Als ich meine Tage in der Lehre bei einem weisen
Greise verbrachte, zündete ich einst in der Nacht in
tiefer Seelenverwirrung eine Kerze an und schlug ein
Buch auf, das der Greis, mein Meister, in meiner Stube
liegen gelassen hatte. Ich wandte die vergilbten, mit
Unzialschrift bedeckten Blätter um und begann zu lesen.
Und die Sterne gingen mit dem nächtlichen Dunkel,
der Morgen graute, ich aber las und las und hatte nicht
gehört, daß man drüben von der Erlöserkirche längst
schon zur Frühmesse geläutet hatte.
Und der weise Greis, mein Meister, gab mir seinen
Segen, daß ich Euch aus jenem wunderbaren, mit Unzialschrift
geschriebenen Buche einige Gleichnisse, Geschichten
und Sagen erzähle.