So viele Menschen, man könnte sie _Strindberg-Organisationen_ nennen,
nach ihrer Art, physiologisch-psychologisch zu reagieren, erwarten immer
und immer von der geliebten Frau _etwas ganz Besonderes_, als ob sie die
Verpflichtung hätte, plötzlich die Seele eines indischen Theosophen zu
bekommen, der Gott um Milliarden Kilometer näher steht als alle anderen
_nur sogenannten_ Menschen!
Da erinnere ich mich immer und immer wieder dieses Franz Schubert,
Liederdichters, zu dem seine vierzehnjährige Schülerin Komtesse
Esterhazy einmal bei der Klavierlektion gesagt hat: »Das ist aber gar
nicht schön, Herr Schubert, daß Sie mir nie eines Ihrer Lieder
widmen — — —!«
Da erwiderte der gottbegnadete Mann: »Aber sie sind ja eh alle nur für
Sie geschrieben — — —.«
Ja, ist das nicht das Höchste, einem Franz Schubert mitgeholfen zu haben
zu seinen Liedern, wie Sonne, Tau und Regen mithelfen zum Wachsen von
Pflanzen!?
Was braucht sie also an und für sich zu sein, diese Vierzehnjährige,
unter dem öden Mikroskop herzloser verständnisarmer Menschen?!? Sie
verhalf ihm zu seinen Liedern, und ohne sie wären sie nicht
entstanden — — —!
Ich formulierte das später in die Verse:
»Oh Fraue, nicht was du _bist_, _bist_ du!
_Das_ bist du, was _wir_ von dir träumen!
_Unsere_ durchweinten Nächte um _deinet_willen, _das_ bist du!
_Gelassen_ nimmst du unsere Huldigung und unseren Schmerz entgegen — — —
Denn nimmer weißt du, wie es kam, weshalb, woher, wozu, zu welchem
Ende!?!«