architekt. Geb. 20. Mai 1819 in Reval; gest.

3. Aug. 1887 in Dorpat. Diente nach Absolvierung des Gymnasiums kurze

Zeit in der estländischen Gouvernements-Bauverwaltung und trat dann

in die Toll’sche Architektenschule in Petersburg, bezog aber 1837

die dortige Bauschule, zu deren Direktor er 1873 ernannt wurde. Er

verwaltete dieses Amt bis zu seiner 1886 wegen Krankheit erfolgten

Verabschiedung. B. gehörte zu den hervorragendsten Baukünstlern s. Z.

und erwarb sich besonderen Ruf durch seine Studien zur Graphostatik.

Er gehörte der internationalen Kommission an, die Ende der siebenziger

Jahre zur Untersuchung der Standfestigkeit der Kuppel der Peterskirche

in Rom zusammentrat. Zu seinen bedeutendsten Bauten gehören: die

Karlskirche zu Reval, in Gemeinschaft mit dem Architekten O. Hippius

ausgeführt, interessant durch ihre geniale Überdeckung der Vierung; das

evang. Hospital in Petersburg; das preussische Gesandtschaftshotel in

Petersburg.

Inland 1858, S. 480; Rigasche Ztg. 1873 Nº 188; 1886 Nº 87; 1887

Nº 177.

=Bernhardt=, ~Erwin~. Architekt. Geb. 3. Januar 1852 in Petersburg.

Sohn des Vorigen. Studierte von 1868-74 Architektur an der Petersburger

Bauschule (jetzt Institut der Zivilingenieure) und trat 1874 in

den Staatsdienst bei der estländ. Gouvernementsregierung, erhielt

1877 das Diplom eines Ingenieur-Architekten und bekleidete bis 1907

das Amt eines estländischen Gouvernementsingenieurs. Von ihm das

Bezirksgerichtsgebäude; das Ausstellungsgebäude des estländischen

landwirtschaftlichen Vereins; das Konzertetablissement „Bellevue“ in

Katharinenthal bei Reval; die Restaurierung der Lehmpforte, des Turmes

der Nikolaikirche, der Olaikirche in Reval und der Schlosskirche in

Hapsal. Er erbaute die russischen Kirchen in Felks, Klein-Lechtigal

und Jörden, die luth. Kirchen zu Jörden und Haggers, die Grabkapelle

zu Etz, das herrschaftliche Wohnhaus auf Gut Kollo, die Wohn- und

Fabrikgebäude der Aktiengesellschaft „A. M. Luther“ und „Volta“ und

mehrere Privathäuser in Reval.

Nach Autobiographie.

=Bernstamm=, ~Leopold Bernhard~. Bildhauer. Geb. 20. April 1859 in

Riga; kam als 13jähriger Knabe in das Atelier des Prof. D. Jensen in

Petersburg und besuchte die Zeichenschule der Kaiserl. Gesellschaft

zur Förderung der Künste. 1873 trat er in die Kunstakademie als

freier Zuhörer ein, erwarb sich hier mehrere Auszeichnungen durch

eine Reihe trefflich gelungener Porträtbüsten und begab sich 1884 zu

weiterem Studium nach Italien, wo er in Florenz unter Professor Rivalti

arbeitete. Von hier zog er nach Rom und stellte hier seine Arbeiten

aus. 1885 hielt er sich in Paris auf, arbeitete unter Mercier und

erlangte durch seine Porträts in kurzer Zeit einen solchen Ruf, dass

ihm das Amt eines directeur artistique des Museums Grévin angetragen

wurde. Er nahm die Berufung an und hatte Gelegenheit eine grosse Anzahl

von Porträtbüsten zu schaffen, unter denen die von Ardan, Barte, Légôt,

Rechembert, Samari, Chevreuil, Sardou, Déroulède, Lorence, Cabanel,

Durant, Falguierre, Mercier, Albert Wolf, Halévi, Renan, Flobert,

Coppé, Claressi und Zola als die vorzüglichsten genannt werden. -- Von

ihm ausserdem die Büsten des Schriftstellers Grigorowitsch (1881),

die Rubinsteins für das Konservatorium in Moskau (1882), Wisins für

das Alexandertheater in Petersburg (1882). Die Büste des Gelehrten K.

Brandt für das zoologische Mus. der Akad. der Wissenschaften. -- Die

Büsten des Schriftstellers Dostojewski, des Prinzen Peter v. Oldenburg,

A. Potechin, A. Ostrowsky, I. Gontscharow, I. Polonsky und M. Saltikow

(1882 und 1883) u. a. Ferner von ihm: Au pilori (Eine Ehebrecherin am

Schandpfahl). (Paris, 1887.) -- Der Henker mit dem Haupte Johannes des

Täufers (Paris, 1888). -- Der erste Pfeil (Paris 1889) und das Denkmal

des Lustspieldichters Eduard Pailleron im Monceau-Park zu Paris. 1905.

Rigasche Ztg. 1881 Nº 52; 1885 Nº 50, 53 und 107; 1886 Nº 52, 173

und 254; 1887 Nº 30. Наши художники I., S. 37 ff.

=Berthing=, ~Otto~. Porträt- und Historienmaler. Geb. 25. Dezember 1817

zu Alt-Schwaneburg in Livland; gest. angeblich 1885 in Jalta. Wurde

nach dem Besuch des Gymnasiums in Dorpat 1835 Schüler des Malers R.

Schwede (s. d.) in Petersburg, nahm 1840 das Amt eines Zeichenlehrers

am Katharinäum in Riga an und ging nach zehnjähriger Verwaltung dieses

Amts im Jahre 1850 auf die Antwerpener Akad., wo er Schüler von

Wappers wurde und den Unterricht von Dijkmann und Verschaeren genoss.

Nach einer Studienreise durch Deutschland kehrte er 1852 nach Riga

zurück, ging 1856 nach Paris, 1859 nach Italien und liess sich dann in

Odessa nieder. 1862 zog er wieder nach Paris zurück, erlebte dort die

Belagerung von 1870 und den Aufstand der Kommune und arbeitete dort

noch 1873. -- Von seinen Arbeiten sind, ausser einigen Bildnissen,

mehrere Genrebilder, wie der Liebesantrag, eine Weinkellerszene und

der Wasserkarl (eine in den dreissiger Jahren des 19. Jahrh. sehr

bekannte Rigasche Strassenfigur, lith. von Hauswald in Riga) bekannt

geworden.

Rigasche Stadtbl. 1843, S. 120; 1852, S. 416; 1855, S. 19; 1858, S.

304; 1859, S. 147; Inland 1845, S. 606; 1851, S. 273; 1858, S. 634;

Rigasche Ztg. 1872 Nº 16; Наши художники I, S. 39.

=Bertschy=, ~Paul Max~. Architekt. Geb. 1. Januar 1840 zu Straussberg

bei Berlin, empfing seine künstlerische Ausbildung im Auslande und

arbeitete dann in den Ateliers mehrerer namhafter Architekten des

In- und Auslandes. Von 1871-1902 Stadtarchitekt in Libau. Von ihm

wurden ausgeführt: die kathol. Kirche zu Rakischki, 1868-70; die

Kirche zu Sesswegen in Livland, geweiht 14. November 1879; die St.

Annenkirche in Libau, 1892-93; das Styntzi’sche Mausoleum in Libau;

das Nikolaigymnasium 1883-1884; das Bezirksgerichtsgebäude; das

Friedensgerichtsgebäude; das Mädchenhospiz; das Stadtkrankenhaus; das

städtische Gefängnis; das Kurhaus zu Libau 1871-75, und eine grosse

Anzahl Villen und Wohngebäude in und um Libau.

Rigasche Stadtbl. 1865, Nº 12; Rigasche Ztg. 1879 Nº 275; Mitausche

Ztg. 1890 Nº 59, 1892 Nº 47, 1893 Nº 101; Libausche Ztg. 1884 Nº

265, 1892 Nº 27; Libauscher Kalender 1876.

=Bielenstein=, ~Siegfried Alexander~. Maler. Geb. 27. Februar 1869

zu Doblen in Kurland, Sohn des Pastors Dr. Aug B., bezog 1891 die

Kunstschule in Leipzig, siedelte aber 1893 nach Weimar über, wo er

Schüler des Tiermalers Prof. Brendel wurde. Nach dessen Tode schloss

er sich an Prof. Sartorio an und widmete sich gleichzeitig unter Prof.

Thedi der Porträtmalerei. Seit 1897 in Riga tätig.

=Bienemann=, ~Eduard William~. Porträt- und Historienmaler. Geb. 10.

September 1795 in Libau; gest. 15. Februar 1842 in Petersburg. Erhielt

die ersten Kunstunterweisungen von der kunstverständigen Gattin des

Bürgermeisters Neumann in Libau, Anna Benigna N. geb. Vahrenhorst;

bezog im Sommer 1815 die Dresdner Akademie, wo er Schüler Hartmanns

wurde und ging im August 1817 mit mehreren Studiengenossen nach

Italien. In Rom konnte er im März 1819 dem Kaiser Alexander I. mehrere

seiner Gemälde vorstellen, von denen dieser zwei erwarb. 1822 kehrte

er nach Libau zurück, veranstaltete im Mitauer Mus. eine Ausstellung

seiner Arbeiten (17. Juni 1822) und nahm dann seinen Wohnsitz in

Moskau, seit 1829 in Petersburg. 1819 Mitgl. der Akademie St. Lukas zu

Rom und Florenz. Dezember 1836 Akademiker der Petersburger Akademie.

Von ihm eine Heilige Familie, eine Madonna mit Kind (nach Raffael) vom

Kaiser Alexander I. erworben. Die heilige Ursula (Bes. Mus. Mitau). Das

Portr. seiner Eltern (des Kommerzienrats Friedr. Georg B. und dessen

Gattin Susanna geb. Kunstmann), 1828 gem. (Familienbes. Stuttgart.)

Portr. des Gelehrten G. Fischer v. Waldheim; gest. von Wright.

Nach Mitteilungen von Dr. Fr. Bienemann jun. aus einer

Familienchronik. Rigasche Stadtbl. 1822, S. 467. -- Sitzgsber.

der Kurländ. Ges. für Lit. und K. 1819, 16. März und 5. November.

-- Baltische Monatsschrift, Bd. 27: Ein Bürgerhaus aus der

Grossvaterzeit. -- Gedichte v. Ludolf Schley. Libau 1834 III, S.

38 und 1859, S. 381. -- Jul. Schnorr v. Carolsfeld: Briefe aus

Italien. Gotha 1886 I, Brief 36.

=Bilenberg=, ~Joh. C.~ Stempelschneider und Medailleur. Wurde am 21.

September 1705 vom Rigaschen Rat angestellt. Ein rigascher Dukaten von

1707, die letzte Münze dieser Art, die die Stadt hat prägen lassen,

trägt seinen Namenszug J. C. B. in Ligatur.

Monetaria, Rigasches äusseres Ratsarchiv. V.

=Bindenschu=, ~Ruppert~. Baumeister. Gest. in Riga 1698, stammte aus

Strassburg i. E. und kam um 1670 nach Riga, wo er Gehilfe des „Bau-

und Kunstmeisters“ Josten (s. d.) wurde. Nach Jostens Abgang (1675)

übertrug der Rat ihm dessen Amt. Er setzte den von Josten begonnenen

Neubau des Turmes der Petrikirche fort, der am 21. Mai 1677 durch

den Andressen-Frankschen Mordbrand unterbrochen wurde. B. wurde mit

der Bearbeitung eines neuen Turmbauprojekts betraut. Er stellte drei

Entwürfe vor, von denen der zur Ausführung genehmigte erhalten ist. Am

10. Mai 1690 wurde der Bau des Turmes von ihm vollendet. Dieser brannte

1721 ab, wurde aber in denselben Formen wieder aufgeführt.

Rigasche Stadtbl. 1840, S. 141. -- A. Buchholz in den Sitzgsber.

der Gesellschaft f. Gesch. und Altertumskunde 1891, S. 48. ff.

-- W. Neumann: das mittelalterliche Riga. Berlin 1892, S. 37. --

Nottbeck und Neumann: Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval.

II, S. 65.

=Blaschewitz=, ~Johann Ferdinand~. Landschaftsmaler. Geb. 3. April

1804 in Mitau; gest. 22. Aug. 1866 in Riga, wurde Schüler des Malers

Dominikus Oechs und ging 1829 nach Dresden, wo er bis 1834 Schüler des

Prof. Dahl war. Von Dresden begab er sich zu weiterer Ausbildung nach

München, besuchte Tyrol und kam 1837 nach Mitau zurück, liess sich aber

im folgenden Jahre in Riga nieder. Sein künstlerischer Nachlass ging

durch Kauf in den Besitz des Mitauer Museums über.

Archiv des Mitauer Gymnasiums (2). -- Sitzgsber. der kurländ.

Gesellsch. für L. und K. 1866. (J. Döring).

=Blome=, ~Daniel~. Maler. Lebte in Reval und führte 1624 die Szenen aus

dem Leben Christi an der von Bugislav v. Rosen gestifteten Kanzel in

der Nikolaikirche aus. Auf dem Bilde der Ausgiessung des heil. Geistes

liest man: anno domini 1624. Daniel Blome.

Es hat mehrere Maler des Namens Blome, Blom, Blum in Reval gegeben:

1619 Georg Bluhm, 1637 Pawel Blum und Hans Blum.

Revaler Stadtarchiv. Katalog B. F. VI 33. -- Nottbeck und Neumann:

Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval II, S. 79.

=Bloss=, ~Friedrich~. Porzellanmaler. Geb. 1800 in Naumburg; gest.

im Oktober 1860 auf Hagensberg bei Riga. Er kam im August 1821 aus

Naumburg, wo er angeblich eine eigne Porzellanfabrik besessen hatte,

nach Riga und lieferte zierliche Malereien auf Tassen, Vasen, Tellern,

Pfeifenköpfen usw., namentlich Ansichten aus Riga, Wenden, Treyden

und Segewold, auch Brustbilder, mythologische und scherzhafte Szenen.

1824 zeichnete er eine Ansicht von Riga auf den Stein, die bei A. L.

Lindroth gedruckt wurde (Kat. der kult.-hist A. in Riga, 1883 Nº 561).

Das Dommuseum besitzt von ihm einen mit scherzhaften Darstellungen

bemalten Pfeifenkopf, dessen Ausführung nach ihm auch zwei bemalte

Tassen mit Ansichten von Riga zugeschrieben werden könnten.

Rigasche Stadtbl. 1821, S. 245; 1824, S. 198; 1829, S. 66; 1860, S.

368. Ztg. für Stadt und Land 1877 Nº 257.

=Blumenfeld=, ~Samuel Isaak~. Schreibkünstler. Geb. 1770 in Mitau

(ebräischer Konfession); gest. daselbst 13. Aug. 1826, bereiste fast

ganz Europa und erntete für seine Kunstfertigkeit vielfache Anerkennung.

Inland 1851, S. 564. -- Hamburger Ztg. 1825 v. 4. September. --

Kurl. Amts- und Ostseeprov.-Blatt. 1826 Nº 37. -- Intelligenzblatt

1826 Nº 69. (J. Döring.)

=Boas=, ~Martin~. Baumeister. Geb. im Oktober 1698; gest. Anfang Juni

1738 in Mitau. Bekleidete das Amt eines „Hochfürstlichen Baumeisters“

in Mitau.

Lexikon baltischer Künstler · 第 11 / 19 题